Kinder zwischen Protesten: Eindrucksvolle Szene in einer Straße von Havanna

Kinder und ganze Familien blockierten Straßen in Havanna, um gegen Stromausfälle von bis zu 22 Stunden zu protestieren, in der größten Welle von Demonstrationen seit dem Ausbruch der Energiekrise.



Kinder bei ProtestenFoto © Videoaufnahme / Local 10 Nachrichten

Eine am Freitag veröffentlichte Bildaufnahme des Kanals WPLG Local 10 News zeigt eine Gruppe von 20 bis 30 Personen — darunter Frauen, Männer und Kinder — die eine Straße in Havanna blockieren. Im Vordergrund ist ein weißer Polizeiwagen von Hyundai mit eingeschaltetem Blaulicht gut sichtbar, mitten in den Protesten, die die kubanische Hauptstadt seit dem 13. Mai erschüttern.

Die Proteste, ausgelöst durch Stromausfälle von bis zu 22 Stunden täglich, breiteten sich in mindestens 12 habaneros Gemeinden aus, darunter Guanabacoa, Marianao, Playa, San Miguel del Padrón, Luyanó, Santos Suárez, Habana del Este, Regla, Boyeros, El Vedado, Nuevo Vedado und Puentes Grandes.

Reuters bezeichnete die Nacht vom 13. Mai als den größten Protesttag in Havanna seit der Verschärfung der Energiekrise.

Die Nachbarn blockierten Straßen mit brennendem Müll, errichteten Barrikaden und skandierten Parolen wie „Nieder mit der Diktatur!“, „Strom und Essen!“ und „Zündet die Lichter an!“.

Die Anwesenheit von Kindern unter den Demonstranten wurde zu einem der beeindruckendsten Elemente der internationalen Berichterstattung, dokumentiert sowohl von WPLG Local 10 als auch von dem Journalisten Patrick Oppmann von CNN.

Eine kubanische Mutter, die von Oppmann während eines Protests gefilmt wurde, fasste den Zustand der Verzweiflung der Familien zusammen: „Die Kinder haben nichts zu essen, gehen nicht zur Schule, wir sind verzweifelt“.

Die zugrunde liegende Krise ist strukturell: die Unión Eléctrica de Cuba prognostizierte für die Spitzenzeiten eine Erzeugungskapazität von nur 976 MW bei einer Nachfrage von 3.150 MW, was einem Defizit von 70 % der Insel ohne gleichzeitig Strom entspricht.

Der Minister für Energie und Bergbau, Vicente de la O Levy, erkannte an, dass das Land seine Reserven an Heizöl und Diesel vollständig erschöpft hatte, und bestätigte Stromausfälle von 20 bis 22 Stunden täglich in einigen Stromkreisen der Hauptstadt.

Kuba benötigt täglich etwa 100.000 Barrel Kraftstoff und produziert nur etwa 40.000 selbst; im Jahr 2026 hätten bis jetzt nur zwei Tankschiffe offiziell Kraftstoff entladen.

Die Reaktion des Regimes umfasste polizeiliche Repression mit Schlägen gegen Demonstranten im Stadtteil Playa am 14. Mai, umfassende Internetabschaltungen sowie den Einsatz von „schwarzen Helmen“ und Patrouillen des Staatssicherheitsdienstes.

Die Botschaft der Vereinigten Staaten in Havanna hat am 14. Mai eine Sicherheitshinweis herausgegeben, in dem amerikanische Bürger gewarnt werden, die Demonstrationsgebiete zu meiden.

Der soziale Kontext ist ebenso gravierend: das Kubanische Konfliktobservatorium verzeichnete 1.133 Proteste allein im April 2026, was einem Anstieg von 29,5 % im Vergleich zum selben Monat 2025 entspricht, während das Food Monitor Program schätzte, dass 96,91% der kubanischen Bevölkerung im selben Monat keinen angemessenen Zugang zu Nahrungsmitteln hatte.

Die UNO warnte im April 2026, dass auf die Gesundheit, das Wasser, die sanitären Einrichtungen, die Lebensmittel, die Bildung, den Transport und die Telekommunikation in Kuba hat.

Mientras die kubanischen Familien, einschließlich ihrer Kinder, aus Verzweiflung auf die Straßen gingen, forderte der Ministerpräsident Manuel Marrero die Beamten auf, „auf der Straße“ zu sein —bezogen auf das Management der Krise— ohne konkrete Lösungen für den energetischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch, unter dem die Insel leidet, anzubieten.

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