Studenten der Universitäten für Medizinische Wissenschaften in Guantánamo und der Universität von Cienfuegos haben am Dienstagabend nach längeren Stromausfällen Proteste abgehalten.
Die Demonstrationen waren friedlich. Die Studenten prangerten die prekären Lebensbedingungen an und erhielten Drohungen von den Universitätsbehörden und repressiven Kräften des Regimes.
In Guantánamo zeigen die in sozialen Netzwerken geteilten Bilder die Studenten, die im Dunkeln protestieren. Man hört nur ihre Stimmen und sieht einige Lichter von Mobiltelefonen oder Taschenlampen, die sich bewegen.

„Das ist das Frühstück unserer Jungs: ein schlecht gebackenes Brötchen und eine namenlose Flüssigkeit. So wollen sie, dass unsere zukünftigen Ärzte lernen?“, heißt es in einem anonymen Beitrag von der Universität für Gesundheitswissenschaften in Guantánamo.
In Cienfuegos war die Situation nicht anders. Nach dem „Toque de Taquillas“ durchstreiften mehrere Beamte die Schlafsäle und fragten, ob die Studenten etwas zu sagen hätten. Nach Berichten, die in digitalen Gruppen geteilt wurden, wurde dies als eine Form der Einschüchterung interpretiert.
"Die Schule fällt auseinander, wir verbringen ganze Tage ohne Wasser, das Essen kann man sich nicht einmal ansehen, das Trinkwasser ist ein Schlamassel, und während all dies geschieht, kommt niemand, es wird nichts gesagt. Jetzt kommen alle in Scharen, wenn wir das fordern, was uns zusteht, wenn wir unsere Stimme erheben und zeigen, dass wir nicht schweigen werden", denunciierte Camila Hernández auf Facebook.
„Sie haben uns bedroht, uns das Stipendium zu entziehen. Sie versuchen, Angst zu verbreiten, so wie sie es seit 1959 mit all jenen getan haben, die für ein Land kämpfen wollen, in dem sie eine Zukunft haben können. Wenn man das nicht Diktatur nennt, was ist es dann?“, fragte das junge Mädchen.
Die Studierenden berichten, dass die universitäre Infrastruktur in einem bedauerlichen Zustand ist: ohne Trinkwasser, ohne Belüftung und mit Lebensmitteln, die sie als „unansehnlich“ beschreiben.
Diese Proteste finden statt, während der regierende Miguel Díaz-Canel die kritische Rhetorik gegenüber den Demonstranten aufnimmt und sie als „asozial“ und „Kriminelle“ bezeichnet.
Durante der Episode 30 seines Podcasts Desde la Presidencia rechtfertigte der Präsident seine Haltung, indem er auf den Maleconazo von 1994 verwies. Er wies darauf hin, dass hinter den Protesten eine „externe Manipulation“ stehe und dass die Demonstrierenden „weit entfernt vom Gedanken Martís“ seien.
Die Worte des Führers des Regimes stehen im Kontrast zum wachsenden Bürgerunwohlsein angesichts des Zusammenbruchs des nationalen Stromversorgungssystems, eines der auslösenden Elemente der jüngsten Proteste in Santiago de Cuba, Bayamo, Guantánamo und Cienfuegos.
In der Zwischenzeit fordern die Jugendlichen, zukünftige Fachkräfte im Gesundheitswesen, die minimalen Bedingungen zum Studieren und Leben, inmitten eines Cuba, das in einer seiner tiefsten Krisen steckt.
Häufig gestellte Fragen zu den Studentenprotesten und der Situation in Kuba
Warum protestierten die Studenten in Guantánamo und Cienfuegos?
Die Studenten protestierten aufgrund der prekären Lebensbedingungen an den Universitäten, wie dem Mangel an Strom, Trinkwasser und angemessener Nahrung. Die Demonstrationen waren eine Reaktion auf die andauernden Stromausfälle und die Bedrohungen durch die Universitätsbehörden und die repressiven Kräfte des Regimes. Die Jugendlichen forderten bessere Bedingungen, um würdig studieren und leben zu können.
Was war die Antwort der kubanischen Regierung auf die Studentenproteste?
Die Regierung, geleitet von Miguel Díaz-Canel, nahm eine kritische und abwertende Haltung gegenüber den Demonstranten ein und bezeichnete sie als „asozial“ und „Kriminelle“. Díaz-Canel rechtfertigte seine Haltung mit der Behauptung, dass die Proteste extern manipuliert werden und dass die Demonstranten vom Denken Martís entfernt seien. Diese Rhetorik zielt darauf ab, die Proteste zu diskreditieren und die legitimen Forderungen der Studenten zu minimieren.
Wie haben die Universitätsbehörden auf die Proteste in Kuba reagiert?
Die Universitätsbehörden haben auf die Proteste mit Drohungen und Einschüchterungen gegenüber den Studierenden reagiert. In Cienfuegos beispielsweise gingen Beamte durch die Wohnheime und fragten, ob die Studierenden etwas zu sagen hätten, was als eine Form der Einschüchterung interpretiert wurde. Die Studierenden berichteten, dass die Antworten auf ihre Anliegen repressiv waren, anstatt Lösungen für ihre Probleme zu suchen.
Welchen Einfluss haben die Stromausfälle auf die Proteste und den sozialen Unmut in Kuba?
Die langanhaltenden Stromausfälle sind ein bedeutender Katalysator des sozialen Unmuts in Kuba. Der Mangel an Elektrizität beeinträchtigt das tägliche Leben der Bürger erheblich und war einer der Hauptgründe für die jüngsten Proteste in verschiedenen Regionen des Landes. Die Energiekrise, kombiniert mit der Lebensmittelknappheit und anderen Dienstleistungen, hat die Spannungen und das Unbehagen in der Bevölkerung verstärkt.
Welche Rolle spielen soziale Medien bei der Verbreitung der Proteste in Kuba?
Die sozialen Medien haben eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung der Proteste in Kuba gespielt, da sie es den Bürgern ermöglichen, die kritische Situation, in der sie leben, in Echtzeit zu teilen. Trotz der Versuche der Regierung, diese Plattformen zu delegitimieren, sind die sozialen Medien ein wichtiges Mittel für die Kubaner geworden, um ihren Unmut auszudrücken und Demonstrationen zu organisieren, wodurch sie der Welt die Realität zeigen, die die offizielle Presse zu verbergen versucht.
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