Die Anzeige eines Vaters aus Santiago hat erneut die tiefgreifende Krise ins Zentrum der Debatte gerückt, die das Gesundheitssystem in Kuba durchlebt.
In einem Video, das vom unabhängigen Journalisten Yosmany Mayeta Labrada verbreitet wurde, beschreibt Juan Matute Martínez die Situation, in der er zusammen mit seiner kranken Tochter im Pädiatrischen Krankenhaus Sur "La Colonia" in Santiago de Cuba lebt.
„Meine Tochter liegt seit gestern mit Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit... Ich bin hier im Pädiatrischen Krankenhaus Süd in Santiago de Cuba, La Colonia“, berichtet der Vater in der Aufnahme, sichtlich angestrengt.
Laut seiner Aussage verfügt das Zentrum nicht über grundlegende Medikamente oder die notwendigen Ressourcen, um Untersuchungen durchzuführen, die es ermöglichen, die Ursache der Symptome zu bestimmen.

Ohne Medikamente oder diagnostische Mittel
Juan Matute war direkt in seiner Beschreibung der Situation: "Es gibt keine Duralgina, es gibt keine Ampullen, um das Fieber eines Kindes zu senken, ich musste auf die Straße gehen, um sie zu suchen."
Während sie eine Ampulle Dipirona zeigte, die sie außerhalb des Krankenhauses bekommen hatte, fügte sie hinzu: „Sieh mal hier, eine Dipirona musste ich auf der Straße kaufen, damit man im Krankenhaus einem Kind das Fieber senken kann.“
Außerdem wies er darauf hin, dass es auch keine Bedingungen für Analysen gab: „Aber es stellt sich heraus, dass es auch nichts gibt, um eine Analyse durchzuführen, um zu bestimmen, warum die Kinder Fieber haben.“
Das Zeugnis beschreibt ein Szenario, in dem die Angehörigen das Krankenhaus verlassen müssen, um auf dem informellen Markt Medikamente zu beschaffen, die in jeder pädiatrischen Einrichtung verfügbar sein sollten.
Angst und öffentliche Anklage
Der Vater hinterfragte ebenfalls die Prioritäten des Staates angesichts der prekären Gesundheitslage. "Jetzt, wenn sie wollen, dann haben sie Benzin, haben sie alles, um mich zu Hause zu suchen, um mich zu fragen, warum ich dieses Video gemacht habe", sagte er und spielte damit auf mögliche Repressalien an.
Und er fügte hinzu: "Ich werde es veröffentlichen, damit alle sehen, wie wir hier in Kuba leben, in dem Land, in dem man möchte, dass die Menschen durchhalten."
In einem der schwierigsten Momente des Videos erklärte er, dass das, was einst als transformierendes Projekt präsentiert wurde, "vor Jahren aufgehört hat, eine Revolution zu sein und zu einer Involution wurde."
Ein gesundheitliches System im Verfall
Die Anzeige erfolgt nicht im Vakuum.
In den letzten Jahren haben sich die Bürgerberichte über Krankenhäuser ohne Medikamente, ohne Reagenzien für klinische Analysen und mit maroden Einrichtungen vervielfacht. Der Mangel an medizinischem Personal und die Abwanderung von Fachkräften verschärfen die Situation zusätzlich.
Die allgemeine Wirtschaftskrise des Landes hat sich direkt auf das öffentliche Gesundheitssystem ausgewirkt.
Die fehlenden Devisen für den Import von Medikamenten und Rohstoffen, zusammen mit strukturellen Problemen in der Verwaltung und der Versorgung, haben die Krankenhäuser ohne grundlegende Ressourcen zurückgelassen.
Das Ergebnis ist, dass Familien wie die von Juan Matute auf informelle Lösungen zurückgreifen müssen, Medikamente auf der Straße kaufen oder auf Hilfsnetzwerke angewiesen sind, um grundlegende Behandlungen zu erhalten.
In einem Kinderkrankenhaus ist das Fehlen von fiebersenkenden Mitteln und diagnostischen Verfahren kein geringfügiges Detail: Es beeinträchtigt die Fähigkeit, Kinder mit Fieberzuständen angemessen zu betreuen, die eine dringende Evaluierung benötigen könnten.
Während die offizielle Rhetorik auf die Stärke des Gesundheitssystems besteht, zeigen Zeugnisse wie dieses eine Realität, die von tiefen Mängeln, maroder Infrastruktur und anhaltendem Mangel geprägt ist.
Das Bild eines Vaters, der gezwungen ist, eine Ampulle zu kaufen, um das Fieber seiner Tochter zu senken, fasst das Niveau der Prekarität zusammen, das im Gesundheitssektor erreicht wurde.
Die Anzeige von Juan Matute zeigt nicht nur einen Einzelfall, sondern ein umfassenderes Problem auf: die Verwundbarkeit von Patienten und Angehörigen in einem Kontext, in dem der Zugang zu Medikamenten und diagnostischen Tests nicht einmal mehr in einem provinziellen Kinderkrankenhaus gewährleistet ist.
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