Cubanos bringen Trommeln für Yemayá auf hoher See in den Gewässern von Miami: "Geschenk für sie"

Cubanos in Miami ehrten Yemayá auf hoher See während des Muttertags und kombinierten Musik mit Spiritualität. Die Veranstaltung zeigte die kulturelle und religiöse Verbindung der kubanischen Diaspora.


Eine Gruppe von Kubanern in Miami feierte ein emotionales Tribut an Yemayá, die Meeresorisha der Yoruba-Religion, an Bord einer kleinen Yacht auf offener See. Der religiöse Akt fand am vergangenen Muttertag in den Gewässern im Süden Floridas statt, als besondere Opfergabe an die afrikanische Gottheit.

In einem auf der Social-Media-Plattform TikTok vom Benutzer @elbombydelmundoire verbreiteten Video sind mehrere Gläubige zu sehen, die ein Trommelspiel zu Ehren von Yemayá aufführen, begleitet von Gesängen und Batá-Trommeln.

An Bord des Bootes warfen die Teilnehmer weiße Blumen ins Meer und legten eine in Weiß gekleidete Puppe, ein Symbol für die Orisha, nieder, während sie Gebete und zeremonielle Klänge anstimmten.

„Ein Geschenk für sie“, schrieb der Verantwortliche für das Hochladen des Videos der Zeremonie und hob die Spiritualität und den Respekt hervor, die den Akt umgaben, der Musik, Glauben und Meer in einem intimen und kraftvollen Tribut vereinte.

Die Feierlichkeit, obwohl sie nicht im offiziellen Kalender der afro-kubanischen Religionen verankert ist, fiel auf ein wichtiges Datum für viele Familien: den Muttertag.

Yemayá, die als Mutter aller Orishas und Beschützerin des Meeres gilt, ist eine der am meisten verehrten Gottheiten in der Santería und anderen Ausformungen der afrokubanischen Religion, sowohl in Kuba als auch in der Diaspora.

Die Gottesdienste zu Ehren von Yemayá in Miami haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und spiegeln die Beständigkeit religiöser Traditionen unter den emigrierten Kubanern wider, die in diesen Ritualen eine Möglichkeit finden, sich mit ihren kulturellen und spirituellen Wurzeln zu verbinden.

Häufig gestellte Fragen zu Yemayá und den Feierlichkeiten in der Santería

Wer ist Yemayá in der afrokubanischen Religion?

Yemayá ist eine der wichtigsten Orishas in der Santería und repräsentiert das Meer, die Maternität und den Schutz. Sie wird als die Mutter aller Orishas in der Yoruba-Tradition angesehen, aus der die kubanische Santería hervorgeht.

Warum werden im Meer Opfergaben an Yemayá gemacht?

Die Opfergaben an Yemayá im Meer sind eine Tradition in der Santería, die die Orisha als Beschützerin des Meeres ehrt. Diese Zeremonien beinhalten oft Blumen, Puppen und Gebete und sind eine Möglichkeit, Dankbarkeit auszudrücken sowie Schutz und Segnungen zu erbitten.

Wie hat TikTok die Verbreitung der Santería beeinflusst?

Plattformen wie TikTok haben als Raum für die Verbreitung kultureller und religiöser Aspekte gedient, einschließlich der Santería. Obwohl viele Beiträge aus Unterhaltungsgründen erstellt werden, tragen sie zur Verbreitung des Wissens über diese Traditionen und ihre Bedeutung in der kubanischen Kultur bei.

Welche Beziehung besteht zwischen Yemayá und der Jungfrau von Regla?

Im synkretistischen Religionsverständnis Kubas wird Yemayá mit der Jungfrau von Regla assoziiert, aufgrund ihrer Ähnlichkeiten als Beschützerinnen des Meeres und mütterliche Figuren. Diese Fusion spiegelt wider, wie afrikanische Glaubensvorstellungen während der Kolonialisierung mit den katholischen Bräuchen integriert wurden.

Wie wird der Tag der Yemayá in Kuba gefeiert?

Jedes Jahr am 7. September versammeln sich Tausende von Menschen in Kuba, um Yemayá und der Jungfrau von Regla ihre Ehre zu erweisen. Die Feierlichkeiten umfassen katholische Messen und Santería-Zeremonien, wodurch eine Atmosphäre des tiefen Respekts und der Hingabe gegenüber beiden Figuren entsteht.

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Yare Grau

Gebürtig aus Kuba, lebe ich jetzt in Spanien. Ich habe Sozialkommunikation an der Universität von Havanna studiert und später ein Studium der audiovisuellen Kommunikation an der Universität von Valencia abgeschlossen. Derzeit bin ich Teil des CiberCuba-Teams als Redakteurin in der Unterhaltungssektion.