Ein Video, das vom kubanischen Nutzer Reinier Cruz auf TikTok veröffentlicht wurde, hat erneut die Aufmerksamkeit auf die tiefe Krise gelenkt, die die ländlichen Gemeinden Kubas betrifft. In diesem Fall zeigen die Bilder Bejucal in der Provinz Mayabeque, das im Jahr 2026 nahezu verlassen ist.
„Das, was Sie da vorne sehen, ist das, was von der alten Apotheke in Bejucal übriggeblieben ist, ein Gebäude, das wunderschön war und heute in Trümmern liegt, wie viele Gebäude im ganzen Land“, erzählt der junge Mann, während er die heruntergekommene Fassade des Gebäudes ins Bild rückt, die offensichtlich von Vernachlässigung und fehlender Pflege betroffen ist.
Während des Rundgangs erscheinen die Straßen leer, mit kaum Verkehr von Personen oder Fahrzeugen. Der Ersteller des Videos beschreibt die Atmosphäre als die eines „Geisterdorfs“ und versichert, dass die Verlassenheit weit verbreitet ist. „Es gibt eine schreckliche Ödnis, die ich nie in Kuba erwartet hätte“, erklärt er.
Das Zeugnis verbindet direkt die Situation mit der Treibstoffkrise, die das Land betrifft. Wie erläutert wird, hat der Mangel an Brennstoff den Transport zum Stillstand gebracht und die langandauernden Stromausfälle verschärft. „Es gibt keinen Kraftstoff, und das führt dazu, dass es auch keinen Strom gibt und die Unsicherheit durch die Straßen zieht“, weist er hin.
Neben dem fehlenden Strom kommt die drückende Hitze, die — so der Autor des Videos selbst — die Anwesenheit von Menschen in öffentlichen Räumen noch weiter verringert. „Wer will bei solchem Wetter schon auf die Straße gehen?“, fragt er, während er praktisch leere Straßen bei Tageslicht zeigt.
Bejucal, gegründet im Jahr 1713 und gelegen etwa eine Stunde von Havanna entfernt, ist eine der ältesten Gemeinden der Region. Der Inhalt ersteller erinnert daran, dass es historisch gesehen ein kleines, aber bewohntes Dorf war. In den aktuellen Bildern hingegen dominieren Stille, baufällige Gebäude und das Fehlen sichtbarer kommerzieller Aktivitäten.
Der junge Mann behauptet, dass die Situation in Bejucal kein Einzelfall ist. „Wenn du dich gefragt hast, wie ein Dorf in Kuba aussieht, dann sieht im Moment jedes Dorf auf der Insel so aus“, sagt er und deutet darauf hin, dass die Wirtschafts- und Energiekrise ganze Gemeinden umfassend betroffen hat.
Die in sozialen Netzwerken geteilten Szenen spiegeln den Verfall der städtischen Infrastruktur, das fehlende Wartung historischer Gebäude und die direkte Auswirkung wider, die der Ressourcenmangel auf das alltägliche Leben der Kubaner hat.
Mitten in Stromausfällen, Transportproblemen und hohen Temperaturen ist die tägliche Routine in vielen Gemeinden des Landes stark beeinträchtigt worden, was zu Bildern leerer Straßen führt, die im Kontrast zu dem sozialen Leben stehen, das diese Orte über Jahrzehnte prägte.
Das Video hat auf sozialen Netzwerken zahlreiche Reaktionen hervorgerufen, in denen Nutzer innerhalb und außerhalb der Insel die Schwere der Situation kommentieren und ähnliche Erfahrungen aus anderen Orten des Landes teilen.
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