Brutale Prügelattacke auf einen Jugendlichen, der des Diebstahls in Santiago de Cuba beschuldigt wird



Jugendlicher beschuldigt des Diebstahls in Santiago de CubaFoto © Facebook / Idelisa Diasniurka Salcedo Verdecia

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In Santiago de Cuba wurde ein 16-jähriger Jugendlicher Opfer einer brutalen Prügelattacke, nachdem er des Diebstahls beschuldigt wurde. Dieser Vorfall hat eine Debatte über die Grenzen der Bürgerreaktion auf Kriminalität ausgelöst.

Die Aktivistin Idelisa Diasniurka Salcedo Verdecia berichtete auf Facebook: "Ein erst 16 Jahre alter Junge wurde in Santiago de Cuba brutal geschlagen, weil er angeblich gestohlen hat. Unabhängig von dem Vorfall rechtfertigt nichts die Gewalt gegen einen Minderjährigen."

Diasniurka betonte, dass die Reaktion auf Jugendliche in Extremsituationen nicht Gewalt sein kann.

"Ein Jugendlicher benötigt Schutz, Orientierung und Gerechtigkeit, keine Schläge oder öffentliche Demütigung," erklärte er und wies darauf hin, dass ein Minderjähriger mit Sorgfalt behandelt werden sollte, selbst wenn sein Verhalten falsch ist.

Er verwies auch darauf, dass solche Episoden eine tiefere soziale Krise widerspiegeln: "Es ist ein weiteres Beispiel für den sozialen Zusammenbruch, den Kuba erlebt, wo die verwundbarsten, unsere Kinder und Jugendlichen, letztendlich die Konsequenzen tragen."

Er betonte, dass es Alternativen gibt, um zu disziplinieren und zu erziehen, ohne auf Brutalität zurückzugreifen, und erinnerte daran, dass Gewalt niemals zu einem normalisierten Werkzeug werden darf.

Captura von Facebook / Idelisa Diasniurka Salcedo Verdecia

Eine zunehmend verbreitete Praxis

In Kuba wird die Volljährigkeit mit 18 Jahren erreicht, jedoch sind die Bürger ab 16 Jahren strafrechtlich verantwortlich.

Die Prügelattacke auf diesen Jungen in Santiago de Cuba findet in einem Kontext zunehmender Unsicherheit im Land statt, wo die Gemeinden, müde von der Untätigkeit der Behörden, auf Formen der populären Gerechtigkeit zurückgreifen.

In zahlreichen Orten wurden Fälle von Menschen gemeldet, die gefesselt oder öffentlich erniedrigt wurden, nachdem sie des Diebstahls beschuldigt wurden. Dies spiegelt das mangelnde Vertrauen in die Fähigkeit der Polizei wider, die Bevölkerung zu schützen und Sicherheit zu gewährleisten.

Die Wirtschaftskrise, die durch Nahrungsmittelknappheit, längere Stromausfälle und unzureichende Löhne gekennzeichnet ist, trägt zum Anstieg der Kriminalität bei.

Nachbarn haben berichtet, dass die Straßen zu feindlichen Räumen geworden sind, mit häufigen Diebstählen und Überfällen, während die Polizei sich mehr darauf konzentriert, Opponenten und Journalisten zu überwachen, als die Bürger zu schützen.

Experten weisen darauf hin, dass die Gewalt gegen Personen, die verdächtigt werden, Straftaten zu begehen, ein Zeichen für die Unfähigkeit des Staates ist, grundlegende Sicherheit zu gewährleisten.

Die Bürger, die kein Vertrauen in die Institutionen haben, entscheiden sich dafür, sich kollektiv zu verteidigen, auch wenn dies bedeutet, auf gewaltsame oder illegale Methoden zurückzugreifen, was einen Kreislauf aus Angst und Vergeltung schafft.

Die Vorfälle wie derjenige des geschlagenen Jugendlichen spiegeln ein besorgniserregendes Muster wider: improvisierte Gerechtigkeit ist zu einem gewohnten Mittel für diejenigen geworden, die sehen, dass ihre Rechte und Güter nicht geschützt sind.

Die Ressourcenknappheit und der gesellschaftliche Druck haben Gewalt zu einem Mittel der Konfliktlösung gemacht. Diasniurka betonte, dass es viele Möglichkeiten gibt, Disziplin auszuüben, ohne zu Schlägen zu greifen, und forderte, dass Minderjährige Orientierung und Chancen erhalten, nicht Erniedrigung oder körperliche Strafen.

Ihre Beschwerde hebt hervor, wie die wirtschaftliche und soziale Krise in Kuba direkt die Minderjährigen betrifft, die am stärksten der Gewalt und Unsicherheit ausgesetzt sind. Die Aktivistin betonte, dass der Schutz der Kinder oberste Priorität haben muss und dass Gewalt niemals gerechtfertigt werden kann, egal unter welchen Umständen.

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