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Der kubanische Sport, einst ein nationaler Stolz und ein propagandistisches Schaufenster des kommunistischen Regimes, erlebt derzeit eine seiner schlimmsten Phasen seit Jahrzehnten und trägt zerstörte Einrichtungen, einen Mangel an Ressourcen, Ernährungsengpässe in den Schulen und eine ständige Abwanderung von Athleten.
Diese Details prägen heute die Realität eines Systems, das einst ein Beispiel in Lateinamerika war; gerade deshalb hat der Präsident des Kubanischen Olympischen Komitees (COC), Roberto León Richards, inmitten dieser strukturellen Krise ein Memorandum of Understanding mit dem Olympischen und Paralympischen Komitee Saudi-Arabiens unter dem Vorsitz von Prinz Abdulaziz Bin Turki Alfaisal Al Saud unterzeichnet.
Laut der Seite JIT wurde das Abkommen in Riad, der saudischen Hauptstadt, während der VI. Spiele der Islamischen Solidarität unterzeichnet und zielt – so die offizielle Mitteilung – darauf ab, “die Zusammenarbeit zu entwickeln und freundschaftliche Beziehungen zu fördern, die auf den Prinzipien von Respekt und gemeinsamen Interessen basieren.”
Kooperation und Training... auf dem Papier
Das Memorandum sieht den Austausch von Sportprogrammen, die Ausbildung von technischen und administrativen Fachkräften sowie die Schulung von Trainern, Schiedsrichtern und Offiziellen vor. Es beabsichtigt auch, Besuche von Funktionären und nationalen Teams zu fördern und den direkten Kontakt zwischen Verbänden und Komitees von Athleten beider Länder zu unterstützen.
Dennoch wirft der interne Kontext in Kuba ernsthafte Zweifel an der tatsächlichen Wirkung dieser Art von Vereinbarungen auf. Die Hochleistungszentren sind stark verfallen, viele junge Sportler trainieren mit minimalen Ressourcen, und die Grundnahrungsmittel sind sogar in den Sportschulen rar.
In der Praxis könnte das Memorandum mit Saudi-Arabien eine wirtschaftliche und symbolische Rettungsleine für die Sportstruktur des Regimes darstellen, mehr als eine echte Strategie zur Entwicklung.
Sportdiplomatie und politische Überlebensfähigkeit
Während seines Besuchs führte Richards Gespräche mit internationalen Persönlichkeiten wie Robin E. Mitchell, Präsident der Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees (ANOC), und Gunilla Lindberg, Generalsekretärin der Organisation. Diese Kontakte zielen darauf ab, Kuba innerhalb der Einflusskreise des internationalen Olympismus zu halten, zu einem Zeitpunkt, an dem das Land an Prestige und Repräsentation aufgrund der massenhaften Abwanderung von Talenten verliert.
Die Vereinbarung mit Saudi-Arabien fügt sich zudem in die Interessenpolitik, die das kubanische Regime in den letzten Jahren verfolgt hat, um Investitionen oder politische Unterstützung von Ländern mit finanziellen Ressourcen zu gewinnen, unabhängig von deren ideologischer Ausrichtung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Abkommen ein weiterer Versuch ist, ein vom Krisenzustand, von fehlenden Ressourcen und dem Exodus der Athleten ersticktes Sportmodell am Leben zu erhalten, das auf der Insel nicht mehr die Zukunft bietet, die man ihnen versprochen hat.
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