Kubanische Mutter erwischt ihren Sohn, wie er mit dem Altar seines Eleguá Unfug treibt, und das Netz reagiert: "Früher habe ich ihm den Kaffee gemacht und mein Kind hat ihn getrunken."

Eine kubanische Mutter teilt ein Video auf TikTok, in dem ihr Sohn Opfergaben vom Altar des Eleguá isst, was bei den Nutzern Lachen und Nostalgie auslöst. Die Anekdoten spiegeln die familiäre Verbindung zu den Orishas wider.

Kubanisches KindFoto © @olo_oshun_ololoddi

Eine kubanische Mutter hat bei den Nutzern sozialer Medien Lachen und Nostalgie ausgelöst, als sie ein Video veröffentlichte, in dem ihr Sohn Popcorn isst, das als Opfergabe auf dem Altar für den Orisha Eleguá platziert wurde.

Der sympathische Moment wurde auf TikTok von der Nutzerin @olo_oshun_ololoddi geteilt und zeigt den kleinen Jungen, wie er ohne jegliches schlechtes Gewissen den Eimer Popcorn genießt, den seine Mutter als Teil des religiösen Rituals bereitgestellt hatte. „Und das jetzt? Isst du wirklich das Essen von Eleguá?“, kommentierte die Mutter.

Das Video ließ nicht lange auf sich warten, um viral zu werden, und löste eine Welle von Kommentaren unter Kubanern aus, die die Gelegenheit nutzten, um ihre eigenen Erfahrungen – zwischen Anekdote und Spiritualität – mit den Altären zu teilen, die Eleguá gewidmet sind, einer der am meisten verehrten Gottheiten innerhalb der afrokubanischen Religion.

„Mein Neffe setzte sich in seinen Wagen, nahm meinen Eleguá und fuhr mit ihm durch das ganze Haus. Einmal schimpfte ich mit ihm, und später sagte Eleguá zu mir an einem Tambour: ‚Wer bist du, um meinem Sohn zu sagen, dass er nicht mit mir spielen soll?‘“, erzählte eine Nutzerin. Ein anderer Internaut erinnerte sich lachend: „Früher machte ich den Kaffee und mein Kind trank ihn.“

Ähnliche Geschichten überschwemmten die Kommentare, zwischen Hingabe und Zärtlichkeit, und machten deutlich, dass für viele Kubaner die Beziehung zu den heiligen Orishas zutiefst familiär und nah ist. „Lass ihn in Ruhe, Mädchen, denn Eleguá macht gerade seine Sache“, schrieb eine Followerin und feierte die kindliche Spontaneität und die göttliche Komplizenschaft.

Das Video reiht sich in eine lange Tradition von Geschichten ein, die zeigen, wie die Volksfrömmigkeit in Kuba mit dem Alltag koexistiert, insbesondere wenn Kinder die Protagonisten sind.

Häufig gestellte Fragen zu den afrokubanischen Religionstraditionen und dem Alltagsleben in Kuba

Was ist Eleguá und welche Bedeutung hat er in der afrokubanischen Religion?

Eleguá ist einer der am meisten verehrten Orishas innerhalb der afrokubanischen Religion. Er ist als Wächter der Wege und als Bote zwischen den Menschen und den anderen Orishas bekannt. Eleguá ist eine zentrale Figur in der Santería und wird mit dem Öffnen und Schließen von Wegen im Leben der Menschen in Verbindung gebracht. Seine Altäre enthalten oft Opfergaben wie Mais, Süßigkeiten und Kaffee und sind in den Haushalten der Praktizierenden dieser Religion weit verbreitet.

Wie coexistieren die afrokubanischen religiösen Traditionen mit dem Alltagsleben in Kuba?

In Kuba sind die afrokubanischen religiösen Traditionen wie die Santería tief in das tägliche Leben vieler Menschen integriert. Die Rituale und Opfergaben an die Orishas sind Teil der Familienroutine und werden selbstverständlich durchgeführt. Altäre in den Haushalten sind weit verbreitet, und Kinder nehmen oft spontan an diesen Praktiken teil, wie im viralen Video des Kindes zu sehen ist, das die Opfergaben für Eleguá isst. Diese Traditionen spiegeln eine Schnittstelle zwischen dem Spirituellen und dem Alltäglichen wider und schaffen eine Atmosphäre, in der populäre Religiosität ein wesentlicher Bestandteil der kubanischen Identität ist.

Welche Herausforderungen stehen einer kubanischen Mutter im Alltag gegenüber?

Die kubanischen Mütter stehen aufgrund der Wirtschaftskrise und des Mangels an grundlegenden Dienstleistungen vor zahlreichen täglichen Herausforderungen. Die Nahrungsmittelknappheit, Stromausfälle und der Mangel an medizinischen Vorräten sind wiederkehrende Probleme, die die Betreuung ihrer Familien erschweren. Viele Mütter, wie in den in sozialen Medien geteilten Videos gezeigt wird, müssen improvisieren, um ihre Kinder zu ernähren und ihre Haushalte unter schwierigen Bedingungen aufrechtzuerhalten. Trotz dieser Widrigkeiten zeigen sie eine bewundernswerte Resilienz sowie ein starkes Gemeinschafts- und Solidaritätsgefühl.

Wie spiegelt sich der Volksglaube in den kubanischen sozialen Netzwerken wider?

Die sozialen Medien haben sich als ein wichtiger Raum etabliert, um die populäre Religiosität in Kuba zu teilen und zu feiern. Viele Praktizierende der Santería und anderer afrokubanischer Religionen nutzen Plattformen wie TikTok, um ihre Rituale, Altäre und spirituellen Erfahrungen zu dokumentieren. Diese Videos zeigen nicht nur die Hingabe und Kreativität der Kubaner, sondern schaffen auch eine kulturelle Brücke zwischen der Insel und der Diaspora, die eine größere Sichtbarkeit und Verständnis für diese Praktiken weltweit ermöglicht.

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Yare Grau

Gebürtig aus Kuba, lebe ich jetzt in Spanien. Ich habe Sozialkommunikation an der Universität von Havanna studiert und später ein Studium der audiovisuellen Kommunikation an der Universität von Valencia abgeschlossen. Derzeit bin ich Teil des CiberCuba-Teams als Redakteurin in der Unterhaltungssektion.