„Sie lieferten Lebensmittel an die Bedürftigen“: Video widerspricht der offiziellen Version über in Kuba festgenommenen Panamesen



Nachbarn der Gemeinde Matanzas erhalten humanitäre Hilfe von PanameñosFoto © Captura de video X / @MagJorgeCastro

Ein Video, das von der Unión Patriótica de Cuba (UNPACU) verbreitet wurde, zeigt panamaische Bürger, die Lebensmittel und andere Materialien an bedürftige Menschen in Matanzas verteilen, in Bildern, die im Gegensatz zur offiziellen Version des kubanischen Regimes über ihre Festnahme stehen. 

In den Aufnahmen, die als im Februar 2026 gemacht identifiziert wurden, sind Dutzende von Menschen zu sehen, die sich in bescheidenen Vierteln versammeln, nachdem sie erfahren haben, dass Spenden verteilt werden.

Ältere Menschen, Mütter mit Kindern und Nachbarn nähern sich den Gitterzäunen und Toren, um Lebensmittelpakete zu empfangen. Laut dem Aktivisten Magdiel Jorge Castro – in einer Nachricht, die das audiovisuelles Material begleitete – “als im ganzen Dorf bekannt wurde, dass die Panamesen Lebensmittel spenden, kamen viele Menschen und baten um Hilfe.”

Der kubanische Oppositionsführer José Daniel Ferrer erklärte, dass die Gruppe ihre Vorbereitungen bereits Anfang Februar begonnen hatte. Wie er in einem Post in den sozialen Medien erläuterte, reisten sie mit humanitärer Hilfe nach Kuba, die für politische Gefangene, deren Familienangehörige, Aktivisten der friedlichen Opposition und Menschen in einer verletzlichen Situation bestimmt war. 

Laut ihrer Darstellung brachten sie neben Lebensmitteln auch Medikamente und andere essentielle Produkte mit. Sie hatten zudem die Absicht, ihre Solidarität mit den in den letzten Monaten inhaftierten Aktivisten auszudrücken, die beschuldigt wurden, Graffitis für die Freiheit und gegen das kubanische politische System zu machen.

Ferrer erklärte, dass ein Teil der Gruppe plante, Aufkleber und Drucksachen an verschiedenen Orten in Havanna und anderen Provinzen anzubringen, als Geste der Unterstützung für diejenigen, die —so wird behauptet— wegen ähnlicher Proteste inhaftiert wurden.

Der ursprüngliche Plan sah vor, Hilfsgüter von der Hauptstadt nach Santiago de Cuba zu transportieren, aber aufgrund zahlreicher dringender Anfragen nach Unterstützung, insbesondere in Pedro Betancourt (Matanzas) und anderen Orten, wurde die Route geändert.

Festnahmen und widersprüchliche Berichte

Laut dem Innenministerium (MININT) wurden am 28. Februar 2026 zehn panamaische Staatsbürger wegen mutmaßlicher Propaganda gegen die verfassungsmäßige Ordnung festgenommen, ein Delikt, das im Artikel 124 des Strafgesetzbuches definiert ist.

Die Behörden des Regimes versicherten, dass sie ins Land eingereist seien, um "subversive" Schilder zu erstellen und aufzustellen, und dass sie beim Rückkehr nach Panama zwischen 1.000 und 1.500 Dollar erhalten würden. Sie behaupteten ebenfalls, dass die Festgenommenen zunächst ihre Beteiligung an den Vorfällen anerkannt hätten, obwohl sie bisher keine materiellen Beweise öffentlich vorgelegt haben.

Ferrer bot ein anderes Bild. Er wies darauf hin, dass die Gruppe ursprünglich aus 16 Personen bestand. Sechs von ihnen, die für die Verteilung von Lebensmitteln zuständig waren, hätten das Land verlassen, nachdem sie erfahren hatten, dass die Polizei sie suchte. Die anderen zehn begannen mit dem Anbringen von Graffiti und wurden schließlich festgenommen.

Der Aktivist hat berichtet, dass die Festgenommenen sich in einem Abschiebezentrum befinden und warnte vor möglichen Druck, sich selbst zu belasten. „Die Tyrannei lügt“, erklärte er in den sozialen Medien.

Unter den veröffentlichten Namen befindet sich der von Abigail Stephany Gudiño Castro, die als eine der Festgenommenen identifiziert wurde. Ferrer kündigte an, die Namen und Fotos der restlichen Gruppe zu veröffentlichen.

Asimismo, informierte, dass Boris Betancourt, der Leiter der Organisation Camino a la Democracia de Kuba, einen Hungerstreik begonnen hat, um die Freilassung der zehn Panamesen zu fordern. Er wies auch darauf hin, dass interessierte Journalisten die Vertreterin der Gruppe in Panama, Katerine Torres, kontaktieren können, um weitere Informationen zu erhalten. 

Politischer Kontext und zunehmende Spannung

Der Fall tritt in einem Kontext starker wirtschaftlicher Krise und weitverbreiteter Knappheit in Kuba auf, wo unabhängige humanitäre Hilfsinitiativen oft überwacht und gelegentlich von den Behörden behindert werden.

Während das totalitäre Regime behauptet, es habe sich um eine Operation mit politischen Zielen gehandelt, die von außen koordiniert wurde, besteht die Opposition darauf, dass die Reise einen solidarischen und humanitären Aspekt hatte, auch wenn sie anerkennt, dass einige Teilnehmer symbolische Protestaktionen durchführen wollten.

Bislang wurde nicht öffentlich bestätigt, ob die Festgenommenen über eine unabhängige rechtliche Vertretung verfügen oder ob sie vollen Zugang zu consularer Unterstützung durch Panama hatten.

Die Entwicklung der Ermittlungen und die mögliche diplomatische Reaktion Panamas werden in den kommenden Tagen entscheidend sein, um das tatsächliche Ausmaß der Geschehnisse und die Zukunft der festgenommenen Bürger aufzuklären.

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