Vom Cacerolazo zur Besetzung und Zerstörung der Machtzentren: Morón verändert die Protestlandschaft in Kuba

Was in Morón passiert ist, verdeutlicht ein erschöpftes Land und einen sozialen Konflikt, der sich vertieft hatFoto © Captura von Videos in sozialen Netzwerken

Verwandte Videos:

Die Journalistin und Kommunikationsspezialistin Yuliet Teresa Villares Parejo erklärte am Samstag, dass die Proteste, die in Morón in der vergangenen Nacht und während der frühen Morgenstunden stattfanden, einen bedeutenden Wandel in der Dynamik des sozialen Unmuts in Kuba markieren.

Laut der Analyse, die auf ihrem Facebook-Profil veröffentlicht wurde, kann das, was in der Stadt Avilés geschehen ist, nicht auf ein isoliertes Ereignis oder eine bestimmte Gruppe von Anwohnern reduziert werden.

Villares hinterfragte die Versuche, die Proteste als ein auf die Region El Vaquerito beschränktes Ereignis darzustellen, und warnte, dass das Unbehagen sich über weite Teile des Landes ausbreitet.

Captura de Facebook/Yuliet Teresa-Intensa

Es auf einen Ort zu reduzieren, bedeutet, die Karte von dem tiefen Kuba, das sich verändert, nicht sehen zu wollen, betonte die Kommunikatorin.

Die ebenfalls für die Kommunikation des Martin Luther King Jr. Zentrums mit Sitz in Havanna zuständige Koordinatorin wies darauf hin, dass die in den in den sozialen Medien verbreiteten Videos hörbaren Parolen — „Freiheit“, „Strom“, „Essen“ und „Licht“ — grundlegende Forderungen widerspiegeln, die mit dem täglichen Überleben der Bevölkerung verbunden sind.

Seiner Meinung nach zeigen diese Äußerungen eine angesammelte soziale Krise inmitten von prolongierten Stromausfällen, Lebensmittelknappheit und Verschlechterung der Lebensbedingungen.

Captura de Facebook/Yuliet Teresa-Intensa

Ein zentraler Punkt seiner Überlegungen ist der Einbruch von Demonstranten in das städtische Hauptquartier der Kommunistischen Partei, wo Berichten zufolge Sachschäden und die Verbrennung von Möbeln auf der Straße stattfanden.

Para Villares stellt dieses Ereignis einen Phasenwechsel im sozialen Protest dar. „Man ist von der Protestaktion im öffentlichen Raum zur Besetzung und Zerstörung des Raums der Macht übergegangen“, erklärte er.

Desde seiner Perspektive hat der Akt einen starken symbolischen Charakter, da er impliziert, dass ein Teil der Bevölkerung sich nicht mehr nur auf den Straßen äußert, sondern seine Aktionen direkt gegen die Institutionen richtet, die sie als verantwortlich für die Krise identifiziert.

In ihrem Text beschreibt sie diesen Moment als den Bruch einer politischen und sozialen Grenze.

Die Autorin weist auch darauf hin, dass der Vertrauensverlust zwischen der Bevölkerung und den staatlichen Institutionen die Möglichkeiten des Dialogs verringert hat.

Según su valoración, wenn der Staat als fern oder unfähig wahrgenommen wird, auf das alltägliche Unwohlsein zu reagieren, findet die Empörung Ausdruck in Formen direkter Aktion.

Die Proteste in Morón fanden vor dem Hintergrund einer zunehmenden sozialen Spannungen statt, die durch langanhaltende Stromausfälle, Lebensmittelknappheit und einen allgemeinen Rückgang der Lebensbedingungen im Land verursacht wurden.

Laut der offiziellen Zeitung Invasor begann die Demonstration mit einer Gruppe von Personen, die durch mehrere Straßen der Gemeinde zog und vor allem Forderungen im Zusammenhang mit der elektroenergetischen Krise und dem Zugang zu Lebensmitteln äußerte.

Das staatliche Medium berichtete, dass die Veranstaltung später in „vandalistische Taten“ gegen die Zentrale des Municipalkomitees der PCC überging, wo eine kleine Gruppe die Eingangstür des Gebäudes mit Steinen beworfen und ein Feuer mit Möbeln aus der Rezeption gelegt haben soll.

Die offizielle Version berichtete ebenfalls von fünf festgenommenen Personen und einer verletzten Person, die ins Allgemeine Krankenhaus Roberto Rodríguez gebracht wurde. Es wurden jedoch keine Namen der Festgenommenen oder Details zu möglichen Anklagen angegeben.

Während die staatliche Presse darauf besteht, das Geschehen als Unruhen eines kleinen Personenkreises zu beschreiben, zeigen zahlreiche in sozialen Medien verbreitete Videos Töpfe und Pfannen klappernd, Slogans wie „Freiheit!“ und Gruppen von Anwohnern, die sich durch verschiedene Straßen der Stadt bewegen.

Gleichzeitig haben Profile, die mit Regierungsinstitutionen verbunden sind, Aufnahmen von leeren Straßen in den frühen Morgenstunden verbreitet, um ein Bild der Normalität in der Gemeinde zu vermitteln, eine übliche Strategie des propagandistischen Apparats, um das Ausmaß der Proteste zu minimieren.

Im Gegensatz dazu dokumentieren die im Internet kursierenden Bilder Bürgerproteste, Auseinandersetzungen und die Anwesenheit eines jungen Mannes, der mit dem Motorrad zur medizinischen Versorgung gebracht wurde, im Zuge von Vorwürfen der Repression.

In diesem Zusammenhang kommt die Analyse von Villares zu dem Schluss, dass das, was in Morón geschehen ist, ein Zeichen für ein erschöpftes Land und einen sich vertiefenden sozialen Konflikt ist.

A seiner Meinung nach, wenn keine politische Antwort erfolgt, die in der Lage ist, die Bürgerempörung zu hören und zu verarbeiten, könnte sich der Verfall des sozialen Gefüges noch weiter verschärfen.

Archiviert unter:

CiberCuba-Redaktionsteam

Ein Team von Journalisten, das sich verpflichtet fühlt, über kubanische aktuelle Themen und globale Interessen zu berichten. Bei CiberCuba arbeiten wir daran, wahrheitsgemäße Nachrichten und kritische Analysen zu liefern.