Eine Kubanerin, die in Santiago de Cuba lebt, veröffentlichte an diesem Donnerstag ein Video auf TikTok, in dem sie alles zeigt, was sie für einen Monat gekauft hat, mit Gesamtausgaben von 45.700 kubanischen Pesos, was ungefähr 86 Dollar entspricht.
Die Content-Erstellerin, identifiziert als Brianita_vlog (@briana5254), gab beim Einkauf in einem privaten Geschäft namens La Cubana aus, das sich an der Ecke Calvario und San Ricardo in Santiago de Cuba befindet und von neun Uhr morgens bis fünf Uhr nachmittags geöffnet ist.
Unter den gekauften Produkten befinden sich Kaffee, Käse, Schinken, Schweinefleisch, Lendenstück, Bohnen, Reis, Joghurt, Olivenöl, Spaghetti, Tomatensauce, Mayonnaise, Kondensmilch, Gelatine, Sardinen und einige Süßigkeiten.
Das Video reagiert direkt auf Kritiken, die die Autorin in den sozialen Medien erhalten hat. "Ich bekomme viele Kommentare, in denen mir vorgeworfen wird, ich sei eine Lügnerin, weil ich sage, dass es in Kuba doch Essen gibt, dass ich Millionärin sei oder mit der Familie des Präsidenten verwandt sei oder für den Staat arbeite", erklärte sie in der Aufnahme.
Der Ausgabenbetrag entspricht fast dem Siebenfachen des durchschnittlichen Gehalts in Kuba, das bei etwa 6.930 kubanischen Pesos pro Monat liegt, was den wirtschaftlichen Aufwand, den dieser Kauf für die Mehrheit der Kubaner darstellt, in Perspektive setzt.
In Bezug auf den Wechselkurs erreichte der Dollar einen historischen Rekord von 530 kubanischen Pesos auf dem informellen Markt, während der offizielle Kurs der Banco Central de Cuba bei 492 Pesos pro Dollar lag.
Es ist nicht das erste Mal, dass eine Kubanerin ihre Ausgaben für Lebensmittel dokumentiert. Eine andere Content-Erstellerin beschrieb den Prozess der Beschaffung als Ausdauersport, während eine weitere eine monatliche Lebensmittelkauf von 90.000 kubanischen Pesos, möglich dank familiärer Unterstützung aus dem Ausland durchführte.
Die Preise für Grundnahrungsmittel auf der Insel bleiben weiterhin hoch. Kürzlich wurde berichtet, dass Bohnen zu 285 Pesos pro Pfund verkauft wurden, mit einem Kauflimit pro Haushaltsgemeinschaft, eine Situation, die die weit verbreitete Knappheit widerspiegelt.
Die wirtschaftliche Krise, die Kuba durchläuft, ist tiefgreifend: der kubanische Peso hat seit 2020 95% seines Wertes verloren, was die Lebenshaltungskosten für die Bevölkerung stark erhöht hat. Schätzungen zufolge übersteigt der Lebensunterhalt in Kuba 50.000 Pesos monatlich pro Person, eine Summe, die für diejenigen, die ausschließlich von einem staatlichen Gehalt abhängen, unerreichbar ist.
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