Ein Video, veröffentlicht auf Facebook von dem Nutzer Yoel G. López, mit dem Titel "Welcher hat gewonnen?", zeigt einen Kraftwettbewerb zwischen zwei landwirtschaftlichen Traktoren in Kuba, der die Leidenschaft von Tausenden von Internetnutzern entfacht hat.
Die Dynamik ist so einfach wie spektakulär: Zwei Rücken an Rücken verbundene Traktoren versuchen, sich gegenseitig in einem mechanischen Wettkampf zu ziehen, etwas, das an das Spiel erinnert, das vor allem unter Männern verbreitet ist, bei dem man „ein Armdrücken“ macht und sieht, wer mehr Kraft hat.
Die Protagonisten des Duells sind ein "Yun" —mit Motor MTZ-80 von 80 PS— und ein moderner "Yumz", beide mit sowjetisch-belarussischem Ursprung und seit Jahrzehnten das Rückgrat der kubanischen Landwirtschaft.
Verschiedene Kommentatoren platzieren den Wettbewerb in Villa Clara.
Darien Guerra fasst es mit lokalem Stolz zusammen: "Beide sind gut, Villa Clara gibt richtig Gas."
Einer der Traktoren wird als der eines Fahrers identifiziert, der den Spitznamen Idelito trägt.
Lázaro Iturralde spart nicht mit Lob: "Der Yumz von Idelito, der Schrecken von Sagua und Santo Domingo."
Die Debatte in den Kommentaren ist sowohl technisch als auch leidenschaftlich. Mar Rey Peña diagnostiziert das Problem des Yuns: "Es fehlt ein Pilot im Yun, es zieht einfach, es muss sich vervierfachen."
Elier Morejón stimmt zu: "Das Problem, das ich sehe, ist, dass man eine sehr lange Geschwindigkeit einstellt und der Jün sich oft verhakt."
Reinaldo Junco Muñoz geht weiter ins mechanische Detail: "Der YUN mit einem Motor von 80 ist sehr gut, aber die Einspritzpumpe hinkt hinterher." Lázaro Domínguez fügt eine weitere Variable hinzu: "Das hohe Schloss geht den Hang hinunter und das andere geht den Hang hinauf", was einen Vorteil des Geländes suggeriert.
Es fehlen nicht die bedingungslosen Fans. José Ávila erklärt überzeugend: "Papa ist Papa yun". Ricael Martínez, der gelassener ist, nennt sie einfach "zwei Bestien". Und Yuliex Leal schließt mit Respekt: "Mein Respekt für diesen Betreiber des yun mit einem 80er Motor".
Trotzdem fehlen auch die kritischen Stimmen nicht. Yurkis Yurkis äußert den direktesten Vorwurf: "Fangt an zu pflanzen und lasst den Unsinn!" José Luis Prado Rivero zielt auf eine andere empfindliche Stelle: "Sie haben genug Öl, um es auszugeben", in Anspielung auf die chronische Treibstoffknappheit, unter der die Insel leidet.
Abel Rodríguez fügt die letzte Ironie über den Zustand des kubanischen Agrarsektors hinzu: "Und dann wird gestoppt, es gibt keine Teile."
Obwohl im Video nicht explizit zu erkennen ist, dass Wetten platziert wurden, macht der Kontext dies mehr als wahrscheinlich. Luis Zayas Guerrero lässt einen vielsagenden Satz fallen: „Die einzigen, die nicht wussten, dass sie verlieren würden, waren die wahren Besitzer“, was darauf hindeutet, dass etwas Wertvolles auf dem Spiel stand — und dass die Maschinen, möglicherweise staatlich, auf fremde Rechnung liefen.
Die illegalen Wetten sind in Kuba verboten und gemäß Artikel 219 des Strafgesetzbuches bestraft mit Freiheitsstrafen von ein bis drei Jahren oder Geldstrafen. Diese Praxis ist jedoch in inoffiziellen Wettbewerben im kubanischen Land üblich, von Motorradrennen bis hin zu Wettkämpfen mit Singvögeln, wo die populäre Unterhaltung angesichts des Mangels an Freizeitmöglichkeiten gedeiht.
Dies ist nicht das erste Mal, dass ein Traktor-Wettbewerb in Kuba viral geht: bereits 2018 kursierte ein ähnliches Video, was beweist, dass diese Tradition tief in dem Einfallsreichtum der Landwirte der Insel verwurzelt ist.
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