„Ich habe 57 Jahre gearbeitet und habe nichts“: Das bewegende Zeugnis einer 83-jährigen kubanischen Großmutter



Kubanische GroßmutterFoto © Captura de Video/Facebook/Leandro NaunHung

Eine 83-jährige kubanische Großmutter hat Tausende von Menschen berührt, als sie mit Ohnmacht, aber gleichzeitig mit einer ergreifenden Gelassenheit, das Drama schilderte, das sie nach ihrem ganzen Arbeitsleben auf der Insel erlebt.

“57 Jahre habe ich in diesem Land gearbeitet und was habe ich jetzt?”, beklagte er in einem Video, das auf Facebook veröffentlicht wurde, während eines Gesprächs mit dem kubanischen Priester Leandro Naun Hung. Seine direkte und ungeschönte Aussage fasst das Gefühl der Vernachlässigung zusammen, das heute viele ältere Menschen in Kuba trifft.

Die Frau, die Lehrerin war, spricht nicht aus politischer Klage, sondern aus Hunger. „Eine 83-jährige Alte, die hungert. Wie kann das sein?“, fragt sie im Gespräch. Sie gesteht, dass sie seit einem Monat keinen Reis mehr kaufen konnte und dass sie dank der Hilfe, die sie erhält, überlebt. „Ich bin hier und warte auf etwas“, sagt sie, während der Priester ihr ein Paket mit Milch, Müsli und anderen Grundnahrungsmitteln überreicht.

Mitten in der solidarischen Geste erhält die Szene einen noch härteren Ton. „Das ist, damit du gestärkt wirst und nicht vor mir stirbst, bevor du siehst, was passieren wird“, sagt der Priester im Scherz. Sie antwortet mit einer Bitte, die sowohl Verzweiflung als auch Glauben offenbart: Jede Nacht bittet sie Gott um Leben, um sehen zu können, was mit Kuba geschieht.

Das Zeugnis kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Wirtschaftskrise Kuba trifft und besonders die Rentner stark belastet. Die Renten, die durch Inflation und Mangel an Ressourcen erodiert sind, reichen kaum aus, um das Nötigste zu decken, während die Preise für Lebensmittel und Grundnahrungsmittel weiterhin in die Höhe schnellen. Für viele ältere Menschen ist es zur einzigen Alternative geworden, auf Überweisungen oder informelle Hilfen angewiesen zu sein.

Die Geschichte dieser Großmutter ist kein Einzelfall, aber ihr Satz – „57 Jahre habe ich gearbeitet und habe nichts“ – hat stark widerhall gefunden, denn er gibt einem Gesicht und einer Stimme einer Realität, die Tausende im Stillen leben.

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