Skandal in Alligator Alcatraz: Auftragnehmerfirmen unter Untersuchung wegen Korruption und überteuerten Preisen

Fünf Auftragnehmer des Alligator Alcatraz in Florida sehen sich Vorwürfen von Korruption, überhöhten Preisen und Betrug gegenüber. Das Einwanderungshaftzentrum wird wegen Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden kritisiert.

Donald Trump besucht Alligator AlcatrazFoto © Wikipedia - X / Das Weiße Haus

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Fünf der von Florida beauftragten Unternehmen, die das als Alligator Alcatraz bekannte Migrantenlager in den Everglades bauen und betreiben, sind mit Vorwürfen von Betrug, Überpreisen und Veruntreuung öffentlicher Gelder verbunden, wie ein Bericht des Miami Herald enthüllte.

Die Enthüllungen kommen zu einem entscheidenden Zeitpunkt: nur wenige Tage nachdem eine Bundesrichterin die endgültige Schließung des Lagers angeordnet hat aufgrund von „irreparablen“ Umweltschäden und mitten in mehreren Klagen wegen Verletzungen der Rechte der an diesem Ort festgehaltenen Migranten.

Unter der Lupe stehende Unternehmen

Der Bericht verweist auf SLSCO, den texanischen Auftragnehmer, der 2019 bereits mehr als 1.400 Millionen Dollar an Bundesverträgen für den Bau der Grenzmauer verwaltet hatte. Das Unternehmen wurde beschuldigt, Mexikaner ohne Aufenthaltsstatus bewaffnet in die USA einreisen zu lassen, um als Wächter auf der Baustelle zu arbeiten, und später wurde dokumentiert, dass es überhöhte Gebühren in Unterkünften in New York für Asylbewerber verlangte.

Junto a SLSCO erscheint Garner Environmental Services, die dafür bekannt ist, für Dienstleistungen zu berechnen, die weit über dem liegen, was die Stadt New York oder andere Auftragnehmer für vergleichbare Leistungen zahlen.

Otra de las empresas involucradas es IRG Global Emergency Management, die Millionenkontrakte für Transport- und Notfalldienste in Alligator Alcatraz unterzeichnete. Ihre Führungskräfte wurden mit Unternehmen in Verbindung gebracht, die wegen Inflation von Versicherungsansprüchen nach Hurrikans in Florida, Texas und Louisiana verklagt wurden, ein Fall, der in diesem Jahr mit einer außergerichtlichen Einigung endete.

Der kanadische Konzern GardaWorld, der für logistische Unterstützung zuständig ist, sieht sich ebenfalls Anschuldigungen gegenüber: Eine journalistische Untersuchung hat ergeben, dass seine gepanzerten Transportfahrzeuge in Dutzende von tödlichen Unfällen verwickelt waren, die auf technische Defekte und schlecht ausgebildete Fahrer zurückzuführen sind.

Finalmente, CDW Government, Anbieter von Elektronikgeräten für das Zentrum, gab zu, dass es vom Justizministerium wegen angeblichen Betrugs bei Bundesverträgen untersucht wird. Im Jahr 2013 hatte das Unternehmen bereits 5,6 Millionen Dollar gezahlt, um einen ähnlichen Fall zu lösen, bei dem Produkte verkauft wurden, die in verbotenen Ländern wie China hergestellt wurden.

Weder das Büro von Ron DeSantis noch die Abteilung für Notfallmanagement von Florida haben auf die Frage reagiert, welche Kontrollen vor der Vergabe dieser Verträge angewendet wurden. Die einzige offizielle Erklärung war, dass die vollständigen Unterlagen aufgrund von „geschützter Information“ aus dem öffentlichen Portal entfernt wurden.

Ein Zentrum umgeben von Kontroversen

Die Enthüllungen über die Auftragnehmer verstärken das Bild eines Projekts, das seit seiner Einweihung im Juli 2025 von Intransparenz und Beschwerden geprägt ist.

Antes der Entscheidung der Richterin Kathleen Williams, die anordnete, dass das Camp innerhalb von maximal 60 Tagen geräumt werden muss, hatte der Standort bereits eine Reihe von Rechtsstreitigkeiten angesammelt.

Eine von ihnen wurde von Anwälten für Bürgerrechte vorangetrieben, die berichteten, dass Migranten unter Druck gesetzt wurden, Deportationsbefehle zu unterschreiben, ohne Zugang zu rechtlicher Vertretung. In vorherigen Anhörungen wurde berichtet, dass Inhaftierte mit ihren Verteidigern in nicht vertraulichen Videoanrufen sprachen, die unter Aufsicht des Personals stattfanden.

Ein weiterer Rechtsstreit wurde mit den Umweltklagen des Stammes Miccosukee und von Umweltorganisationen eröffnet, die vorübergehende Bauverfügungen erwirken konnten, da sie geltend machten, dass das Zentrum gegen Bundesgesetze verstoße und gefährdete Arten in Gefahr bringe.

Die Zeugenaussagen von Migranten und Anwälten beschreiben unmenschliche Bedingungen: Zelte ohne Belüftung, mit Würmern befallene Lebensmittel, zusammengebrochene Toiletten, ständige Stromausfälle und Mückenplagen in einer Umgebung mit extremer Hitze.

Ein umstrittenes Modell

Trotz dieser Beschwerden verteidigte Gouverneur DeSantis das Projekt als Teil seiner Strategie zur Verschärfung der Einwanderungspolitik und kündigte sogar ein zweites Zentrum auf einer Militärbasis im Norden Floridas an. Sowohl er als auch Donald Trump stellten Alligator Alcatraz als Referenzmodell für zukünftige Einrichtungen vor.

Dennoch wirft die Vielzahl an Gerichtsurteilen, den Vorwürfen von Missbrauch und nun den Enthüllungen über Auftragnehmer mit belasteten Vorgeschichten Fragen zur staatlichen Verwaltung des Zentrums auf.

Für Umweltschützer und Indigene ist die Schließung von Alligator Alcatraz ein historischer Sieg. Für die Verteidiger der Bürgerrechte zeigen die Anschuldigungen wegen Betrugs und Korruption gegen die Unternehmen, dass das Gefängnis nicht nur gegen Umwelt- und Menschenrechtsgesetze verstieß, sondern darüber hinaus ein Netzwerk undurchsichtiger Geschäfte im Namen der Migrationssicherheit nährte.

Die unmittelbare Zukunft deutet auf einen langwierigen Rechtsstreit vor den Bundesgerichten hin, aber der politische Ausgang ist klar: Das Projekt, das einst als Symbol für die Migrationskontrolle in Florida präsentiert wurde, hat sich zu einem Emblem für Unregelmäßigkeiten, Missbrauch und Intransparenz verwandelt.

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