„Alles ist zerstört“: Bilder aus Cárdenas wecken Traurigkeit und Sehnsucht



Cárdenas, Matanzas, KubaFoto © Facebook Rockie Perrie Guau

Ein Video, das auf Facebook von Rockie Perrie Guau veröffentlicht wurde, zeigt den aktuellen Zustand eines belebten Bereichs der Stadt Cárdenas, Matanzas, wo einst das historische Café Plaza Malacoff betrieben wurde, und hat eine Welle von Schmerz und Nostalgie unter Kubanern innerhalb und außerhalb der Insel ausgelöst.

Die Bilder vom urbanen Verfall in Cárdenas zeigen Gebäude mit zwei und drei Etagen, deren Farbe abblättert, beschädigte Wände, tiefere Risse im Pflaster, Schlaglöcher und freiliegende Erde, sowie eine Ansammlung von Schutt und Müll mitten in der Kreuzung.

Die Straße wirkt praktisch leer, mit kaum einem Lastwagen und zwei oder drei Personen im Hintergrund, ein Bild, das an eine Geisterstadt erinnert.

Das Video sammelte in wenigen Stunden über 17.000 Aufrufe und 167 Kommentare, mit Reaktionen, die Traurigkeit über die Vernachlässigung und Erinnerungen an bessere Zeiten vermischen.

«An diesem Ort gab es einen Caracol-Laden. Ich habe es geliebt, dort einzukaufen», schrieb eine Nutzerin. Eine andere Person erinnerte sich liebevoll an den Ort: «Dort verkauften sie leckeres Brot und Pizzateige. Ich bin nicht aus Cárdenas, aber es ist wie meine zweite Heimat, danke für alles Cárdenas, schöne Stadt, wunderbare Menschen.»

Ein Internetnutzer drückte seine Trauer mit Hoffnung aus: „Wie traurig, ich war jedes Mal, wenn ich nach Kuba ging, mit meinem Vater, meinem Onkel und meinem Cousin dort und wir hatten immer viel Spaß beim Biertrinken. Bald wird es besser sein.“

Das am häufigsten geteilte Gefühl wurde in diesem Kommentar zusammengefasst: «Cárdenas ist zerstört, es bleibt nur die Erinnerung an eine wohlhabende und strahlende Stadt, aber eines Tages wird sie aus ihrer Asche wieder auferstehen.»

Der Verfall, den die Bilder zeigen, ist kein isoliertes Phänomen und entspricht nicht nur dem Verlassen der städtischen Landschaft. Die Menschen leiden unter dem Anstieg der Armut sowohl im sozialen als auch im individuellen Bereich.

Vor kurzem konnte man sehen, wie die Rentner in Cárdenas lange Schlangen vor den Banken bilden, um Renten von gerade einmal 4.000 kubanischen Pesos, etwa neun Dollar, zu erhalten, wie das Cubane Observatory for Human Rights im November 2025 dokumentierte.

Ese gleiche Organismus schätzt, dass 89% der kubanischen Bevölkerung in extremer Armut lebt, wobei die älteren Erwachsenen am stärksten betroffen sind.

Die Provinz Matanzas, in der sich Cárdenas befindet, verzeichnete im Dezember 2025 Stromausfälle von bis zu 30 Stunden am Stück, wobei Familien nur ein oder zwei Stunden Strom pro Tag erhielten.

Das Muster des Verfalls wiederholt sich in anderen kubanischen Städten. Ein historisches Juwel, das zu Ruinen geworden ist wurde im April dieses Jahres in Holguín dokumentiert, wo der alte Bahnhof aus dem 19. Jahrhundert zu einer Müll- und Schuttablage umgewandelt wurde.

Andere emblematische Orte erleiden das gleiche Schicksal: ein verlassener Ort in Boca Ciega wurde im Juni 2025 als weiteres Beispiel für den ungebremsten urbanen Zerfall dokumentiert, der sich über die ganze Insel ausbreitet.

Cárdenas, bekannt als die „Flaggenstadt“, weil der General Narciso López dort am 19. Mai 1850 zum ersten Mal die kubanische Flagge mit dem einsamen Stern hisste, war auch Pionierin der öffentlichen Elektrifizierung in Kuba, die 1889 eingeweiht wurde.

Heute erscheint die Stadt, die so viele erste Momente der kubanischen Geschichte geprägt hat, in den Bildern von Rockie Perrie Guau als ein stummes Zeugnis der Vernachlässigung, der die Diktatur ihre eigenen Städte ausgesetzt hat.

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CiberCuba-Redaktionsteam

Ein Team von Journalisten, das sich verpflichtet fühlt, über kubanische aktuelle Themen und globale Interessen zu berichten. Bei CiberCuba arbeiten wir daran, wahrheitsgemäße Nachrichten und kritische Analysen zu liefern.

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