Bewaffnete Infiltration in Kuba: Die Verdachtsmomente wachsen, dass das Regime gewarnt war



Miguel Díaz-Canel / Guardafronteras kubanischFoto © Präsidentschaft Kuba / Cubadebate

Der offizielle Bericht des Ministeriums für Innere Angelegenheiten (MININT) über die Infiltration eines Schnellbootes aus Florida, mit 10 bewaffneten Besatzungsmitgliedern und mutmaßlichen „Terrorplänen“, wirft Fragen auf, ob das kubanische Regime von der Operation im Voraus wusste.

Vier Personen kamen in dem Zusammenstoß mit den Grenzschutztruppen ums Leben, und sechs wurden festgenommen, gemäß der offiziellen Version.

Die Hypothese eines möglichen vorherigen Wissens wurde vom kubanischen Journalisten Wilfredo Cancio Isla in einem Facebook-Beitrag aufgestellt, in dem er darauf hinwies, dass die veröffentlichten Elemente auf eine Operation hindeuten, die möglicherweise von der kubanischen Geheimdienst durchdrungen wurde.

Die Schlüssel liegen in einer Rede von Díaz-Canel

Am 5. Februar, während einer Pressekonferenz im Palast der Revolution über die Verschärfung der Krise in Kuba, kündigte Miguel Díaz-Canel an, dass angebliche gewalttätige Pläne gegen das Land existieren würden.

„Ich würde Ihnen mehr erzählen. Heute wissen wir von Plänen für terroristische Anschläge, die unterstützt, finanziert und in den Vereinigten Staaten vorbereitet werden, um Kuba in Zeiten wie diesen anzugreifen. Zu gegebener Zeit werden wir die Informationen bereitstellen und all die notwendige Anzeige erstatten“, bestätigte er.

Bei diesem Auftritt hinterfragte der Regierungschef auch, dass die Vereinigten Staaten Kuba auf der Liste der Staaten führen, die den Terrorismus unterstützen. Es gab zu diesen angeblichen Plänen keine Nachfragen, da die gesamte Presse, die mit dem Regierungschef versammelt war, dem Regime wohlgesonnen ist.

Festnahmen und ausstehende Zweifel

In seiner zweiten Mitteilung über den Vorfall vor den Küsten von Corralillo informierte das MININT über die Festnahme von Duniel Hernández Santos auf nationalem Territorium, der als der mutmaßliche Verantwortliche für den Empfang der Ladung, die auf dem Schiff transportiert wurde, vorgestellt wurde.

Según der offiziellen Mitteilung soll der Festgenommene seine Beteiligung an dem Vorfall gestanden haben. Die Behörden gaben jedoch nicht das Datum seiner Festnahme bekannt. Dieses Detail ist entscheidend. Wenn er vor dem Versuch, per See einzureisen, festgenommen wurde, würde das darauf hindeuten, dass die Operation die kubanischen Sicherheitskräfte nicht überrascht hat.

Es fehlen noch Informationen zur Identität von drei Toten. Die Regierungen von Kuba und den Vereinigten Staaten halten die Ermittlungen über den tatsächlichen Ursprung und die Organisation des Plans offen.

Die bewaffnete Auseinandersetzung findet zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt in der Beziehung zwischen Havanna und Washington statt.

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