Alarm in Kuba: Der Manjuarí, eine einzigartige prähistorische Art, steht kurz vor dem Aussterben



Biologen im Ciénaga de Zapata versuchen, den Manjuarí zu retten, einen kubanischen prähistorischen Fisch, der über 140 Millionen Jahre alt ist und dessen Bevölkerung in akuter Gefahr des Aussterbens ist.

Manjuarí (Atractosteus tristoechus)Foto © Wikimedia Commons

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Der Manjuarí, ein prähistorischer Fisch, der als natürliches Juwel Kubas gilt, sieht sich einer ernsthaften Bedrohung durch das Aussterben im Ciénaga de Zapata, dem größten Feuchtgebiet der Karibik, gegenüber.

Sein Stamm reicht über 140 Millionen Jahre zurück und überlebt heute in einem zunehmend fragilen Ökosystem.

Laut einem Bericht der Agentur Reuters steht die Art —wissenschaftlich bekannt als Atractosteus tristoechus— seit 2020 auf der Roten Liste der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN) in der Kategorie „höchste Gefährdung“.

Die Hauptursachen für ihren Rückgang sind der Verlust von Lebensräumen, die massenhafte Jagd und die Einführung des afrikanischen Welses im Jahr 1999, einer invasiven Art, die das ökologische Gleichgewicht in der Region gestört hat.

Der als afrikanischer Wels (Clarias gariepinus) bezeichnete Fisch, der auf Beschluss der Regierung in Kuba eingeführt wurde, um seine Zucht zu fördern und zu konsumieren, ist zu einer invasiven Art geworden, die das nationale aquatische Ökosystem verwüstet.

Die „Claria“, wie sie umgangssprachlich bekannt ist, hat endemische Fische und andere einheimische Arten ausgerottet, sogar solche, die in Flüssen und unterirdischen Systemen leben, und verdrängt den Manjuarí, wodurch das natürliche Gleichgewicht der Ciénaga de Zapata und anderer Lebensräume im Land gravierend gestört wurde.

In der Ciénaga de Zapata arbeitet eine Gruppe von Biologen unter der Leitung von Andrés Hurtado an einem Projekt zur kontrollierten Zucht des Manjuarí.

In einer kleinen Zuchtanlage, umgeben von Mangroven, hat es Ihrem Team gelungen, junge Exemplare zu züchten, die anschließend im Feuchtgebiet freigelassen werden, um ihren natürlichen Lebensraum wiederzuansiedeln.

Der Prozess ist komplex: Die Fische sind scheu, schwer zu beobachten und äußerst empfindlich gegenüber Umweltveränderungen.

Die Spezialisten erklären, dass die Larven des Manjuarí, nur so groß wie ein Bleistift, sich zwischen den Wurzeln des Mangrovenbaums verstecken, was deren Überwachung erschwert.

Dennoch versichern die Forscher, dass die Arbeit beginnt, Ergebnisse zu liefern, da einige lokale Fischer wieder Sichtungen des Fisches in Gebieten gemeldet haben, in denen seit Jahren keine Präsenz mehr festgestellt wurde.

Das Projekt steht vor zahlreichen Hindernissen: Mangel an Materialien, isolierte Bedingungen und die ständige Bedrohung durch Räuber.

Dennoch bestehen die Wissenschaftler darauf, dass die Wiederherstellung des Manjuarí nicht nur eine Umweltfrage ist, sondern auch eine Frage des Erbes.

Es handelt sich um eine endemische Art, die einzigartig in der Welt ist und Millionen von Jahren geologischer und klimatischer Veränderungen überlebt hat.

„Der Manjuarí ist ein lebendes Fossil und ein Symbol der kubanischen Biodiversität“, versichern die Spezialisten, die um mehr institutionelle Unterstützung für seine Erhaltung bitten.

Die Ciénaga de Zapata, die von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt ist, bleibt ihr letzter Rückzugsort, doch die Zeit arbeitet gegen sie.

Seit ihrer Einführung Ende der neunziger Jahre hat sich die Claria zu einem ökologischen Problem in Kuba entwickelt.

Dieser afrikanische Wels wurde vom Regime als Nahrungsalternative aufgrund seines schnellen Wachstums und seiner Widerstandsfähigkeit gefördert, aber seine Anwesenheit hat verheerende Auswirkungen auf die Süßwasser-Ökosysteme gehabt.

Die Präsenz der Claria fällt mit einer immer sichtbarer werdenden Verschlechterung des Lebensraums des Manjuarí zusammen. In Havanna wurden zwei Exemplare dieser prähistorischen Art tot auf offener Straße gefunden, was den Grad der Verwundbarkeit, den diese Population erreicht hat, verdeutlicht. Obwohl nicht geklärt wurde, wie sie dorthin gelangten, alarmierte der Vorfall Biologen und Umweltschützer.

Die Situation verschärft sich, wenn man bedenkt, dass laut offiziellen Zahlen die Zahl der bedrohten endemischen Arten der kubanischen Fauna zugenommen hat, einschließlich des eigenen Manjuarí.

Die invasiven Arten, der Verlust von Lebensräumen und das Fehlen einer kohärenten Umweltpolitik sind einige der in den verfügbaren Berichten identifizierten Ursachen.

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