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Chinesische Hacker konnten in die Systeme der kubanischen Botschaft in Washington D.C. eindringen und auf die E-Mails von 68 Diplomaten zugreifen, darunter der Botschafter und der stellvertretende Missionsleiter, wie am Mittwoch von der Cybersicherheitsfirma Gambit Security in einem Bericht veröffentlicht von Bloomberg bekannt gegeben wurde.
Der Angriff, der im Januar 2026 begann, fand während einer der heikelsten Phasen des kubanischen Regimes statt, geprägt von der Entscheidung der Trump-Administration, die Öl Lieferungen auf die Insel zu blockieren. Diese Maßnahme verschärfte die Energiekrise und führte zu massiven Stromausfällen, die einen großen Teil des Landes betrafen, mit Stromausfällen von bis zu 25 oder 30 Stunden täglich in weiten Gebieten des Territoriums.
Laut den Forschern nutzten die Hacker alte Sicherheitslücken in den Microsoft Exchange-Mailservern der Botschaft aus. Diese Schwachstellen, die seit mindestens fünf Jahren nicht behoben wurden, ermöglichten es ihnen, ohne große Hindernisse auf die vollständigen Posteingänge von politischen und geheimdienstlichen Mitarbeitern Kubas zuzugreifen.
„Dieser Hack zeigt, wie globale Ereignisse die Cyberaktivitäten antreiben“, erklärte Curtis Simpson, Strategiechef von Gambit Security, und betonte die Verbindung zwischen der internationalen Situation und solchen Operationen.
Der Umfang der Spionage ist besonders sensibel, wenn man bedenkt, dass seit Februar 2026 Havanna und Washington hochrangige diplomatische Gespräche führen. In diesem Zusammenhang hat die kubanische Regierung mehr als 2.000 politische Gefangene freigelassen, als Teil eines Verhandlungsprozesses, der möglicherweise teilweise durch die Offenlegung von Kommunikationen beeinträchtigt wurde.
Für die Analysten bietet der Zugang zu diesen E-Mails Peking einen entscheidenden strategischen Vorteil, da er es ihnen ermöglicht, aus erster Hand den tatsächlichen Zustand der Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten zu erfahren, zwei Länder, deren bilaterale Dynamik weiterhin von großem geopolitischen Interesse ist.
Die gleiche Gruppe von Hackern führte im gleichen Zeitraum auch Angriffe auf die venezolanische Regierung und ihr Außenministerium durch, was auf eine breitere Operation in der Region hindeutet. Darüber hinaus exploitierte sie eine weitere Schwachstelle im Entwicklungswerkzeug React, mit dem sie weltweit innerhalb von weniger als einer Woche etwa 5.000 Server kompromittierten, darunter Systeme des Texas Department of Health and Human Services und der Investmentfirma Santé Ventures.
Der Abschnitt fügt der Beziehung zwischen Kuba und China eine Ebene der Komplexität hinzu. Seit Jahren deuten Geheimdienstberichte auf die Präsenz chinesischer Einrichtungen auf der Insel hin, die für Spionagetätigkeiten gegen die Vereinigten Staaten bestimmt sind, an Orten wie Bejucal, El Wajay, Calabazar und El Salao. Dieser neue Angriff deutet jedoch darauf hin, dass Peking auch seine eigenen Verbündeten genau im Auge behält.
Weder die kubanische Botschaft in Washington noch die chinesische Vertretung haben auf Anfragen von Bloomberg zu dem Vorfall geantwortet.
Simpson warnte, dass sich diese Art von Bedrohungen kurzfristig verstärken könnte, insbesondere durch den zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz durch die Angreifer. „Wir sprechen viel über neue Schwachstellen, aber wir haben immer noch die seit langem bestehenden Mängel nicht behoben, die diese Angriffe ermöglichen“, merkte er an.
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