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Der juristische Druck auf das Chavismo weitet sich aus. Eine Gruppe von US-Bürgern reichte eine Zivilklage gegen Nicolás Maduro, Delcy Rodríguez, Diosdado Cabello, Jorge Rodríguez und weitere Vertreter des Regimes ein, in der sie diese des Entführens, der Folter, des Drogenschmuggels und des Staats-terrorismus beschuldigen.
Der Fall, registriert unter der Nummer 25-cv-23652-DPG, wurde am 4. Januar 2026 beim US-Bezirksgericht für den südlichen Distrikt Florida (Miami-Abteilung) eingereicht und stellt eine neue Front internationaler gerichtlicher Druckausübung dar, nach der Festnahme von Maduro durch US-Truppen.
Die Klage —geleitet von den Kanzleien Mayer Brown LLP und Scale Law Partners LLC, die auf internationale Menschenrechtsstreitigkeiten spezialisiert sind— beruft sich auf zwei der strengsten Instrumente des US-Bundesrechts: das Antiterrorgesetz (ATA) und das RICO-Gesetz (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), das zur Verfolgung organisierter krimineller Strukturen entwickelt wurde.
In der Klage wird das „Cártel de los Soles“ als Mitbeklagter behandelt, auf der gleichen Ebene wie Petróleos de Venezuela (PDVSA) und die Corporación Venezolana del Petróleo (CVP), die als Finanzvehikel der transnationalen Kriminalität bezeichnet werden.
Entre den Klägern befinden sich Jerrel Kenemore und seine Familie, Jason Saad, Edgar José Marval und andere US-Bürger, darunter zwei minderjährige Opfer, die als SMS und MSM identifiziert wurden. Sie behaupten, sie hätten Entführungen, Folter oder Verfolgung durch Beamte, die mit dem Regime verbunden sind, erlitten, und fordern Millionenentschädigungen für Schäden und Verluste.
Der Text der Klage —teilweise in sozialen Netzwerken von dem Journalisten David Alandete enthüllt— beschuldigt Delcy Rodríguez, seit 2018 die faktische Vizepräsidentin Venezuelas und von 2020 bis 2024 Ministerin für Wirtschaft und Finanzen gewesen zu sein, während derer sie „die Konsolidierung der autoritären Macht von Maduro“ gefördert haben soll.
Es beinhaltet auch seinen Bruder Jorge Rodríguez, den aktuellen Präsidenten der Nationalversammlung, und erinnert daran, dass beide 2018 von der OFAC wegen ihrer Rolle in der politischen Repression sanktioniert wurden.
Die Klage ist nicht strafrechtlich, hat aber potenzielle finanzielle und diplomatische Konsequenzen von hoher Tragweite. Wenn das Gericht die Angeklagten für säumig erklärt — wie die Kläger am 4. Januar beantragt haben — könnte der Richter die vorgebrachten Tatsachen für erwiesen halten und ein vollstreckbares zivilrechtliches Urteil fällen, mit der Möglichkeit von Pfändungen auf Vermögenswerte und in Übersee eingefrorene Gelder, wie die kürzlich von der Schweiz blockierten.
Dieser neue Prozess könnte die erste bundesgerichtliche Prüfung der internen Funktionsweise des Chavismus als kriminelle Struktur werden.
In den Worten von Juristen zielt die Aktion „nicht nur auf finanzielle Entschädigung ab, sondern darauf, gerichtlich zu dokumentieren, dass die venezolanische Macht wie ein mafiöses Unternehmen unter staatlicher Tarnung operierte“. Eine rechtliche Wendung, die inmitten des venezolanischen Übergangs darauf abzielt, den Kampf von Maduro und seinem engen Kreis über das politische und militärische Terrain hinaus zu verlängern.
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