Der kubanische Tourismus erholt sich nicht und verzeichnet im April einen Rückgang von fast 30 Prozent

Die Hotelauslastung ist niedrig und die Einnahmen sinken, trotz der Investitionen in die Infrastruktur. Experten kritisieren die Strategie der Regierung.

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Der Tourismus in Kuba kann im Jahr 2025 nicht an Fahrt gewinnen, laut den aktuellsten Zahlen des Nationalen Amts für Statistik und Information (ONEI), die einen alarmierenden Rückgang des Sektors im Monat April offenbaren, was im Einklang mit der anhaltenden Verschlechterung steht, die bereits das erste Quartal des Jahres geprägt hat.

Die offiziellen Daten, die in diesem Monat veröffentlicht wurden, zeigen, dass bis April 2025 insgesamt 991.103 Reisende auf die Insel gekommen sind, was lediglich 78,9 % der Gesamtzahl im gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht, also 265.777 weniger Besucher.

Der Rückgang ist unter den internationalen Besuchern noch ausgeprägter, die 741.106 ausmachten, was 72,4 % derjenigen entspricht, die zwischen Januar und April 2024 angekommen sind (282.983 weniger als 2024, als 1.024.089 Touristen empfangen wurden).

Daten der ONEI

Dieser neue Rückgang von 27 bis 30 % bei den wichtigsten Indikatoren verstärkt den bereits im ersten Quartal sichtbaren negativen Trend, als die Insel nur 571.772 internationale Touristen empfangen konnte, was einem Rückgang von 29,3 % im Jahresvergleich entspricht.

Eines der besorgniserregendsten Daten ist die Hotelauslastung, die in den ersten drei Monaten des Jahres bei nur 24,1 % lag, so die eigene ONEI. Das bedeutet, dass weniger als ein Viertel der verfügbaren Übernachtungskapazitäten genutzt wurde, selbst in dem Zeitraum, der traditionell das beste Quartal des Jahres für den Tourismus in Kuba ist.

In diesem Zeitraum fielen die Übernachtungen von über 5 Millionen auf nur 3,6 Millionen, während die Tourismuseinnahmen um 21,5 % zurückgingen, von 44.411 Millionen auf 34.860 Millionen kubanische Pesos.

Der Einfluss war auch bei den ausländischen Betreibern offensichtlich. Die Hotelkette Meliá berichtete von einem Rückgang der Einnahmen pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) um 20,8 % und einer Belegung von nur 40,5 % in ihren Hotels auf der Insel, verglichen mit noch robusteren Zahlen in anderen internationalen Märkten.

Der Rückgang betrifft hauptsächlich traditionelle Märkte wie Kanada sowie den Tourismus der kubanischen Diaspora, die durch hohe Preise, bürokratische Einschränkungen und die prekären Bedingungen auf der Insel belastet wird.

Der anhaltende Verfall des Sektors hat die Debatte über die Investitionsstrategie der kubanischen Regierung entfacht.

Trotz der geringen Leistung setzt das Regime weiterhin bedeutende Ressourcen für den Bau von Hotels und andere touristische Infrastrukturen ein, während lebenswichtige Sektoren wie Gesundheit, Bildung und Landwirtschaft vor tiefgreifenden Mängeln stehen.

Der Ökonom Pedro Monreal bezeichnete den Verfall des Tourismus als „strukturell“ und warnte vor derDisconnect zwischen den Investitionen im Sektor und deren tatsächlicher Rentabilität.

„Der internationale Tourismus beanspruchte im ersten Quartal nicht einmal ein Viertel der Hotelkapazitäten. Das ist ein schlechteres Ergebnis als 2024 und widerspricht der offiziellen Rhetorik der Erholung“, stellte er fest.

Die kubanische Regierung hatte sich als Ziel gesetzt, bis 2025 2,6 Millionen internationale Besucher zu erreichen, aber im ersten Quartal hat sie nur 28,5 % dieses Ziels erzielt. Alles deutet darauf hin, dass die Insel, wie im Jahr 2024, erneut hinter den Erwartungen zurückbleiben wird.

Mit einer zunehmend weniger wettbewerbsfähigen Tourismusbranche im Vergleich zu anderen Karibikzielen, die durch den Verfall von Dienstleistungen, eine Energiekrise, mangelnde Flugverbindungen sowie Sicherheits- und Versorgungsprobleme gekennzeichnet ist, erscheint die Erholung so fern wie nie zuvor.

Häufig gestellte Fragen zur Tourismuskrise in Kuba im Jahr 2025

Warum sinkt der Tourismus in Kuba weiterhin?

Der Tourismus in Kuba sinkt weiterhin aufgrund struktureller und konjunktureller Probleme wie der Energiekrise, dem Mangel an Flugverbindungen, dem Verfall der Tourismusdienstleistungen und den prekären Bedingungen auf der Insel. Darüber hinaus tragen die Konkurrenz anderer Karibikziele und die negative Wahrnehmung des Ziels ebenfalls zu diesem Rückgang bei.

Welchen Einfluss hat die Tourismuskrise auf die kubanische Wirtschaft?

Die Tourismuskrise hat erhebliche Auswirkungen auf die kubanische Wirtschaft, da der Tourismus eine der wichtigsten Einnahmequellen ist. Der Rückgang der Besucherzahlen hat zu einem Rückgang der Einnahmen im Sektor geführt, was die wirtschaftliche Situation des Landes verschärft und auch Sektoren wie die Hotellerie und lokale Unternehmen betrifft.

Welche Maßnahmen ergreift die kubanische Regierung, um die Krise im Tourismus umzukehren?

Der kubanische Staat hat versucht, sein Tourismusangebot zu diversifizieren, indem er sich auf Natur-, Kultur- und Geschichtstourismus konzentriert. Dennoch hat das Fehlen einer klaren und effektiven Strategie die Erholung des Sektors erschwert, und die Investitionen in die Hotelinfrastruktur haben nicht die erwartete Wirkung entfaltet, aufgrund der geringen Nachfrage.

Wie beeinflusst die Energiemangelkrise den Tourismus in Kuba?

Die Energiekrise wirkt sich gravierend auf den Tourismus in Kuba aus, mit häufigen Stromausfällen, die die Erfahrung der Touristen negativ beeinflussen. Dies führt zu einer negativen Wahrnehmung unter den Besuchern, die während ihres Aufenthalts auf der Insel mit Einschränkungen bei grundlegenden Dienstleistungen konfrontiert sind.

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