Die Kubanerin Amanda Tarajano sorgte erneut für Diskussionen in den sozialen Medien, nachdem sie ein Video veröffentlicht hatte, in dem sie das Schweigen von Künstlern, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Sportlern und Influencern zur politischen Situation in Kuba in Frage stellt.
Im dem Audiovisual, das auf Facebook veröffentlicht wurde, fragt die junge Emigrantin immer wieder: „Wo sind die Künstler meines Landes?“, „Wo sind die Leute aus dem kubanischen Ensemble, die die Massen bewegen?“, „Wo sind die großen Boxer?“, „Wo sind die Religionsvertreter?“ Sie wirft ihnen allen vor, sich im aktuellen Kontext nicht zu Wort zu melden.
„Warum muss eine internationale Gruppe für mein Land einstehen?“, fragt er im Video, in dem er auch erklärt: „Die Blockade meines Landes sind die politischen Gefangenen, das sind die Blockaden meines Landes.“
In einem anderen Moment fügt er hinzu: „Derjenige, der auf die Straße gegangen ist und wie ein Tier Schläge ausgehalten hat, für die Freiheit von euch allen, das sind die Pfeiler meines Landes.“
Seine Botschaft richtete sich auch an Content-Ersteller und öffentliche Persönlichkeiten mit großer Reichweite in sozialen Netzwerken. „Nutzen Sie all die tausenden von Menschen, die Sie sehen, und sprechen Sie über Ihre Würde, die Würde als Kubaner, die wir nicht haben“, äußerte er.
Die Veröffentlichung rief eine breite Reaktion in den Kommentaren hervor. Dutzende von Nutzern unterstützten ihre Haltung mit Aussagen wie „Freiheit für Kuba“, „Du hast vollkommen recht“ oder „So spricht man“. Andere waren sich einig, dass „die wahren ‚Cojonudos‘ die sind, die im Gefängnis sitzen“, während mehrere behaupteten, dass Künstler und öffentliche Figuren „für die Diktatur arbeiten“ oder „Angst haben“.
Es ist nicht das erste Mal, dass Tarajano in sozialen Medien eine Debatte wegen seiner politischen Haltung anführt. Im vergangenen Januar veröffentlichte er ein weiteres Video, in dem er seine Angehörigen aufforderte, damit aufzuhören, zu versuchen, das, was er im Internet äußert, einzuschränken. „Schreibt mir nicht mehr, ruft mich nicht mehr an“, sagte er damals und betonte, dass er „in einem extrem freien Land lebt, wo ich sagen und tun kann, was ich will“.
Bei dieser Gelegenheit betonte er auch, dass er keine Angst vor Repressionen habe und verteidigte sein Recht, ungefiltert seine Meinung zu äußern, nachdem er Kuba aus eigenen Entscheidungen verlassen hatte.
Ihr neuer Beitrag eröffnet die Diskussion über die Rolle von Künstlern, Influencern und öffentlichen Personen aus Kuba — sowohl innerhalb als auch außerhalb der Insel — angesichts der politischen und sozialen Situation im Land, zu einem Zeitpunkt, an dem die öffentliche Debatte weiterhin stark in die sozialen Medien verlagert wird.
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