Díaz-Canel verwandelt Kuba in einen kommunistischen Themenpark für progressive Snobs aus Europa und den Vereinigten Staaten

Unterstützer des Regimes in KubaFoto © Instagram / @codepinkalert

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Während ein großer Teil Kubas unter endlosen Stromausfällen, Wassermangel, Nahrungsmittelknappheit und einem Mangel an Medikamenten leidet, inmitten der schlimmsten sozioökonomischen Krise seit Jahrzehnten, hat eine Gruppe von Aktivisten und politischen Persönlichkeiten aus Europa und den Vereinigten Staaten eine Welle internationaler Kritik ausgelöst, als sie unter dem Namen 'Convoy Nuestra América' in Havanna ankam.

Die Kritiken, sowohl in angloamerikanischen als auch in spanischsprachigen Medien, sind sich einig, dass der Aufenthalt dieser Besucher als eine flagrante Abkopplung von der Realität, die die Mehrheit der kubanischen Bevölkerung erlebt, wahrgenommen wird und als ein Akt des performativen Aktivismus oder politischen Spektakels, der mehr dem Regime nützt als denen, die unter der Krise leiden.

Ein skandalöser Kontrast: Luxus mitten in Stromausfällen

Periodisten und Kommentatoren in den Vereinigten Staaten haben die Präsenz von Aktivisten in Kuba als ein Beispiel für „Champagner-Sozialismus“ beschrieben.

In diesem Zusammenhang weisen sie darauf hin, dass während das Stromnetz des Landes zum dritten Mal innerhalb eines Monats zusammenbricht, Mitglieder des Konvois in Luxus-Hotels wie dem Gran Hotel Bristol Meliá Collection in Havanna untergebracht sind, wo Klimaanlage und Strom dank Generatoren garantiert sind, im Gegensatz zu Millionen von Kubanern, die unter längeren Stromausfällen leiden.

En denselben Presseberichten wurden Teilnehmer wie der Streamer Hasan Piker gesehen, wie sie aus Havanna mit einer stabilen Internetverbindung und teuren Zubehörteilen, wie Designerbrillen im Wert von Tausenden von Dollar, streamten, was Anschuldigungen von Klassenheuchelei in verschiedenen Teilen der sozialen Medien schürte.

Veranstaltungen aus dem Kontext: Konzerte und Parolen

Einer der am meisten kritisierten Momente war ein Konzert, das von der irischen Gruppe Kneecap in Havanna organisiert wurde, während die Insel unter Stromausfällen litt und die Stromversorgung knapp war.

Angloamerikanischen Medien zufolge hatte die Veranstaltung eine geringe Teilnehmerzahl und wurde von Oppositionellen als ein Akt wahrgenommen, der von den Prioritäten einer Bevölkerung ohne grundlegende Dienstleistungen losgelöst war. Mit Parolen wie "Free Cuba, f–k Trump, f–k Netanyahu", die für viele Kubaner im Angesicht ihrer alltäglichen Bedürfnisse irrelevant sind.

Stimmen des Widerstands von der Zivilgesellschaft und Exilierten

Die Kritik beschränkte sich nicht nur auf Nachrichtenmedien. Kubanische Staatsbürger im Exil, Künstler und Aktivisten haben ihre Empörung zum Ausdruck gebracht.

Eine in den Vereinigten Staaten lebende Kubanerin bezeichnete die Ankunft des Konvois als eine „gigantische Beleidigung für das kubanische Volk“ und prangerte an, dass ausländischer Aktivismus Strom in Hotels verbraucht, während Hunderte von Haushalten ohne Energie auskommen müssen.

Salomé García Bacallao, kubanische Künstlerin im Exil in Miami, ging noch weiter: Sie erklärte, dass die Linke Kuba „besucht, als ob es eine Feier in einem Zoo wäre, bewundernd die Elend von einem Luxushotel aus“, und kritisierte die strukturelle Widersprüchlichkeit zwischen jenen, die dem Volk Opfer abverlangen, und jenen, die auf der Insel Annehmlichkeiten genießen.

Auch Manuel Cuesta Morúa, oppositioneller Aktivist in Kuba, bezeichnete den Konvoi als "politischen Zirkus", der von Anhängern eines Regimes gefördert wird, das die derzeitige Wirtschaftskrise ausgelöst hat. Er betonte, dass die strukturellen Probleme der Insel nicht durch internationale Delegationen gelöst werden können, die Fünf-Sterne-Hotels besuchen.

Kritiken an der Propaganda und Legitimierung des Regimes

Darüber hinaus haben kritische Stimmen darauf hingewiesen, dass der Konvoi als Werkzeug politischer Propaganda von der kubanischen Regierung genutzt wurde.

In öffentlichen Veranstaltungen hat der Regierungschef Miguel Díaz‑Canel die internationale Solidarität gelobt und Persönlichkeiten wie Jeremy Corbyn, Pablo Iglesias und andere Delegierte mit Ehren empfangen, was eine offizielle Erzählung der globalen Unterstützung für die sogenannte "Revolution" verstärkt, während die Bevölkerung jedoch mit schweren Mängeln konfrontiert ist.

Für viele Exilierte und Analysten ist dieser offizielle Empfang Teil eines Versuchs, die internationalen Kritiken entgegenzuwirken und ein Bild von externer Unterstützung zu projizieren, obwohl ein großer Teil der materielle Hilfe des Konvois – 20 Tonnen an Vorräten, Solarpanels und Medikamenten – auf Skepsis stößt, ob sie tatsächlich bei denen ankommt, die sie am dringendsten außerhalb offizieller Kreise benötigen.

Ein weiteres Spiegelbild einer komplexen Krise

Die Kontroverse um den 'Convoy Nuestra América' fügt sich in einen bereits äußerst kritischen Kontext für Kuba ein, in dem Stromausfälle, Proteste wegen Wassermangels und Nahrungsmittelknappheit sowie geopolitische Spannungen den Alltag von Millionen prägen.

Die Präsenz ausländischer Delegationen hat eine intensive internationale Debatte über Solidarität vs. politischen Schau, Privileg vs. reales Leiden und die ethische Verantwortung sozialen Bewegungen, die in diesen Zeiten zur Insel reisen, entfacht.

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