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Zum ersten Mal seit mindestens einem halben Jahrhundert hat die Vereinigten Staaten mehr Einwanderer verloren als gewonnen, so ein neuer Bericht des Brookings Instituts, der an diesem Dienstag veröffentlicht wurde.
Die Studie zeigt, dass der Netto-Migrationssaldo im Jahr 2025 negativ war, mit einem geschätzten Rückgang von zwischen 10.000 und 295.000 Personen, was einen Wendepunkt in der jüngeren Migrationsgeschichte des Landes markiert, berichtete Washington Post.
Die Forscher Wendy Edelberg und Tara Watson vom Brookings-Zentrum sowie Stan Veuger vom American Enterprise Institute führen diesen Trend hauptsächlich auf die Einwanderungspolitik, die während der aktuellen Amtszeit von Präsident Donald Trump umgesetzt wurde, zurück, die die Ankunft neuer Einwanderer drastisch verlangsamt und die freiwilligen Ausreisen sowie Abschiebungen erhöht hat.
Zu den entscheidendsten Maßnahmen hebt der Bericht die nahezu vollständige Schließung der Grenze zu Mexiko, die Reduzierung der Visaerteilungen, die Erhöhung der Konsulatsgebühren und die Aussetzung mehrerer humanitärer Programme hervor, einschließlich derjenigen, die für Flüchtlinge und Asylbewerber bestimmt sind.
Die Ökonomen schätzen ebenfalls, dass etwa 300.000 Personen im Jahr 2025 abgeschoben wurden, obwohl diese Zahl erheblich geringer ist als die 600.000 Abschiebungen, die von der Regierung Trump selbst behauptet wurden.
Dennoch hat die Kombination aus freiwilligen Ausreisen und erzwungenen Ausweisungen den ersten negativen Migrationssaldo seit Beginn vergleichbarer Aufzeichnungen erzeugt.
Der Trend könnte zudem 2026 anhalten. Brookings warnt, dass das Land "bereits auf dem besten Weg ist, in diesem Jahr mehr Einwanderer zu verlieren, als es empfängt, was langfristige Auswirkungen auf die Beschäftigung, den Konsum und das Bevölkerungswachstum haben wird".
Laut ihren Prognosen könnte die migrationsbedingte Schrumpfung die Verbraucherausgaben im Jahr 2025 und 2026 um 60.000 bis 110.000 Millionen Dollar verringern, während die Erwerbsbevölkerung zurückgeht und der Arbeitskräftemangel in wesentlichen Sektoren zunimmt.
Der Bericht hebt auch hervor, dass die Migrationsverlangsamung mit einem Rückgang der Beschäftigung einhergegangen ist, wodurch 2025 zum zweittschächsten Jahr für die Schaffung von Arbeitsplätzen seit der Großen Rezession wird, laut Daten des Arbeitsministeriums.
Trotz der Warnungen der Wirtschaftswissenschaftler hat das Weiße Haus die Zahlen als einen Erfolg im Bereich der Sicherheit und der Grenzsouveränität verteidigt.
In den sozialen Medien feierte Präsident Trump das, was er als ein „historisches Ergebnis“ bezeichnete: eine negative Nettomigration zum ersten Mal seit 50 Jahren. Er versicherte, dass seine Politik zur Grenzkontrolle „Arbeitsplätze und Stabilität für die amerikanischen Arbeitnehmer zurückbringt“.
Die Autoren der Studie warnen jedoch, dass die Reduzierung der Einwanderung strukturale negative Effekte haben könnte, da in den Jahren zuvor das gesamte demografische und Arbeitsmarktwachstum in den Vereinigten Staaten fast ausschließlich von der Zuwanderung abhängig gewesen war.
„Das langsame migratorische Wachstum bedeutet weniger Beschäftigung, ein geringeres BIP und weniger wirtschaftliche Dynamik“, stellt der Bericht fest.
Die offiziellen Daten zur Einwanderung für 2025 wurden vom US-amerikanischen Regierung noch nicht veröffentlicht und könnten von den Prognosen der Brookings Institution abweichen. Experten sind sich jedoch einig, dass der Trendwechsel kurzfristig bereits irreversibel ist.
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