Eine Zahlung, die in jedem anderen Kontext als Grund zur Erleichterung gelten könnte, verwandelte sich in einen Albtraum. Ein Kubaner teilte in den sozialen Medien das Bild von mehr als 200.000 kubanischen Pesos, die in Scheinen niedriger Denomination empfangen wurden, eine Szene, die schnell viral ging, weil sie das tägliche Chaos des Bargeldverkehrs auf der Insel verkörpert.
Im Video, veröffentlicht von José Luis Llanes Matos, ist ein Tisch zu sehen, der von endlosen Stapeln von Geldscheinen bedeckt ist, die in Blöcken organisiert sind, die kaum in der Lage sind, die Höhe des Betrags zu fassen. „Ich wurde mit mehr als 200k in 10er-Scheinen bezahlt“, schrieb er, begleitet von erstaunten Emojis. Das Bild beeindruckt nicht nur durch die Menge, sondern auch durch die offensichtliche Schwierigkeit, mit diesem Geld umzugehen.
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Zwischen Scherzen, Unglauben und Frustration konnten sich viele Nutzer mit einer Realität identifizieren, die in Kuba immer häufiger vorkommt. „Das wird gewogen, nicht gezählt“, bemerkte einer, während ein anderer ironisch anmerkte: „Und am Ende sagen sie dir, schau mal nach, ich glaube, 10 Pesos fehlen.“ Wieder andere waren direkter: „Das wird nicht akzeptiert“ oder „Mal sehen, wer das jetzt akzeptiert.“
Die Episode löste eine Debatte aus, die über die Anekdote hinausgeht. In einem Land, in dem der Zugang zu Bargeld unregelmäßig ist, die Banken Abhebungen begrenzen und das System der elektronischen Zahlungen sich nicht durchsetzen kann, verdeutlichen Situationen wie diese die Verzerrungen des Finanzsystems. Für viele ist es nicht nur unangenehm, Geld in kleinen Scheinen zu erhalten: Es ist im Alltag praktisch unbrauchbar.
Einige Kommentare spiegeln diesen Widerspruch wider: „Geld ist Geld“, verteidigte ein Nutzer, während ein anderer berechnete, wie viel Platz die gleiche Menge in Scheinen höherer Nennwerte einnehmen würde. Es gab auch jemanden, der an ähnliche Erfahrungen erinnerte, von der Bezahlung von Bußgeldern mit Münzen bis hin zum Transport großer Summen unter unpraktischen Bedingungen.
Jenseits des Humors hinterlässt die Szene eine schwebende Frage: Wozu dient Geld, wenn es ein Problem wird, es auszugeben?
Das Video kam zudem zu einem Zeitpunkt maximaler monetärer Spannungen auf der Insel. Tage zuvor hatte die Zentralbank bekannt gegeben, neue Scheine von 2.000 und 5.000 Pesos herauszugeben, die höchste Nennwert in der jüngeren Geschichte des Landes darstellen.
Die 5.000-Peso-Scheine begannen am vergangenen Donnerstag im Metropolitano-Bank in Havanna im Umlauf zu sein, mit einer schrittweisen Verteilung im Rest des Landes.
Dennoch wurde die Maßnahme in den sozialen Medien mit massiver Ironie empfangen. Der Satz mein Gehalt auf einem Schein wurde sofort viral, da das durchschnittliche staatliche Gehalt in Kuba zwischen 4.000 und 6.830 Pesos pro Monat liegt, was nur einem dieser neuen Scheine entspricht.
Beim informellen Wechselkurs stellt dieser Schein von 5.000 Pesos etwa 10 Dollar dar, was praktisch einem gesamten Monatsgehalt eines Staatsangestellten entspricht.
Auf der anderen Seite hat das kubanische Peso zwischen 2020 und 2026 95 % seines Wertes gegenüber dem Dollar verloren und ist von 42 Pesos pro Dollar auf über 520 gestiegen, während die Inflation die Preise seit 2010 um mehr als das Fünffache erhöht hat.
Die Bargeldkrise hat zusätzlich eine kritische logistische Dimension, denn in Havanna sind mehr als 50% der Geldautomaten außer Betrieb genommen worden, was von über 500 auf etwa 200 funktionierende Automaten reduziert wurde.
In diesem Kontext weigern sich einige Selbständige in der Hauptstadt bereits, Banknoten mit niedrigen Nennwerten, einschließlich der 10-Peso-Scheine, anzunehmen, und begründen dies mit ihrem geringen realen Wert.
Der kubanische Humorist Mario Sardiñas, bekannt als Chequera, fasste die Situation bezüglich der neuen Geldscheine mit Sarkasmus zusammen: Mach dich bereit für die Inflationsklasse, mein Freund.
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