Ein Kubaner in Chile teilte in sozialen Medien ein Video, das die Vielfalt an Brotsorten in einem Supermarkt des südamerikanischen Landes mit der schweren Knappheit auf der Insel kontrastiert. Das Video hat eine Welle von Reaktionen auf TikTok ausgelöst.
„2025 und in Kuba gibt es immer noch ein Brot pro Person, zum Glück bin ich 2013 gegangen“, beginnt @eldrmulato zu sagen. Während er die mit Brot gefüllten Regale in einem chilenischen Geschäft entlangschreitet, zählt er die zahlreichen verfügbaren Sorten auf: Marraqueta, peruanische Coliza, Ciabatta, Brot mit Leinsamen, Completo-Brot und viele mehr.
Das Video enthält auch einen Abschnitt, in dem die Präsidentschaftskandidatin der Kommunistischen Partei (PC) und ehemalige Arbeitsministerin, Jeannette Jara erklärt, dass Kuba „ein demokratisches System hat, das sich von unserem unterscheidet“. Als Antwort ironisiert der Autor des Videos: „Demokratie ist das: wo man mit seinem Gehalt Brot kaufen kann, das man will, von allen Arten und allen Variationen.“
Das Video endet mit einer Kritik am kubanischen System und einer Verteidigung des chilenischen Wirtschaftsmodells: „Deshalb jetzt der wildeste, der grausame Kapitalismus, genau der.“
Reaktionen: Unterstützung, Kritik und politische Debatte
Die Reaktionen auf das Video ließen nicht lange auf sich warten. Mehrere chilenische Nutzer zeigten Solidarität und hießen die Kubaner willkommen: „Herzlich willkommen an alle Kubaner in unserem Land, genießt das, was ihr vorher nicht tun konntet“, schrieb Charly MP. Andere, wie Paola Andrea González, feierten es, in Chile geboren zu sein: „Ich fühle Mitgefühl für dieses Land und bin dankbar, in Chile geboren zu sein. Es lebe das freie Chile!“
Einige Kommentare konzentrierten sich ebenfalls auf die politische Situation in Kuba: „Der Kommunismus und die Revolution haben alles zerstört“, erklärte ein Benutzer. Im Gegensatz dazu kritisierten einige Zuschauer die Verwendung des Begriffs „wilder Kapitalismus“ oder forderten dazu auf, sich mehr darauf zu konzentrieren, die Freiheit zu genießen, anstatt politische Vergleiche anzustellen.
Es fehlten nicht die Antworten mit einem humorvollen oder erstaunten Unterton: „Lass meine Mutter kommen und das alles sehen, ich glaube, sie bekommt einen Schock im Supermarkt“, kommentierte ein anderer Internetnutzer, während jemand überrascht fragte: „Welcher Markt ist das? So viel Brot?“
Ein empörender Kontrast: kein Brot in Kuba
Während in Chile ein Supermarkt eine Vielzahl von Broten wie im Video präsentieren kann, ist die Situation in Kuba diametral entgegengesetzt, wo viele Provinzen wie Artemisa, Guantánamo, Santiago de Cuba und Camagüey mit einer extremen Rationierung von regulärem Brot konfrontiert sind, die auf die chronische Knappheit von Weizenmehl, Stromausfälle und Mangel an Treibstoff zurückzuführen ist.
In Artemisa zum Beispiel wurde begonnen, das Mehl mit Süßkartoffel, Maniok und Kürbis zu mischen, um das knappe Rohmaterial zu strecken, und das normierte Brot wird nur an jeden zweiten Tag ausgegeben.
In Guantánamo ist Brot nur für Personen unter 13 Jahren und priorisierte soziale Einrichtungen verfügbar.
Die Situation ist nicht besser in Santiago de Cuba, wo die Verteilung von dem Mehl abhängt, das aus Havanna ankommt. Die lokale Mühle ist stillgelegt, und in einigen Gemeinden musste auf Holzöfen zurückgegriffen werden.
In Mayabeque kann die Brotlieferung bis zu vier Tage dauern, mit reduzierten Gewichten und mangelhafter Qualität.
Eine Kritik, die über das Brot hinausgeht
Das Video von El Dr Mulato fügt sich in einen Kontext ein, in dem die Grundversorgung mit Lebensmitteln in Kuba ein strukturelles Problem darstellt, das durch Jahre der Krise, staatliche Ineffizienz und das Fehlen nachhaltiger Lösungen verschärft wird. Seine Veröffentlichung wirft erneut die Frage auf, die viele Kubaner innerhalb und außerhalb der Insel stellen: Wie lange noch?
Häufig gestellte Fragen zur Brotknappheit in Kuba und der Vergleich mit anderen Ländern
Was ist die aktuelle Situation des Brotes in Kuba?
In Kuba wird das Brot rationiert und begrenzt verteilt, wobei viele Provinzen mit einer ernsthaften Knappheit aufgrund des Mangels an Weizenmehl, Stromausfällen und Kraftstoffmangel konfrontiert sind. In Provinzen wie Artemisa, Guantánamo, Santiago de Cuba und Camagüey ist die Situation kritisch, so dass sogar das Mehl mit anderen Zutaten gemischt wird, um die verfügbare Rohware zu strecken.
Warum vergleichen die ausgewanderten Kubaner die Situation mit dem Brot in Kuba mit der in anderen Ländern?
Die emigrierten Kubaner nutzen soziale Medien, um den Kontrast zwischen dem Mangel an Grundnahrungsmitteln wie Brot in Kuba und der Fülle, die in anderen Ländern wie Chile oder den Vereinigten Staaten verfügbar ist, zu zeigen. Dieser Kontrast wird genutzt, um die Ineffizienz des kubanischen Wirtschaftssystems zu kritisieren und die Unterschiede in der Lebensqualität zwischen den Ländern hervorzuheben.
Wie reagieren die Kubaner im Ausland, wenn sie die Fülle an Produkten in anderen Ländern sehen?
Viele Kubaner erleben eine Mischung aus Emotionen, von Freude und Überraschung bis hin zu Traurigkeit und Nostalgie, wenn sie mit der Fülle an Produkten in Supermärkten im Ausland konfrontiert sind. Diese Gefühle spiegeln oft den tiefen Kontrast zur Knappheit wider, die sie in Kuba erlebt haben.
Welchen Einfluss hat die Brotknappheit auf das tägliche Leben in Kuba?
Die Knappheit von Brot in Kuba hat einen signifikanten Einfluss auf das tägliche Leben der Kubaner, die lange Warteschlangen bilden müssen und oft mit der Enttäuschung konfrontiert sind, dieses Grundnahrungsmittel nicht erwerben zu können. Diese Situation spiegelt eine größere Versorgungs krise auf der Insel wider, die nicht nur die Ernährung, sondern auch die Lebensqualität insgesamt beeinträchtigt.
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