Eine in Spanien lebende Lateinamerikanerin wurde viral, nachdem sie in einem Video gestand, dass sie schockiert war, als sie entdeckte, dass in Spanien ein Arzt eine Haushälterin als Partnerin haben kann, etwas, das ihrer Meinung nach in ihrem Heimatland Kolumbien „undenkbar“ wäre.
Im Clip, der von der Nutzerin @lau.vargas64 auf TikTok geteilt wurde, erzählte die junge Frau eine Anekdote, die sie während eines Besuchs bei colombianischen Freunden in Granada erlebte. „Wir kamen an ein spektakuläres Ferienhaus. Der Mann war Arzt und als er mir seine Frau vorstellte, sagte er, dass sie Stunden damit verbringt, andere Ferienhäuser zu reinigen. Ich war beeindruckt. So etwas sieht man in meinem Land nicht“, berichtete sie.
Vargas erklärte, dass diese Erfahrung sie über die kulturellen Unterschiede zwischen Spanien und Lateinamerika nachdenken ließ. “Hier verbinden sich die Menschen, ohne auf die soziale Schicht oder die Art der Arbeit zu achten. In Kolumbien, obwohl es vorkommen kann, ist das überhaupt nicht verbreitet. Dort wird das sehr missbilligt”, sagte sie in ihrem Video, das bereits fast eine halbe Million Aufrufe hat.
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Tausende von spanischen und lateinamerikanischen Nutzern kommentierten das Video und entfachten eine leidenschaftliche Debatte über Klassismus und soziale Unterschiede. „In Spanien heiraten wir nicht aus Geldgründen, wir heiraten aus Liebe“, schrieb ein Nutzer mit über tausend ‚Gefällt mir‘. Eine andere Person kommentierte: „Mein Mann ist Doktor der Rechte und ich habe ihn kennengelernt, während ich sein Haus geputzt habe; wir sind seit 25 Jahren zusammen.“
Unter den Kommentaren gab es auch solche, die die Worte der jungen Frau nuancierten. „Klassenunterschiede existieren zwar in Spanien, aber nicht in dem Maße wie in Südamerika“, meinte eine Nutzerin. Andere erinnerten daran, dass „der König von Spanien eine geschiedene Frau und Journalistin geheiratet hat, und das sagt alles“. Mehrere Lateinamerikaner gaben hingegen zu, dass Klassismus in ihren Ländern tief verwurzelt bleibt: „Je ärmer das Land, desto größer der Klassenunterschied“, schrieb ein Nutzer.
Ante der Flut von Kommentaren stellte Lau Vargas klar, dass seine Absicht nicht war, zu beleidigen oder zu verallgemeinern, sondern seine Eindrücke als Einwanderer zu teilen. „In Spanien ist mir aufgefallen, dass die Menschen sich mehr mischen, und das fand ich sehr schön. In meinem Land wäre es ein Skandal, wenn sich ein Arzt in jemanden verliebt, der Häuser reinigt. Hier ist das etwas Normales, und das hat mich sehr beeindruckt“, schloss er.
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