Die östlichen Provinzen Kubas bereiten sich auf den Sturm Melissa vor, während sie unter Stromausfällen und Mangel leiden

Die östlichen Provinzen Kubas bereiten sich angesichts der Sturm Melissa auf Stromausfälle und Versorgungsknappheit vor. Die Behörden kontrollieren gefährdete Gebiete, jedoch erschwert der Mangel an Ressourcen die Reaktion auf die Krise.

Reinigung der Abwasserkanäle (bearbeitetes Referenzbild mit KI)Foto © Kubanisches Fernsehen

Die kubanischen Behörden intensivieren die Vorbereitungsmaßnahmen angesichts der bevorstehenden tropischen Sturm Melissa, die sich am Wochenende möglicherweise zu einem Hurrikan entwickeln könnte.

In mehreren Provinzen im Osten des Landes werden Regenfälle gemeldet, und die Zivilschutzmechanismen wurden aktiviert, während die Bevölkerung mit Stromausfällen, Nahrungsmittelknappheit und Kommunikationsschwierigkeiten konfrontiert ist.

Santiago de Cuba: Rundgänge und Prävention in Küstengemeinden

In Santiago de Cuba haben die politischen und Regierungsbehörden – angeführt von Beatriz Johnson Urrutia, der ersten Sekretärin der Kommunistischen Partei, und Manuel Falcón Hernández, dem Gouverneur – Küstengemeinden und Siedlungen in der Nähe der Flüsse besucht, um Verwundbarkeiten und mögliche Evakuierungsmaßnahmen zu bewerten.

Die Speicher befinden sich zu 76,9 % ihrer Kapazität, und es werden Baumpflegearbeiten und die Reinigung von Entwässerungsanlagen in den tiefer gelegenen Gebieten der Provinzhauptstadt durchgeführt, um Risiken für die elektrische Infrastruktur und die Telekommunikation zu reduzieren.

Trotz dieser Maßnahmen erschweren die langandauernden Stromausfälle die Verfolgung der Wetterwarnungen und die Kommunikation zwischen den Gemeinden. In einigen Gemeinden übersteigt der Stromausfall täglich zehn Stunden, was die Familien ohne Zugang zu aktuellen Informationen über den Verlauf des Phänomens lässt.

Granma: Eilige Ernten und landwirtschaftliche Verwundbarkeiten

Das Ministerium für Landwirtschaft in der Provinz Granma erklärte, dass die Ernte von Agrarprodukten in niedrig gelegenen Gebieten mit Überschwemmungsrisiko vorgezogen wird, um Verluste zu vermeiden und die Versorgung der Märkte sowie sozialer Verbrauchszentren zu gewährleisten. Auch die Kaffeevernichtung wird priorisiert, da deren Reifung durch die jüngsten Regenfälle beschleunigt wurde.

Dennoch erkennen lokale Produzenten an, dass der Mangel an Treibstoff, Transport und Lagerung eine effiziente Erntebehindert. Die strukturelle Krise der kubanischen Landwirtschaft wirft erneut Fragen zur Wirksamkeit der Notfallmaßnahmen auf, die in den staatlichen Medien angekündigt werden.

Las Tunas: Gesundheitssystem in Alarmbereitschaft mit begrenzten Ressourcen

In Las Tunas informierten Vertreter des Gesundheitswesens, dass ihre materiellen und personellen Ressourcen angesichts der Nähe von Melissa verstärkt wurden. Zu den ergriffenen Maßnahmen gehören die Überprüfung von Einrichtungen, die als Evakuierungszentren dienen, sowie die Kontrolle des Vorrats an Trinkwasser und essenziellen Medikamenten.

Nichtsdestotrotz erschwert das Fehlen medizinischer Hilfsmittel, der Verfall der Krankenwagen und die Benzinengpässe eine schnelle Reaktion auf mögliche Notfälle.

Ein Land in der Krise vor einem neuen Sturm

Die Ankunft des Sturms Melissa trifft Kuba in einer tiefen wirtschaftlichen und sozialen Krise. Die Inflation, die Abwertung des Pesos und die allgemeine Nahrungsmittelknappheit verschärfen die Verwundbarkeit von Millionen von Familien, insbesondere im Osten des Landes.

Die offiziellen Medien bestehen darauf, ein Bild von Kontrolle und Organisation zu zeigen, doch die alltägliche Realität offenbart ein anderes Bild: Stromausfälle, die die Kommunikation behindern, leere Märkte und ein Mangel an transparenter Berichterstattung.

In vielen Orten erfahren die Bürger vom Fortschreiten des Sturms durch Nachrichten von außen oder durch Gerüchte, da es an Signal und Strom fehlt.

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