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Mehr als 140.000 Aufrufe in wenigen Stunden und eine Flut von Kommentaren prägten die Reaktion der Kubaner auf einen kürzlich veröffentlichten Beitrag von Cubadebate, der versuchte, eine angebliche „Demütigung“ des SWAT-Teams der Vereinigten Staaten im Vergleich zu einer chinesischen Damenbrigade bei einem Sportwettkampf hervorzuheben.
Das offizielle Medium teilte ein Video von Russia Today, in dem die Leistung beider Gruppen in einem Test der Stärke und Koordination verglichen wurde. Statt Applaus oder Unterstützung zu erregen, löste die Veröffentlichung jedoch eine Welle von Kritiken, Spott und Fragen an das staatliche Portal aus.
„Und hat Kuba teilgenommen?“, war einer der am häufigsten wiederholten Kommentare. Andere Nutzer ironisierten und fragten nach der Nationalen Revolutionären Polizei (PNR), den Avispas Negras oder den kubanischen Spezialtruppen, während einige an kürzliche Episoden erinnerten, in denen US-Truppen in der Region gehandelt haben.
Verschiedene Internetnutzer haben kritisiert, dass das offizielle Medium inmitten der Krise, die die Insel durchlebt – mit Stromausfällen, Nahrungsmittelknappheit und Müllansammlungen auf den Straßen – Raum für ein solches Video widmet. „Das Land zerfällt und ihr beschäftigt euch mit so etwas“, schrieb eine Nutzerin. Ein weiterer Kommentar stellte direkt die journalistische Sorgfalt in Frage: „Ist das eine Nachricht?“
Es fehlten nicht die Stimmen, die darauf hinwiesen, dass der Vergleich aus dem Kontext gerissen war oder dass es sich bei der Veranstaltung um einen üblichen Wettbewerb zwischen Teams aus verschiedenen Ländern handelt. Auch gab es einige, die den Beitrag als "Propaganda" oder als Ablenkung von den internen Problemen betrachteten.
Die massive Reaktion zeigt das zunehmende Unbehagen eines Teils der Bevölkerung gegenüber den von staatlichen Medien verbreiteten Inhalten, insbesondere wenn diese als losgelöst von den alltäglichen Sorgen der Bürger wahrgenommen werden.
Was als symbolisches Konfrontationsstück gedacht war, entwickelte sich zu einem Thermometer für die Stimmung in den sozialen Netzwerken: Anstatt über ausländische Spezialkräfte zu diskutieren, nutzten viele Kubaner den Raum, um Frustration, Sarkasmus und Kritik an der internen Verwaltung des Landes auszudrücken.
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