Der kubanische Actor Humberto Miranda veröffentlichte am vergangenen Samstag ein Video auf Instagram, aufgenommen an Bord eines Bootes in Miami, in dem er seiner Tochter auf die Frage antwortet, die dem Clip den Titel gibt: Warum lieben alle Kubaner Boote?
Miranda wird von mehreren Generationen von Kubanern erinnert, weil er als Kind den Baseballspieler Yosvany in der ikonischen kubanischen Fernsehserie Los pequeños campeones verkörpert hat, die vom ICRT Ende der 80er Jahre produziert und in den 90er Jahren wiederholt wurde. Heute lebt er in Miami, wo er als audiovisueller Produzent arbeitet.
Im 54-sekündigen Clip erscheint die Tochter etwas verlegen, weil ihr Vater ankündigt, dass er das Video in sozialen Medien hochladen wird, aber Miranda besteht darauf, die Frage mit einer Lektion zu beantworten, die sie für grundlegend hält.
„Wir in Kuba durften nicht mit dem Boot fahren. Wir konnten nicht mit dem Boot fahren. Denn wer mit dem Boot fuhr, der ging in die Yuma. Der ging in den Norden, verstehst du?“ erklärt er.
Von dort an wird der Alltag zu einer Reflexion über die Freiheit: „Das ist Freiheit. Es wird wie wirtschaftliche Freiheit erscheinen, es wird wie eine Dummheit erscheinen, was ich dir sage.“
Die zentrale Botschaft des Videos ist eine Warnung, die Miranda direkt an ihre Tochter richtet: „Erlaube niemals, dass jemand, aber wirklich niemand, dir sagt, du kannst dir kein Boot kaufen. Deshalb leben wir in einem Land der Freiheit, deshalb hat dich ein Land der Freiheit hervorgebracht.“
Am Ende erkennt der Schauspieler humorvoll an, dass seine Tochter denkt, er würde ihr „Paroli bieten“, aber er verteidigt die Wichtigkeit der Botschaft: „Es ist wichtig, den Kindern zu zeigen, wo wir leben.“
Das von Miranda erwähnte Verbot hat eine reale Grundlage. In Kuba gibt es kein ausdrückliches parlamentarisches Gesetz, aber die Marinebehörde wendet eine administrative Einschränkung an, die es den Bürgern verbietet, mit Freizeitbooten zu fahren. Die einzige Ausnahme gilt für Kubaner, die mit Ausländern verheiratet sind, und unterliegt einem bürokratischen Verfahren, das ein Schreiben des Ehepartners, eine Heiratsurkunde und die Genehmigung einer von einem Oberst geleiteten Kommission umfasst. Selbst dann ist das Fahren nur in inneren Gewässern erlaubt.
Diese Einschränkung ist historisch mit der staatlichen Kontrolle über die irreguläre Auswanderung über See verbunden, ein Phänomen, das Kuba seit dem Exodus von Mariel im Jahr 1980 geprägt hat, über die Krise der Balseros von 1994, bis zu den jüngsten Migrationswellen.
Miranda, die ebenfalls an der Serie La influencer de PRONYR TV im Jahr 2024 teilgenommen hat, ist in sozialen Medien aktiv, wo sie ihre Gedanken über das Leben im Exil und die kubanische Kultur teilt.
Das Video fand großen Anklang in der kubanischen Gemeinde im Ausland, und Mirandas Antwort an ihre Tochter wurde zu einer Synthese dessen, was es für viele kubanische Emigranten bedeutet, etwas so Einfaches wie Segeln gehen zu können.
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