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Kuba könnte sich einem noch ernsthafteren Energieszenario gegenübersehen als während des sogenannten “Sonderperiods” in den neunziger Jahren, mit direkten Folgen für das tägliche Leben, die Nahrungsmittelproduktion und das grundlegende Funktionieren des Landes.
Die Warnung gab der kubanische Ökonom Pedro Monreal in einem Thread auf X heraus, der darauf hinweist, dass eine vollständige oder sehr signifikante Unterbrechung der Importe von Kraftstoffen die Insel in eine Grenzsituation bringen würde, die wirtschaftliche Unsicherheit und Ernährungsunsicherheit kombiniert.
Wie Monreal in einer aktuellen Analyse erläuterte, würde in Abwesenheit einer diplomatischen Lösung eine eventuelle gezwungene Unterbrechung der Importen von Brennstoffen, hauptsächlich Rohöl und deren Derivaten, zu einem drastischen Rückgang der Energieverfügbarkeit führen, mit Werten, die sogar unter denen der 1990er Jahre liegen, als der Zusammenbruch der Sowjetunion Kuba praktisch ohne externe Unterstützung zurückließ.
Der Ökonom weist darauf hin, dass in den letzten Jahren die Importniveaus von Rohöl und die nationale Produktion ähnlich waren. Diese scheinbare Stabilität ist jedoch trügerisch. Wenn die Importe eingestellt würden, würde die gesamte Verfügbarkeit von Rohöl etwa um die Hälfte sinken, ein Schlag, den das kubanische Energiesystem kaum verkraften könnte.
Obwohl Kuba heute mehr Rohöl fördert als während der Sonderperiode, ist dieser Vorteil begrenzt. Das nationale Öl wird aufgrund seiner Eigenschaften hauptsächlich in thermischen Kraftwerken und in energieintensiven Industrien wie der Zementproduktion verwendet. Sein Einfluss auf die Raffination zur Herstellung von wichtigen Derivaten ist gering, was das Land extrem abhängig von importierten Brennstoffen lässt.
Das Problem verschärft sich bei der Analyse der Zusammensetzung des Energiemix. Monreal weist darauf hin, dass ein Stopp der Importe unterschiedliche Auswirkungen auf die verschiedenen fossilen Brennstoffe haben würde. Während das Rohöl, das für die thermischen Kraftwerke bestimmt ist, relativ weniger betroffen wäre, würde die Verfügbarkeit von Schweröl, Diesel und Benzin in stark veralteten Anlagen ernsthaft eingeschränkt. Dies hätte unmittelbare Auswirkungen auf den Transport, die Landwirtschaft, die Lebensmittelverteilung und die Grundversorgung.
Das extremste Szenario, das der Ökonom beschreibt, ist die sogenannte „Null-Option“, ein Punkt, den Cuba während des Speziellen Zeitraums nicht erreicht hat, der jetzt jedoch als reale Möglichkeit erscheint. Es handele sich, so seine Worte, um eine Kombination aus einer „mittelalterlichen Konfiguration des Wirtschaftssystems“ und einer Verschärfung der Ernährungssicherheit, verbunden mit einem drastischen Rückgang der Lebensbedingungen der Bevölkerung.
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