Kubanerinnen und Kubaner müssen sich Prügel wegen des Mülls gefallen lassen: „Wer ist der Eigentümer?“



Kampf um den Müll.Foto © Captura de Video/Facebook/Lnt Kbola

Eine schmerzhafte und erschütternde Szene ist in den sozialen Medien viral geworden, in der zwei Personen in Kuba mitten auf der Straße wegen etwas kämpfen, das in einem anderen Kontext als Abfall betrachtet werden würde.

Das Video, das von dem Nutzer Lnt Kbola auf Facebook verbreitet wurde, zeigt den Moment, in dem sich zwei Personen gegenüberstehen, während andere zuschauen, ohne einzugreifen. Der Grund, wie Zeugen in dem Video berichten, ist ebenso brutal wie aufschlussreich: Sie stritten sich um den Müll und kämpften um die Kontrolle darüber, als wäre es eine wertvolle Ressource.

„Kämpfen sie wegen dem Müll?“, fragt der Autor des Videos zweifelnd, während er filmt. Die Antwort, die er erhält, ist direkt: ja, der Streit geht „um den Müll“. Die Szene ist so schockierend für ihn, dass er beschließt, sie festzuhalten, auch wenn er zugibt, dass er das eigentlich nicht wollte.

Das Zeugnis spiegelt eine Realität wider, die auf der Insel immer sichtbarer wird, wo die Prekarität viele Menschen dazu gebracht hat, unter den Abfällen nach wiederverwendbaren oder verkäuflichen Gegenständen zu suchen. Was früher unvorstellbar war, führt heute zu Konflikten: „als wäre es eine Verkaufsstelle… ‚das ist mein Platz‘“, kommentiert der Mann und vergleicht den Streit mit territorialen Auseinandersetzungen zwischen informellen Verkäufern.

Im Video ist auch ein weiteres besorgniserregendes Element zu erkennen: die Normalisierung. Niemand interveniert. Niemand trennt. Niemand will sich „einmischen“. Die Gewalt geschieht ganz offen, während der Rest zusieht oder einfach seinen Weg weitergeht.

„Es wird von schlecht zu schlimmer“, beklagt der Autor, sichtlich betroffen von dem, was er gerade miterlebt hat.

Jenseits des konkreten Vorfalls zeigt die Szene eine tiefere Realität: den täglichen Kampf ums Überleben inmitten von Knappheit, wo selbst der Müll Anlass zu Konflikten werden kann. Für viele Kubaner, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Insel, ist das Video nicht nur erschütternd, sondern bestätigt zudem, in welchem Ausmaß sich die Lebensbedingungen verschlechtert haben.

Das vollständige Material wird, so kündigte es der Autor an, auf YouTube veröffentlicht. In der Zwischenzeit zirkuliert der Ausschnitt bereits weit und erzeugt Empörung, Traurigkeit und eine unvermeidliche Fragestellung: Wie konnte es zu diesem Punkt kommen?

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CiberCuba-Redaktionsteam

Ein Team von Journalisten, das sich verpflichtet fühlt, über kubanische aktuelle Themen und globale Interessen zu berichten. Bei CiberCuba arbeiten wir daran, wahrheitsgemäße Nachrichten und kritische Analysen zu liefern.

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