Er ging hinaus, um den Müll wegzubringen, und fand einen alten Mann, der Essensreste kaute: Ein trauriges Zeugnis der Armut in Kuba

Er ging hinaus, um den Müll wegzubringen, und fand einen alten Mann, der Reste kaute: Ein trauriges Zeugnis der Misere in Kuba

Ältere Menschen in Kuba (referenziell)Foto © CiberCuba

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Eine Veröffentlichung in den sozialen Medien hat Tausende von Kubanern im In- und Ausland berührt, nachdem sie eine Szene extremer Armut geschildert hat, die die tiefgreifende wirtschaftliche und humanitäre Krise widerspiegelt, die Kuba durchlebt.

Der Text, geteilt von dem Nutzer Jorge Luis Marrero Carbajal auf Facebook, beschreibt, wie er beim Rausbringen des Mülls einen nackt im Container befindlichen älteren Mann essen von Essensresten fand.

„Ich ging, um den Müll rauszubringen. Und Überraschung: Im Container war ein älterer Mann nackt, der Reste kaut, wie eine streunende Katze. Ich habe monatelang Leute gesehen, die im Müll wühlen, aber das war zu viel. Der Schmerz war so groß, dass ich für ein paar Sekunden das Gedächtnis verlor“, schrieb Marrero in einem Beitrag, der sich schnell viral verbreitete.

Publicación auf Facebook

Der Bericht spiegelt eine Realität wider, die sich täglich in vielen kubanischen Städten wiederholt, wo der Mangel an Lebensmitteln, Medikamenten und grundlegenden Ressourcen Hunderte von Menschen —darunter ältere Menschen und Kinder— dazu zwingt, in den Abfällen nach Nahrung zu suchen.

„Ich habe mein Empfinden in diesem Thema gehüllt. Aber das war zu viel“, gesteht Marrero, der versichert, dass es in den letzten Monaten zu etwas „Gewöhnlichem und Alltäglichem“ geworden ist, Menschen beim Durchwühlen von Müllcontainern zu sehen.

Die Szene löste eine Welle von Reaktionen unter den kubanischen Nutzern aus, von denen viele ähnliche Erfahrungen teilten und das offizielle Schweigen angesichts einer immer sichtbarer werdenden Armut kritisierten.

Das Zeugnis von Marrero reiht sich ein in die zahlreichen Bürgerbeschwerden über die akute Ernährungs- und Gesundheitskrise, die das Land trifft. In Städten wie Holguín, Matanzas und Santiago de Cuba sind die sozialen Medien zur Hauptplattform geworden, um Fälle von Obdachlosigkeit, Unterernährung und Verwahrlosung anzuprangern.

Wirtschaftsexperten, die von unabhängigen Medien konsultiert wurden, warnen, dass Kuba eine seiner schlimmsten Phasen in sechs Jahrzehnten durchläuft: eine unkontrollierte Inflation, Mangel an Grundnahrungsmitteln, langanhaltende Stromausfälle und ein zusammengebrochenes Sozialsystem.

Das Ministerium für inneren Handel hat selbst Verspätungen bei der Lieferung des Grundbedarfs und Mängel in der Lebensmittelverteilung anerkannt, während die Preise auf dem Schwarzmarkt jede Woche ansteigen.

Im Gegensatz zu der Welle der Empörung, die das Zeugnis hervorgerufen hat, leugnen die staatlichen Medien weiterhin den Anstieg der Straßenarmut in Kuba. Zudem haben sie keine Berichte über die Situation von obdachlosen Menschen veröffentlicht, obwohl die Meldungen über Obdachlosigkeit in den sozialen Medien zunehmen.

„Ich möchte so etwas nicht noch einmal sehen. Der Schmerz ist zu groß“, schließt Marrero in seinem Beitrag, der bereits Tausende von Kommentaren und Reaktionen gesammelt hat.

Für viele Nutzer ist dies das raue Porträt eines Landes, das still auseinanderfällt, wo die menschliche Würde jeden Tag durch Hunger, Vernachlässigung und institutionelle Gleichgültigkeit bedroht wird.

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