„Ein Land, das nicht funktioniert“: The Economist warnt vor dem Zusammenbruch Kubas

Kuba steht vor einem beispiellosen wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch, mit niedrigen Löhnen, Stromausfällen, einem Mangel an Medikamenten und massiver Emigration. Die Krise betrifft Schlüsselbereiche, während das Regime notwendige Veränderungen hemmt.

La Habana (Referenzbild)Foto © CiberCuba

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Ein jüngster Bericht von The Economist warnt, dass Kuba auf einen beispiellosen wirtschaftlichen und sozialen Kollaps zusteuert, es sei denn, das Regime unternehme tiefgreifende und strukturelle Veränderungen.

Der Artikel mit dem Titel „Cuba is heading for disaster, unless its regime changes drastically“ beschreibt ein Land, das in der schwersten Krise der letzten Jahrzehnte gefangen ist, mit verschlechterten Grunddiensten, einer lahmgelegten Wirtschaft und einer massiven Migration, die der Insel ihr Humankapital entzieht.

Die Analyse zeigt, dass die aktuelle Situation sogar die schlimmsten Phasen des Sonderzeitraums übertrifft. Eine der besorgniserregendsten Zahlen im Bericht ist der durchschnittliche staatliche Lohn: 6.506 Pesos monatlich, etwa 14 Dollar zum informellen Wechselkurs.

Dennoch verdienen Tausende von Arbeiterinnen und Arbeitern noch weniger, nämlich gerade einmal 2.500 Pesos, etwa 5 Dollar. Diese Einkünfte führen dazu, dass essentielle Produkte wie ein Karton Eier (2.800 Pesos) oder ein Kilo Reis (650 Pesos) praktisch unerschwinglich sind.

Zu dieser wirtschaftlichen Prekarität, unter der das kubanische Volk leidet, kommen tägliche Stromausfälle, längere Wasserunterbrechungen und ein Gesundheitssystem hinzu, das nur 3 % der erforderlichen Medikamente bereitstellen kann.

Der demografische Einfluss ist ebenfalls verheerend. Laut der britischen Zeitschrift sind seit 2020 2,75 Millionen Kubaner ausgewandert, was einem Viertel der Gesamtbevölkerung entspricht.

Allein im Jahr 2024 haben 788.000 Personen das Land verlassen, während 78 % derjenigen, die auf der Insel bleiben, den Wunsch äußern, zu gehen.

Die Migrationskrise lehrt nicht nur Wohnungen, sondern schafft auch Schlüsselberufe im Land ab. Die Zahl der Hausärzte hat sich fast halbiert, und Sektoren wie Ballett, Sport und Bildung zeigen einen beschleunigten Verlust von Talent.

The Economist behauptet, dass Kuba die niedrigste Produktivität in Lateinamerika und der Karibik aufweist, sogar unter Haiti. Die Zuckerindustrie, ein historisches Symbol des Landes, fiel in der Saison 2024-2025 auf 150.000 Tonnen, weit entfernt von den früheren Levels.

Die Abwertung des kubanischen pesos —von 24 pro Dollar im Jahr 2019 auf über 450 im Jahr 2025—, verbunden mit der Inflation und dem Produktionsstagnation, erschwert jede mögliche Stabilität.

Das einzige dynamische Element in diesem düsteren Szenario ist der private Sektor, in dem mehr als 11.000 kleine und mittlere Unternehmen ein Drittel der Arbeitsplätze bieten und mehr als die Hälfte des Einzelhandels garantieren.

Dennoch hält die Regierung eine ambivalente Haltung ein, schwankend zwischen der Erlaubnis ihres Funktionierens und der Behinderung durch Vorschriften und bürokratische Kontrollen.

Der politische Stillstand ist laut dem Bericht die Wurzel des Problems.

Raúl Castro beeinflusst trotz seines fortgeschrittenen Alters weiterhin die strategischen Entscheidungen und hemmt jede Öffnung, die die Kontrolle der Kommunistischen Partei gefährden könnte.

In diesem Kontext zitiert der Artikel einen Satz, der die Sichtweise mehrerer befragter Experten zusammenfasst: „Die Situation ist so beschissen, dass es keinen Ausweg gibt... Das Einzige, was man tun kann, ist, alles abzureißen und von vorne zu beginnen.“

Kuba ist ein erschöpftes Land mit einer kollabierenden Wirtschaft und einer Bevölkerung, die flieht. Es benötigt einen tiefgreifenden und unvermeidlichen Wandel. Solange das politische System die Reformen blockiert, wird die Insel weiter auf eine vorhersehbare Katastrophe zusteuern.

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