Ein Baby von gerade einmal anderthalb Monaten ist im Carlos Manuel de Céspedes Krankenhaus in Bayamo, Provinz Granma, verstorben, nachdem es nicht rechtzeitig das notwendige Antibiotikum zur Behandlung einer schweren, im eigenen Gesundheitszentrum zugezogenen Infektion erhalten hatte.
Der Fall wurde vom kubanischen Oppositionellen José Daniel Ferrer angezeigt, der Tage zuvor auf die kritische Situation des Mädchens und das Fehlen des Medikaments Aztreonam in Kuba hingewiesen hatte, das unerlässlich ist, um die Bakterie zu bekämpfen, die das Neugeborene betroffen hatte.
Das Mädchen, identifiziert als Naelis Barrio Oliveira, befand sich in der Intensivstation mit unterstützter Beatmung und unterzog sich mehreren Verfahren, während ihre Familie versuchte, das im Land nicht erhältliche Medikament zu beschaffen.
Laut Ferrer in einem Video erklärt hat, wurden sofortige Maßnahmen ergriffen, um das Antibiotikum im Ausland zu erwerben und auf die Insel zu bringen, sobald der Fall bekannt wurde.
Allerdings war es aufgrund der Tatsache, dass es sich um ein im Krankenhaus eingesetztes Medikament handelt und angesichts logistischer Einschränkungen, nicht möglich, es rechtzeitig zu liefern.
Der Opponent erläuterte, dass die Lieferung des Medikaments letztendlich dank der Zusammenarbeit mehrerer Personen zustande kam, die nicht nur das Antibiotikum, sondern auch die erforderlichen Materialien für dessen Anwendung zusammentragen konnten. Doch die Hilfe kam, als das Mädchen bereits verstorben war.
Ferrer schrieb den Tod des Babys der Krise des Gesundheitssystems in Kuba zu und machte das Regime direkt für den Mangel an unverzichtbaren Medikamenten verantwortlich, wobei er betonte, dass solche Situationen hauptsächlich die bedürftigsten Familien betreffen.
Er berichtete auch, dass nach Bekanntwerden des Falls Beamte der Staatssicherheit im Krankenhaus interveniert hätten, um herauszufinden, wie die Informationen über die Situation des Mädchens und das Fehlen des Medikaments durchgesickert waren.
Der Führer der Unión Patriótica de Cuba (UNPACU) erklärte, dass solche Tragödien nicht isoliert sind und warnte, dass weiterhin andere Kinder und ältere Menschen aufgrund des Mangels an Medikamenten und der schlechten Krankenhausbedingungen gefährdet sind.
Ebenso betonte er, dass während die herrschende Elite über Ressourcen und privilegierte medizinische Versorgung verfügt, die Mehrheit der Kubaner mit einem zusammengebrochenen System konfrontiert ist, das nicht in der Lage ist, in kritischen Momenten grundlegende Behandlungen zu garantieren.
Der Tod von Naelis Barrio Oliveira verdeutlicht erneut die Mängel des kubanischen Gesundheitssystems, in dem der Mangel an Medikamenten, die unzureichende Krankenhausversorgung und die Ungleichheit beim Zugang zur medizinischen Betreuung weiterhin Leben fordern.
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