Die kubanische Content Creator Katherin, bekannt in den sozialen Medien als @aprendedorajeje, hat eine Reflexion veröffentlicht, die eine Debatte über das Bild des Tourismus in Kuba und die Tendenz ausgelöst hat, die Prekarität der Insel zu romantisieren.
In einem Video, das auf Instagram veröffentlicht wurde, hinterfragte die Influencerin die Idee, das Land als ein „vintage“ Ziel zu präsentieren, und erklärte, dass dieses Konzept Wahlfreiheit undsymbolischen Wert impliziert, was ihrer Meinung nach nicht mit der täglichen Realität vieler Kubaner übereinstimmt.
„Kuba ist kein Vintage-Paradies, Kuba ist alt und es ist nicht dasselbe“, stellte er fest. „Ein klassisches Auto, das aus Freude restauriert wurde, ist Vintage; ein klassisches Auto, das geflickt wurde, weil man sich kein anderes leisten kann, ist alt“, bemerkte er.
Katherin bestand darauf, dass es von außen betrachtet retro attraktiv erscheinen mag, aber innerhalb des Landes oft das Ergebnis von Knappheit ist.
„Vintage zu sein, ist eine ästhetische Entscheidung; alt zu sein, ist oft eine wirtschaftliche Bedingung“, sagte die junge Frau und schloss ihr Video mit einer Reflexion, die sich an diejenigen richtete, die das touristische Bild Kubas idealisieren.
„Bevor du das, was du siehst, als Zauber bezeichnest, frage dich etwas ganz Einfaches: Ist das so, weil es jemand gewählt hat oder weil er es nicht ändern kann?“
Der Rückgang des Tourismus in Kuba spiegelt auch den inneren Verfall des Landes wider
Die Debatte kommt zu einem heiklen Zeitpunkt für den kubanischen Tourismussektor. Die von der Nationalen Statistik- und Informationsbehörde (ONEI) veröffentlichten Zahlen bestätigen einen starken Rückgang der Ankunft von Reisenden im Januar 2026.
Einer der sensibelsten Aspekte ist der Rückgang der kubanischen Besucher, die im Ausland leben. Im Januar kamen 12.574 Reisende aus der Diaspora, während es im gleichen Monat 2025 noch 21.015 waren: 8.441 weniger, ein Rückgang von über 40 %.
Der stärkste Rückgang kommt aus den Vereinigten Staaten. Die Ankünfte aus diesem Land fielen von 14.027 im Januar 2025 auf nur 6.997 im Januar 2026, was praktisch die Hälfte ausmacht.
Insgesamt empfing Kuba bis Januar 2026 240.578 Reisende, was 90,8 % des im Jahr zuvor registrierten Niveaus entspricht, was 24.255 Touristen weniger bedeutet.
Die Energiekrise, verschärft durch die Reduzierung der Öllieferungen aus Venezuela, führt zu langanhaltenden Stromausfällen, Transportproblemen und Schwierigkeiten im Bereich der grundlegenden Dienstleistungen.
Angesichts dieses Szenarios ziehen es viele Kubaner im Ausland vor, Überweisungen oder Pakete an ihre Angehörigen zu senden, anstatt zu reisen. Das komplexe wirtschaftliche und politische Umfeld beeinträchtigt weiterhin die Fähigkeit des Landes, im Jahr 2026 Besucher anzuziehen.
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