Kubaner kehren wegen der Energiekrise zu Herden aus den 80er Jahren zurück



Rustikale Küche in Kuba.Foto © Captura de Video/Facebook/Norge Quintero.

Ein Video, veröffentlicht auf Facebook von dem Kubaner Norge Quintero, aufgenommen in Baracoa, zeigt den Moment, als er einen handgefertigten Holzofen – einen Rocket Stove – entzündet, dessen Design auf das Jahr 1982 zurückgeht. Die Szene, scheinbar alltäglich, fasst mit Brutalität die Realität von Millionen Kubanern zusammen, die in der schlimmsten Energiekrise seit dem Besonderen Zeitraum gefangen sind.

Aber über seine Reichweite in den sozialen Medien hinaus hat das Video eine Flut von Kommentaren ausgelöst, die mit Humor, Ironie und Frustration den Alltag auf der Insel widerspiegeln.

Angesichts der Stromausfälle, die bis zu 24 Stunden dauern können, und der anhaltenden Knappheit an Flüssiggas, hängt das Kochen wieder von Methoden ab, die längst der Vergangenheit angehörten. Der sogenannte „Rocket Stove“, der in den achtziger Jahren entwickelt wurde — und von einigen Nutzern Dr. Larry Winiarski zugeschrieben wird — verbraucht weniger Brennstoff als herkömmliche Kochstellen, was ihn zu einer tragfähigen Alternative inmitten der Knappheit macht.

In den Kommentaren hingegen vermischt sich der kubanische Witz mit Satire. „Sieh dir diese Art von Flamme an“, sagt der Autor des Videos, während er das Feuer anhäftet, aber die Nutzer zögerten nicht zu reagieren: „Das ist ein Brenner, der das Eisen schmelzt“, witzelte einer. Ein anderer ironisierte: „Das ist bestens geeignet, um Aluminium zu schmelzen“, während jemand anderes zwischen Lachen warnte: „Arme Töpfe.“

Der Ruß, der bei dieser Art des Kochens unvermeidlich ist, wurde ebenfalls zum Thema der Debatte. „Und wo lässt du den Ruß?“, fragte ein Nutzer, gefolgt von einem anderen, der das tägliche Opfer zusammenfasste: „Und den Ruß beseitigen!!!!“.

Das Gespräch zeigte auch praktisches Wissen und Popkultur. Mehrere Nutzer identifizierten den Fogón als „nonó“, einen Namen, der in einigen östlichen Regionen verwendet wird, und teilten Empfehlungen zur Verbesserung seiner Funktionsweise, wie zum Beispiel die Regulierung des Luftzuflusses, um die Intensität der Flamme zu steuern.

Aber nicht alles war Humor. Zwischen den Lachen kamen Kommentare zum Vorschein, die den gesellschaftlichen Verschleiß widerspiegeln. „Zurück zur primitiven Gemeinschaft“, schrieb ein Nutzer. Ein anderer war direkter: „Was für eine Armut, mein Kuba“. Sogar gab es Leute, die die offizielle Erzählung mit Ironie in Frage stellten: „Ein weiterer Erfolg der Revolution“.

Die Diskrepanz zwischen der Rhetorik und der Realität wurde auch in scheinbar geringfügigen Details deutlich. Während der Autor des Videos von „Chicharrones“ spricht, reagieren mehrere Nutzer mit Unglauben: „Chicharrones von wo?“, „Wer isst das?“, als Anspielung auf die tatsächlichen Schwierigkeiten, auf Schweinefleisch in der Insel zuzugreifen.

Leicht von einem Einzelfall zu sprechen, haben sich in den letzten Monaten die Bilder von mit Holz beheizten Kochstellen auf Balkonen von Wohngebäuden in städtischen Gebieten vervielfältigt, eine Szene, die vor nur wenigen Jahren noch unvorstellbar gewesen wäre. Die Notwendigkeit zu kochen hat viele Kubaner dazu gebracht, immer prekärere Lösungen zu improvisieren, von dem Verbrennen von trockenen Blättern bis hin zum Bau von selbstgemachten Geräten aus verfügbaren Materialien.

Die Dimension der Krise ist tiefgreifend. Millionen von Kubanern überleben ohne stabilen Zugang zu konventionellen Energiequellen, inmitten eines kollabierten Stromsystems und einer kontinuierlichen Reduzierung der Kraftstoffversorgung.

„Sieh mal, was für eine tolle Verbindung, Papa… wie lecker“, ist im Video zu hören. Der Satz, zwischen Begeisterung und Resignation, fasst besser als jede Statistik die Stimmung eines Landes zusammen, das zwischen Witzen und Rauch versucht, voranzukommen.

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CiberCuba-Redaktionsteam

Ein Team von Journalisten, das sich verpflichtet fühlt, über kubanische aktuelle Themen und globale Interessen zu berichten. Bei CiberCuba arbeiten wir daran, wahrheitsgemäße Nachrichten und kritische Analysen zu liefern.

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