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Eine Bürgerbeschwerde in sozialen Netzwerken hat eine Situation ans Licht gebracht, die die Kubaner zunehmend besorgt: der Mangel an Kommunikationsmöglichkeiten während der Stromausfälle, der die Bevölkerung im Notfall daran hindern kann, Hilfe zu rufen.
Der Bericht wurde auf Facebook von einem Bewohner von Palma Soriano, in der Provinz Santiago de Cuba, veröffentlicht, der erzählte, dass eine Gruppe von Personen einen Unfall auf der Straße zwischen Palma und Mella sah und die Notdienste aufgrund des völligen Fehlens von Empfang nicht kontaktieren konnte.
„In diesem Moment hatte keiner von uns Empfang oder Zugang zum Netz, nicht einmal um einen einfachen Anruf zu tätigen und Hilfe von den professionellen Notdiensten zu rufen“, erklärte der Nutzer in seinem Beitrag, in dem er versicherte, dass sich die Situation in dieser Gemeinde seit mehreren Tagen wiederholt.
Laut ihrem Bericht mussten die anwesenden Personen vor Ort eigenständig handeln, um den Beteiligten des Unfalls zu helfen. Glücklicherweise gab es keine schweren Verletzungen, doch der Vorfall machte die Verwundbarkeit der Bevölkerung deutlich, wenn die Kommunikation versagt.
„Angesichts dieser Situation mussten wir eigenständig handeln, indem wir Erste Hilfe leisteten und versuchten, so gut wir konnten zu helfen“, fügte er hinzu.
Der Beschwerdeführer unterstrich, dass das Problem nicht nur das tägliche Leben und die Arbeit betrifft, sondern auch kritische Situationen gefährden kann, in denen jede Minute zählt. „Kommunikation ist ein wesentlicher Dienst, insbesondere wenn sie in einem Notfall den entscheidenden Unterschied ausmachen kann“, stellte er fest.
Die Veröffentlichung löste Dutzende von Kommentaren von Personen aus, die ähnliche Bedenken äußerten und ähnliche Situationen sowohl in Palma Soriano als auch in anderen Teilen des Landes bestätigten.
„Ein Anruf kann Leben retten“, schrieb eine Nutzerin, die auf die Gefahr hinwies, im Falle eines Unfalls keine Krankenwagen oder Notdienste erreichen zu können.
Ein weiterer Kommentar spiegelte die alltägliche Angst wider, die viele Familien empfinden: „Stell dir vor, du hast jemanden mit Asthma oder jemanden, der ein Nebulizer verwendet, zu Hause und kannst niemanden anrufen, falls eine Krise auftritt.“
Es gab auch diejenigen, die darauf hinwiesen, dass das Problem nicht auf einen einzigen Ort beschränkt ist. „Hier, wenn der Strom ausfällt, sind wir total isoliert“, bemerkte ein weiterer Nutzer, während eine andere Person bestätigte, dass die Situation „nicht nur in Palma Soriano ist, sondern im ganzen Land“.
Der Ausfall der Kommunikationsdienste während der Stromausfälle wird in Kuba zunehmend häufiger. Wenn der Strom ausfällt, funktionieren viele Funkbasen von ETECSA —dem staatlichen Telekommunikationsunternehmen— nicht mehr aufgrund fehlender Energieversorgung, was zu einem Verlust der Mobilfunkabdeckung führt und sogar die Telefonanrufe beeinträchtigt.
In den letzten Monaten haben die langanhaltenden Stromausfälle dieses Problem verschärft, wodurch ganze Gemeinschaften stundenlang – und manchmal fast den ganzen Tag – ohne Internet und die Möglichkeit, Anrufe zu tätigen, bleiben.
Für viele Bürger reicht die Besorgnis über die Unannehmlichkeiten des fehlenden Zugangs zu sozialen Netzwerken hinaus. Die größte Angst besteht darin, in Fällen von Bränden, Verkehrsunfällen oder medizinischen Notfällen keine Hilfe anfordern zu können.
„Wenn ein Massennunfall passiert, wie wird dann gewarnt?“, fragte eine Person in den Kommentaren zu dem Beitrag und spiegelte damit eine Befürchtung wider, die viele Nutzer teilen.
In der Zwischenzeit kursiert die Anzeige weiterhin in den sozialen Medien als Erinnerung an ein Problem, das viele Kubaner zunehmend als gefährlich empfinden: Die Gefahr, in einem Land, in dem Stromausfälle und Notfälle zum Alltag gehören, isoliert zu sein.
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