Der Kubaner Carlos Rostgaard teilte mit El Lago Podcast eine persönliche Anekdote, die mit Schärfe und Ironie die Krise beschreibt, die eine ganze Generation während des Especialen Zeitraums prägte.
„Eine traurige Geschichte. Guantánamo, 1993. Der Dollar wurde in Kuba gerade entkriminalisiert. Nach Tagen und Anstrengungen gelang es mir, meine ersten 10 Centavos zusammenzubekommen“, beginnt sein Zeugnis.
Mit Geld in der Hand machte er sich "mit aller Naivität und einem tiefen Hunger" auf den Weg zum ersten Laden, der im Stadtzentrum Devisen anbot.
"Still, versteckt vor allen, um nicht zu teilen, ging ich in den Laden und lief dort etwa 10 Minuten umher. Es war der einzige Ort, an dem man die Klimaanlage spüren konnte." Schließlich fand er den Mut, zur Kasse zu gehen. "Ich kaufte die erste Schokolade meines Lebens", erinnert er sich.
Sie hatte eine riesige Vorfreude. Sie ging zum Parque Martí, der an der Ecke des Ladens lag, setzte sich dort hin und öffnete das goldene Papier, um in ihre Praline zu beißen. Was danach kam, war der schmerzliche Realitätsschlag.
„Es war eine Hühnersuppe, salzig und knoblauchdurchtränkt. Sie ekelte mich an, aber ich nahm sie angeknabbert mit nach Hause. Ich fügte heißes Wasser hinzu und stillte meinen Hunger für 30 Minuten.“
Die Vorstellung der Szene löst eine Mischung aus Lachen und Traurigkeit aus. Es ist eine Tragikomödie, die die Prekarität jener Jahre zusammenfasst und uns an die gegenwärtige Krise erinnert, an sechs Jahrzehnte von Mangel, Verwirrung, Armut und kollabierender Wirtschaft.
Die Illusion von Schokolade, die sich in eine Brühewürfel verwandelt, wird ungewollt zu einer Metapher für das Leben in Kuba, wo die Dinge oft nicht so sind, wie sie scheinen.
Rostgaard schloss seinen Bericht mit einem Satz ab, der das Empfinden vieler Kubaner sowohl innerhalb als auch außerhalb der Insel zusammenfasst: „Kuba ist ein Trauma im Leben der Kubaner. Die Diktatur muss fallen.“
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