Kritische Dürre: Warteschlangen mit Tanks zur Wasserspeicherung in Santiago de Cuba

„Wer ist der Letzte?“, fragen sich die Kubaner, die sich anstellen, um Wasser in ihre leeren Tanks zu sammeln.

Colas mit WassertanksFoto © Facebook Yosmany Mayeta Labrada

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Im Stadtteil Salao in Santiago de Cuba warten die Anwohner nicht mehr auf Anstrich oder Reparaturen für ihre Gebäude, sondern hoffen auf ein Wunder in Form eines Wasserrohrs.

Der unabhängige Journalist Yosmany Mayeta Labrada teilte Bilder und Zeugenaussagen über die Verzweiflung der Bevölkerung, die inmitten der schlimmsten Dürre seit einem Jahrzehnt Wasser zu finden versucht.

Facebook Yosmany Mayeta

Die Betroffenen stellen ihre leeren Plastikbehälter in einer Reihe auf, als wären sie Menschen in einem Lager, und fragen sich, wer der Erste sein wird, der gefüllt wird, falls sie das Glück haben, dass ein Tankwagen erscheint.

„In Santiago kommt das Wasser sogar mit einer Warteliste“, ironisierte der Kommunikator, der eine Stadt beschreibt, in der die Stille in den Fluren nicht mehr der Ruhe dient, sondern Nachbarn, die Liter, Schichten und Gefälligkeiten abwägen.

Eine beispiellose Krise in der Hauptgemeinde

Der Landkreis Santiago de Cuba, mit etwa 500.000 Einwohnern, erlebt eine kritische Dürre, die intensivste der letzten zehn Jahre. Die Behörden haben die Wasserversorgung als „alarmierend“ eingestuft, aufgrund der langen Verteilungszyklen, die in vielen Fällen 30 Tage überschreiten.

Nicht nur der Mangel an Niederschlägen hat zum Zusammenbruch geführt. Zur Dürre kommen unreparierte Leckagen, defekte Ausrüstungen, ein Strommangel, der das kontinuierliche Pumpen von Wasser verhindert, eine unzureichende Flotte von Tankwagen und ein Mangel an Treibstoff, um die Bevölkerung mit Wasser zu versorgen.

Stauseen am Rande der Erschöpfung

Die wichtigsten Staudämme, die die Stadt versorgen, zeigen kritische Pegelstände:

  • Charco Mono: 8,8%
  • Gilbert: 13%
  • Parada: 16%
  • Gota Blanca: 18,3 %
  • Chalons: 31,4%

Um die Situation zu entschärfen, wird Wasser aus dem Stausee Carlos Manuel de Céspedes, der sich in Dutzenden von Kilometern Entfernung befindet und einen Füllstand von 68,5 % aufweist, abgezweigt, so offizielle Zahlen.

Langsame Antworten und unzureichende Lösungen

Die institutionelle Antwort war schleppend, und die Ergebnisse haben den Druck auf die Gemeinden nicht verringern können. In Stadtteilen wie Chicharrones berichten die Anwohner, seit vier Monaten keinen Service zu erhalten und 400 Peso für 20 Liter Wasser zu zahlen.

An anderen Orten gelangt das Wasser nur durch Tankwagen, und die Verteilung hat vulnerable Familien priorisiert, während der Rest vernachlässigt bleibt.

Die hydraulische Infrastruktur hält der Nachfrage nicht stand. Von den 106 Pumpstationen verfügen nur 19 über Notstromaggregate. Der mangelhafte Zustand des nationalen Elektrizitätssystems unterbricht ständig das Wasserrecycling.

Trotz der Ankündigungen von Investitionen in Bohrlöcher mit Solarpaneelen und Anlagen mit neuer Ausstattung haben die Ergebnisse die Bevölkerung bisher nicht positiv beeinflusst.

Diese Situation ist nicht exklusiv für Santiago de Cuba, sondern wiederholt sich im ganzen Land. Die Krise ist so gravierend, dass am Samstagabend, während eines langen Stromausfalls, das Volk von Gibara massenhaft auf die Straße ging, um vom Regime zu fordern, dass es den Strom wiederherstellt und Wasser an die Bevölkerung verteilt.

Häufig gestellte Fragen zur Wasserkrise in Santiago de Cuba

Was ist die Hauptursache für die Dürre in Santiago de Cuba?

Die Dürre in Santiago de Cuba ist die intensivste der letzten zehn Jahre und liegt nicht nur an der fehlenden Niederschlägen, sondern auch an strukturellen Problemen wie unrepairierten Leckagen, Schäden an Anlagen, einem elektrischen Mangel, der das kontinuierliche Pumpen von Wasser verhindert, und einer unzureichenden Flotte von Tanklastwagen.

Wie wirkt sich die Dürre auf die Bewohner von Santiago de Cuba aus?

Die Dürre hat dazu geführt, dass nahezu 500.000 Menschen mit Wasserverteilungzyklen von über 30 Tagen konfrontiert sind, was die Bevölkerung zwingt, auf Tankwagen zu setzen und hohe Preise für Wasser zu zahlen. Diese Situation hat in der Gemeinschaft erhebliches Unbehagen verursacht.

Welche Maßnahmen haben die Behörden ergriffen, um der Wasserkrise zu begegnen?

Die Behörden haben Maßnahmen wie den Wassertransfer von entfernten Stauseen implementiert, die Reparatur von Pumpanlagen und die Einbindung von Tankwagen. Dennoch waren diese Maßnahmen langsam und unzureichend, um die Krise erheblich zu lindern.

Wie reagieren die Bürger auf die Wasserkrise in Santiago de Cuba?

Angesichts des Wassermangels haben die Bürger von Santiago de Cuba auf verzweifelte Maßnahmen zurückgegriffen, wie das Anstehen mit Plastikwassertanks, um auf die Ankunft von Tankwagen zu warten, und sogar hohe Preise für minimale Mengen Wasser zu bezahlen. Diese Situation hat Proteste des Unmuts in der Bevölkerung ausgelöst.

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