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Eine Genossenschaft in der Stadt Bayamo begann, Bestattungsfahrten in einem von Pferden gezogenen Wagen anzubieten, um der Treibstoffknappheit entgegenzuwirken. Dies entfachte eine intense Debatte in den sozialen Medien darüber, ob es sich um Kreativität handelt oder um die strukturelle Krise, die Kuba in den Abgrund gestürzt hat.
Die landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (CPA) Celia Sánchez Manduley, in der Hauptstadt der Provinz Granma, kündigte in sozialen Netzwerken den Beginn eines Bestattungsdienstes an, der eine Tragbare als Alternative aufgrund des Mangels an Treibstoff für den Transport von Verstorbenen anbietet.
Die Initiative wurde auch von der Nutzerin Sucel Fajardo verbreitet, die in ihrem Profil auf Facebook versicherte, dass die Genossenschaft weiterhin „mit Kreativität nach Lösungen sucht“, um Dienstleistungen für die Bevölkerung anzubieten.
Laut der eigenen Erklärung der Genossenschaft auf ihrer Webseite entstand der Dienst als Reaktion auf den Mangel an Treibstoff, der die traditionellen Leichentransporter betrifft, eine Krise, die sich in den letzten Jahren im ganzen Land verschärft hat.
Die Veröffentlichung führte zu einer intensiven Diskussion unter den Nutzern. Einige verteidigten die Initiative als praktische Lösung angesichts des Mangels an Ressourcen und erinnerten daran, dass Pferdegezogene Leichenzüge in anderen Ländern existieren.
„Mindestens gab es Kreativität, und es ist symbolisch für die Stadt“, kommentierte ein Internaut, in Bezug auf die hohe Anzahl von von Pferden gezogenen Wagen, etwas, das die östliche kubanische Stadt auszeichnet.
Andere behaupteten, dass es sogar würdiger sein könnte als die in schlechtem Zustand befindlichen Staatsfahrzeuge.
Viele Nutzer reagierten jedoch mit Empörung und betrachteten die Maßnahme als einen Rückschritt und Ausdruck der Prekarität des Landes.
„Das ist keine Kreativität, das ist Elend, Romantisierung der Armut und mangelnde Leistungsfähigkeit der Regierung“, schrieb ein Kommentator. Andere kritisierten den Konformismus gegenüber dem, was sie als Symbol für den Verfall der öffentlichen Dienste in Kuba betrachten.
Die Kontroversen finden in einem Kontext der tiefen Krise des Bestattungssystems auf der Insel statt. In den letzten Monaten wurden zahlreiche Vorfälle gemeldet, die mit einem Mangel an Leichenwagen, Treibstoff und Särgen zusammenhängen.
Recentemente informierte der offizielle Sender CMHS Radio Caibarién, dass in dieser Gemeinde von Villa Clara die handwerkliche Produktion von Särgen begonnen hat, um dem Defizit der Bestattungsdienste entgegenzuwirken.
Die Ankündigung löste ähnliche Reaktionen in den sozialen Medien aus, wo einige Nutzerironisch über die offizielle Erzählung witzelten, die diese Mängel dem US-Embargo zuschreibt.
Die Krise hat immer häufigere Szenen der Improvisation hervorgerufen. In Velasco, Holguín, musste eine Familie einen Sarg aus Karton und Klebeband herstellen, da es in der örtlichen Bestattungsanstalt keinerlei Särge gab.
Der Verstorbene wurde von seinen eigenen Angehörigen in einem Dreirad zum Friedhof gebracht, nachdem der Körper stundenlang in der Wohnung ohne Elektrizität und Bestattungsfahrzeug verweilte.
Im Parallel dazu wurden in verschiedenen Provinzen mehrere Vorfälle mit beschädigten Leichenzügen dokumentiert. In einigen Fällen sind die Särge während der Transporte mitten auf der Straße gefallen, wodurch die Körper Passanten ausgesetzt waren.
Währenddessen kündigte das Ministerium für Verkehr Ende 2025 die Einführung von 15 elektrischen Leichenzügen für Havanna an, ein Projekt, das laut Regierung schrittweise auf den Rest des Landes ausgeweitet werden soll.
Dennoch stehen viele Familien außerhalb der Hauptstadt weiterhin vor ernsthaften Schwierigkeiten, ihre Verstorbenen zu transportieren und zu bestatten, in einem Bestattungssystem, das zunehmend von Ressourcenknappheit und Improvisation geprägt ist.
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