Elián González macht sich auf den Weg nach Mexiko, jedoch auf offizieller Reise

Elián González, mittlerweile Abgeordneter, reist nach Mexiko zum IX. Kontinentalen Treffen der Solidarität mit Kuba. Seine Person symbolisiert die Kontinuität des Castro-Regimes und sorgt für gespaltene Meinungen.

Elián GonzálezFoto © Cubadebate

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Der Abgeordnete Elián González Brotons, international bekannt durch den Fall, der seine Kindheit während der Migrationskontroversen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten Ende der 90er Jahre prägte, wird in Mexiko sein, um am IX Kontinentalen Treffen der Solidarität mit Kuba teilzunehmen, das vom 9. bis 12. Oktober in diesem Land stattfinden wird.

Der Anlass wird, gemäß seiner Einladung, Organisationen, die dem Regime von Havanna nahestehen, unter dem Motto “Für Solidarität, Freundschaft und gegen Imperialismus” versammeln und wird auch die Anwesenheit von Aleida Guevara March, der Tochter des verstorbenen Guerrilleros Ernesto “Che” Guevara, umfassen.

Facebook-Veröffentlichung/IX Kontinentales Treffen der Solidarität mit Kuba

Von Kindersymbol zur politischen Figur

Elián González, heute Abgeordneter der Nationalversammlung der Volksmacht, hat sich als eine mediatische und politische Figur innerhalb des kubanischen Systems etabliert. Sein Name bleibt eng verbunden mit der offiziellen Darstellung der Revolution, die ihn als ein Beispiel für „Treue und Engagement für die Ideale von Fidel Castro“ präsentiert.

Wie erinnerlich, war González der Protagonist des mediatischsten diplomatischen Konflikts zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten Ende des 20. Jahrhunderts. Im November 1999, im Alter von nur fünf Jahren, wurde er vor der Küste Floridas gerettet, nachdem das Boot, mit dem seine Mutter, Elizabeth Brotons, versuchte, in die Vereinigten Staaten zu gelangen, gesunken war und sie dabei ihr Leben verlor.

Der Fall führte zu einem langwierigen rechtlichen und politischen Konflikt zwischen seinen Verwandten in Miami, die auf seinen Verbleib im nordamerikanischen Land bestanden, und seinem Vater in Kuba, der von Fidel Castro unterstützt wurde. Der Kampf endete mit der Rückführung des Minderjährigen auf die Insel am 28. Juni 2000, nach einem amerikanischen Gerichtsbeschluss.

Öffentliche Facebook-Veröffentlichung/IX Kontinentaler Solidaritätskongress mit Kuba

Ein Erbe der offiziellen Erzählung

Seit seiner Rückkehr hat Elián eine enge Beziehung zu den Institutionen des Regimes aufrechterhalten, indem er an öffentlichen Veranstaltungen teilgenommen und die Positionen der Kommunistischen Partei verteidigt hat. 2023 wurde er als Abgeordneter für Cárdenas, Matanzas, seiner Heimatstadt gewählt und hat eine offen ideologische Rhetorik angenommen, in der er sein Bekenntnis zum kubanischen politischen System bekräftigt.

Nach 25 Jahren seit seiner Rückkehr beschreibt sich González als „einen Verteidiger des Kommunismus“ und bezeichnet Fidel Castro oft als eine väterliche und schützende Figur, das Symbol einer Loyalität, die das Regime seit Jahrzehnten verherrlicht.

Eine Reise mit symbolischem Gewicht

Die Reise von Elián González nach Mexiko hat, unabhängig von ihrem offiziellen Charakter, eine bedeutende symbolische Bedeutung: Sie repräsentiert die Kontinuität der revolutionären Erzählung in der Stimme einer Generation, die unter dem Einfluss des Kastros und seiner Diktatur aufgewachsen ist.

In der Zwischenzeit weckt seine Figur sowohl innerhalb als auch außerhalb Kubas tiefgreifende Kontraste zwischen denen, die ihn als politisches Instrument des Regimes betrachten, und denen, die ihn als Opfer des Regimes ansehen.

Elián wird nicht allein sein… Aleida Guevara wird das Bild von Che mitnehmen

Aleida Guevara March, die Tochter von Ernesto „Che“ Guevara, wird ebenfalls an der Veranstaltung teilnehmen. Ihre Teilnahme zusammen mit González beim Kontinentalen Solidaritätstreffen mit Kuba soll die offizielle Erzählung verstärken, die die generationenübergreifende Kontinuität mit der Beibehaltung der Ideale der Revolution verbindet.

Facebook-Beitrag/IX Kontinentaler Solidaritätskongress mit Kuba

Beide repräsentieren —laut der Rhetorik des Regimes— das „lebendige Erbe“ der revolutionären Epoche, einen Versuch, die neuen Generationen mit kraftvollen Symbolen des Kastrismus zu verbinden: dem „Che“ Guevara und dem „Kind von Elián“, zwei Figuren, die innerhalb der staatlichen Propaganda zum Mythos erhoben wurden.

Häufig gestellte Fragen zu Elián González und seiner Rolle in der kubanischen Politik

Wer ist Elián González und warum ist er international bekannt?

Elián González ist international bekannt für den diplomatischen Konflikt, den er 1999 ausgelöst hat, als er vor der Küste Floridas gerettet wurde, nachdem das Boot, mit dem seine Mutter versuchte, in die Vereinigten Staaten zu gelangen, gesunken war. Sein Fall führte zu einem Rechtsstreit zwischen seinen Verwandten in Miami und seinem Vater in Kuba, der von Fidel Castro unterstützt wurde, und endete mit seiner Rückführung auf die Insel.

Welches ist die aktuelle Rolle von Elián González im kubanischen Regime?

Aktuell ist Elián González Abgeordneter der Nationalversammlung der Volksmacht von Kuba, und hat sich als eine mediale und politische Figur innerhalb des kubanischen Systems etabliert. Seine Rhetorik ist offen ideologisch und bekräftigt sein Engagement für das politische System Kubas und das Erbe von Fidel Castro.

Warum wird die Reise von Elián González nach Mexiko als symbolisch angesehen?

Die Reise von Elián González nach Mexiko hat eine bedeutende symbolische Bedeutung, da sie die Kontinuität der revolutionären Erzählung und die Loyalität zum kubanischen Regime repräsentiert. Seine Teilnahme am IX. Kontinentalen Treffen der Solidarität mit Kuba stärkt sein Bild als Verteidiger des Kommunismus, der mit den Idealen von Fidel Castro im Einklang steht.

Wie hat Fidel Castro das Leben von Elián González beeinflusst?

Fidel Castro war eine väterliche und schützende Figur für Elián González. Laut González hat der kubanische Führer ihn gerettet, geformt und ihm eine besondere Zuneigung entgegengebracht, was er als großes Privileg ansieht. Ihre Beziehung wurde als propagandistisches Symbol des kubanischen Regimes genutzt, das ihn als Fahne der Revolution präsentiert.

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