Abel Prieto fragt sich: "Haben wir unsere Tage gezählt?"



Abel Prieto JiménezFoto © ACN

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Abel Prieto Jiménez hat ein neues Alarmsignal über die Zukunft Kubas in einem Artikel veröffentlicht, der von Cubadebate und REDH Cuba zugeschrieben wird, in dem er offen fragt: „Haben wir die Tage gezählt?“. Dennoch ist der Text weniger eine selbstkritische Reflexion über den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch des Landes, sondern betont stattdessen die Verantwortung des „Imperiums“ und der angeblichen internationalen Medienoffensive als zentrale Erklärung für das Desaster, das die Insel durchlebt.

Prieto beschreibt den Kontext nach der Festnahme von Nicolás Maduro am 3. Januar und stellt fest, dass dieses Ereignis eine “Welle von antikubanischer Euphorie” in den sozialen Medien ausgelöst hat, die seiner Meinung nach von “realen und virtuellen Anexionisten” angeheizt wird, die das mögliche Ende der Revolution feiern.

Der Präsident von Casa de Las Américas beschreibt dieses Phänomen als eine Mischung aus Groll, historischen Frustrationen und „Rachegelüsten“, die seiner Meinung nach in einem „offen faschistischen Diskurs“ münden.

In seiner Analyse verbindet Prieto auch diese angebliche Offensive mit der am 29. Januar von Donald Trump unterzeichneten Exekutive, die er als Teil einer Strategie der „totale wirtschaftlichen Erstickung“ gegen Kuba qualifiziert. Um sein Argument zu untermauern, zitiert er den Aktivisten Manolo De los Santos, der die amerikanische Politik als eine „kollektive Bestrafung“ definiert, die darauf abzielt, „Hunger, Dunkelheit und Krankheit als politische Waffen“ zu nutzen.

Der Text insistiert nicht nur auf der Idee des äußeren Zulaufs, sondern führt auch ein Element ein, das als „Krieg der Memes“ bezeichnet wird. Prieto reproduziert eine Analyse des Medienobservatoriums von Cubadebate, die vor einer angeblichen „koordinierten Welle“ von Memes warnt, die zwischen dem 30. Januar und dem 2. Februar aus Florida verbreitet wurden und Kuba als „den 51. Bundesstaat“ sowie Marco Rubio als „Schlüsselfigur der Bestrafung und des Übergangs“ darstellt.

Der Artikel beschreibt diese Inhalte als annexionistische Propaganda und als Teil einer psychologischen Offensive, die laut Prieto darauf abzielt, den Willen des kubanischen Volkes zu brechen. In diesem Zusammenhang behauptet er, dass die amerikanischen „Think Tanks“ auf jüngste politische Bekräftigungsakte des Regimes reagieren würden, wie zum Beispiel die Ehrung von 32 gefallenen Militärs in Caracas und die Fackelmahnwache am 27. Januar.

Doch die eigentliche Botschaft, trotz der Frage im Titel, ist letztendlich eine Bestätigung der Erzählung von Widerstand. Prieto greift auf ein Video von Fidel Castro zurück, in dem der verstorbene Diktator sich über die Prognosen zum Fall der Revolution lustig macht: „60er Jahre… von heute auf morgen passiert das nicht… 70er Jahre… diese Woche passiert das nicht…“.

Nichtsdestotrotz offenbart der Text einen schwer zu verbergenden Widerspruch, denn während die Regierung externe Kampagnen anprangert, vertieft sich die Krise in Kuba weiter. Das Land sieht sich ständigen Stromausfällen, chronischem Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten, ungebremster Inflation, zerrütten Löhnen und einer massiven Migration gegenüber, die ganze Stadtviertel entleert hat.

In diesem Szenario scheint die Beharrlichkeit von Prieto, den nationalen Niedergang auf „Memes“, soziale Netzwerke und externe Verschwörungen zurückzuführen, eher ein Versuch zu sein, die politische Erzählung des Regimes abzusichern, als eine überzeugende Erklärung für eine erschöpfte Bevölkerung.

Die Frage „Haben wir die Tage gezählt?“ klingt weniger wie eine echte Sorge um die Zukunft des Landes und mehr wie eine diskursive Strategie, um das alte Skript zu reaktivieren, dass Kuba widersteht, aber immer unter Beschuss steht.

In der Zwischenzeit stellt sich auf der Straße die Frage, die sich viele Kubaner stellen, nicht ob die Revolution ihre Tage gezählt hat, sondern wie lange die Menschen noch durchhalten können.

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