Eine marinemilitärische Übung, die vom Zentralen Heer Kubas veröffentlicht wurde, führte zu einer Welle von Spott, Fragen und offenen Kritiken in den sozialen Medien, nachdem Bilder den Einsatz von obsolet erscheinenden See-Minen und angepassten Fischereifahrzeugen zeigten, was im Gegensatz zur offiziellen Rhetorik von einer „unbesiegbaren Verteidigung“ steht.
Die Veröffentlichung, die von den Küsten Trinidads in Sancti Spíritus verbreitet wurde, zeigt Mitglieder der Spezialformationen der Revolutionären Marine, die an Marine-Minenmanövern teilnehmen. Laut der institutionellen Mitteilung ist dies ein Beispiel für die sogenannte „Kriegsführung des gesamten Volkes“, bei der zivile und militärische Arbeiter gemeinsam handeln, um das Territorium „Zentimeter für Zentimeter“ zu verteidigen.

Dennoch weckten die Bilder sofortige Zweifel bei den Nutzern. Die gezeigten Minen, die eine kugelförmige Form mit sichtbaren Kontaktbolzen aufweisen, erinnern an Modelle, die während des Zweiten Weltkriegs und in der ersten Phase des Kalten Krieges weit verbreitet waren, und stehen in starkem Gegensatz zu modernen Systemen, die magnetische, akustische oder Drucksensoren verwenden. Hinzu kommt der physische Zustand des Materials, das Anzeichen von Abnutzung aufweist, sowie die manuelle Handhabung an Bord von Schiffen ohne spezialisierte militärische Ausrüstung.
Die verwendeten Boote blieben ebenfalls nicht unbemerkt. Es handelt sich keineswegs um Kriegsschiffe; die Fotos zeigen umgebaute Fischerboote, ohne sichtbare militärische Radars, ohne Abwehrsysteme und mit Besatzungen, die uniformiertes Personal mit zivilen Arbeitern vermischen. Für viele Kommentatoren verstärkt die Szene die Vorstellung von Improvisation mehr als von tatsächlicher Kampfkapazität.
In den Kommentaren war die Reaktion sofort und polarisiert. Während einige Nutzer Slogans wie „Patria o Muerte“ und „Cuba vencerá“ wiederholten, tendierte ein erheblicher Teil der Antworten zu Spott und Skepsis. Viele wiesen darauf hin, dass „mit einem einzigen Flugzeugträger“ oder „mit ein paar Drohnen“ eine moderne Marine solche Mittel problemlos neutralisieren könnte. Andere machten ironische Bemerkungen über den Einsatz von „Chalupas“ und „alten Patanas“, um einen Krieg des 21. Jahrhunderts zu führen.
Die Debatte verlagerte sich schnell vom militärischen Bereich auf die alltägliche Realität des Landes. Kommentare, die fragten, ob „das Licht schon angekommen ist“, ob es Essen oder Toilettenpapier gibt, oder die an den Mangel an Treibstoff und die anhaltenden Stromausfälle erinnerten, vermischten sich mit den Bildern der Marineübung. Für viele erscheint die Machtdemonstration als losgelöst von den drängenden Notwendigkeiten, mit denen die Bevölkerung konfrontiert ist.
Es gab auch direkte Fragen zur offiziellen Erzählung, die diese Manöver als Ausdruck des Willens „des ganzen Volkes“ darstellt. Einige Nutzer lehnten es ab, dass die Streitkräfte im Namen der Bürger sprechen, und machten deutlich, dass sie sich nicht durch eine Kriegserklärung inmitten einer tiefen wirtschaftlichen und sozialen Krise vertreten fühlen.
Obwohl das Zentrale Heer darauf bestand, dass „unsere Verteidigung unbesiegbar ist“ und dass „nichts unverteidigt bleibt“, zeigt die Reaktion in den sozialen Medien eine zunehmend sichtbare Kluft zwischen der institutionellen Rhetorik und der Wahrnehmung der Bevölkerung. Die Bilder, weit davon entfernt, die Botschaft der Stärke zu verstärken, nähren vielmehr Zweifel an der tatsächlichen Modernisierung der militärischen Fähigkeiten Kubas und an der Relevanz solcher Demonstrationen im aktuellen Kontext des Landes.
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