Bloomberg: Russisches Ölunternehmen steuert nach drei Monaten ohne Kraftstoffzufuhr auf Kuba zu

Tankstelle in Kuba, Spiegelbild der Treibstoffknappheit inmitten der Energiekrise auf der Insel.Foto © CiberCuba

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Ein mit russischem Rohöl beladener Tanker könnte auf dem Weg nach Kuba sein, während die Insel eine der schlimmsten Energiekrisen erlebt, die sie in Jahren durchgemacht hat, gekennzeichnet durch Stromausfälle, Treibstoffknappheit und eine zunehmende Verschlechterung im Alltag von Millionen Kubanern.

Según un Bericht von Bloomberg transportiert das Schiff Anatoly Kolodkin mehr als 700.000 Barrel russisches Öl und soll Ende März den Hafen von Matanzas anlaufen. Falls dies zustande kommt, wäre es die erste große Lieferung von Treibstoff, die das Land nach mindestens drei Monaten ohne Vorräte erhalten würde.

Captura de Facebook/Amy Siskind

Die mögliche Ankunft erfolgt in einem kritischen Kontext. Der Mangel an Öl hat zu längeren Stromausfällen geführt, den öffentlichen Transport lahmgelegt und die Lebensmittelknappheit verschärft, was das tägliche Leben auf der Insel direkt beeinflusst.

Die Situation hat sich seit Anfang 2026 verschärft, als die Verschärfung der Sanktionen und das Verbot von Erdöllieferungen Cuba praktisch ohne Zugang zu seinen wichtigsten Lieferanten ließ.

Ohne ausreichenden Kraftstoff steht das Land vor einem Dominoeffekt: Krankenhäuser haben Schwierigkeiten, zu arbeiten, es kommt zu Unterbrechungen der Wasserversorgung, Müll häuft sich an und die Wirtschaft wird immer mehr erstickt.

Im Rahmen dessen hat sich die Unzufriedenheit begonnen sichtbar zu machen. In den letzten Wochen haben sich Proteste und Cacerolazos an verschiedenen Orten des Landes wiederholt, insbesondere in Havanna, wo Anwohner nach Tagen ohne Strom auf die Straßen gegangen sind.

Diese immer wiederkehrenden Manifestationen spiegeln die angestaute Ermüdung einer von der Wirtschaftskrise, der Knappheit und den ständigen Stromausfällen betroffenen Bevölkerung wider, in einem Szenario, das Analysten warnen, weiter eskalieren könnte, wenn es keine strukturellen Lösungen gibt.

Obwohl die russische Lieferung eine Erleichterung darstellt, warnen Experten, dass dies nicht sofort erfolgen würde. Das Rohöl muss vor der Nutzung raffiniert werden, ein Prozess, der Wochen dauern kann, während die Insel weiterhin ihre begrenzten Vorräte verbraucht.

Parallell dazu bestehen weiterhin Zweifel, ob das Öl sein Ziel erreichen wird. Die Einschränkungen in der Karibik haben in den letzten Monaten andere Schiffe abgeschreckt, wodurch Kuba am Rande eines energetischen Zusammenbruchs steht.

In der Zwischenzeit sieht sich die Bevölkerung weiterhin Stromausfällen gegenüber, die Stunden —oder sogar länger— andauern können, in einem Szenario, das viele als kritisch beschreiben und das die humanitäre Krise auf der Insel weiter vertieft.

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