
Verwandte Videos:
Der kubanische Künstler Diango Hernández veröffentlichte an diesem Dienstag auf seinem Instagram-Account eine eindringliche politische Botschaft: "Freies Kuba! Keine Diktatoren mehr! Kein Kommunismus mehr!" ("FREE CUBA! NO MORE DICTATORS! NO MORE COMMUNISM!").
Die Veröffentlichung enthält die Hashtags #freecuba und #nomorecommunism sowie die Flaggen der Vereinigten Staaten und den Weißkopfseeadler. Der Beitrag markiert eine bemerkenswerte Wendung in der öffentlichen Äußerung des Künstlers, der historisch gesehen explizite politische Aussagen über das kubanische Regime vermieden hat und seine Kritik bevorzugt durch konzeptionelle Kunst kodifiziert hat.
Hernández wurde 1970 in Sancti Spíritus geboren und studierte am Instituto Superior de Diseño in Havanna, wo er 1994 seinen Abschluss machte. Im selben Jahr gründete er zusammen mit Ernesto Oroza, Juan Bernal, Francis Acea und Manuel Piña das Kollektiv Ordo Amoris Cabinet, mit dem er sich mit der Materialknappheit und den sozialen Problemen Kubas während des Besonderen Zeitraums beschäftigte. 2003 emigrierte er nach Europa und lebt derzeit in Düsseldorf, Deutschland.
Seine internationale Laufbahn positioniert ihn zwischen den cubanischen Künstlern mit der größten globalen Ausstrahlung: sein Werk gehört zur Sammlung des Museum of Modern Art in New York (MoMA), des Ludwig Museums in Köln und des MUSAC, unter anderem. 2009 erhielt er den Rubens-Preis und hat an den Biennalen in Venedig (2005), São Paulo und Sydney (2006) teilgenommen.
Der Kontrast zu seinen vorherigen Aussagen ist auffällig. In einem Interview erklärte er, dass sein einziges Pass der kubanische ist. Hernández hatte gesagt: "Ich habe mich niemals im Exil befunden. Mein einziges Pass ist das kubanische und meine ständige Wohnadresse ist in Centro Habana. Ich bin auf Reisen."
Seine Kritik am Regime hatte stets indirekte Wege beschritten: Er kodierte die Reden von Fidel Castro in visuellen Mustern und verwendete die Versos sencillos von José Martí als symbolischen Bezugspunkt in seiner Ausstellung 'Salvavidas', die im Dezember 2018 in Havanna eröffnet wurde, seine erste Ausstellung auf der Insel nach 13 Jahren Abwesenheit.
Die Veröffentlichung von Hernández kam am Vorabend des Free Cuba Rally, der am Mittwoch im Milander Park in Hialeah, Florida, stattfand, organisiert von Bürgermeister Bryan Calvo und der Stiftung Antikommunistische Kubaner.
Die Parolen des Rallys umfassten "Cuba Next!" gerichtet an Präsident Donald Trump, "Cuba Libre" und "Intervene Now. No Dialog", in einem Klima der zunehmenden Mobilisierung des kubanischen Exils, das anscheinend auch Figuren aus der Kunstwelt erreicht hat, die bis jetzt eine reserviertere Haltung eingenommen hatten.
Archiviert unter: