„Er war bereits geschlagen und mit Gas besprüht worden“: Festnahme eines Kubaners durch ICE entfacht Spannungen und virales Video in Michigan

Festnahme eines Kubaners in Michigan.Foto © Captura de Video/Youtube/MLive

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Ein in dieser Woche in Michigan erfolgter Migrationseinsatz hat in den sozialen Medien für Aufregung gesorgt, nachdem ein Video verbreitet wurde, in dem Zeugen den Einsatz von Gewalt durch Bundesagenten während der Festnahme eines Kubaners anprangern.

Der Vorfall ereignete sich am 4. März gegen 9:00 Uhr morgens auf dem Parkplatz der Apartments Aspen Chase in Ypsilanti Township, als Beamte des Einwanderungs- und Zollvollzugs (ICE) und anderer Bundesbehörden zwei Männer während einer Operation festnahmen, die sich gegen einen kubanischen Staatsbürger namens Rodolfo Pérez Calunga richtete, wie das US-Medium MLive berichtete.

In der Aufnahme, die von der Aktivistin Gloria Sendejo gemacht wurde, hört man die Frau, die wiederholt über das, was vor sich ging, warnt.

„Sie schlagen ihn… sie schlagen ihn…“, sagt er in mehreren Momenten des Videos, während er die Szene filmt. In einem anderen Abschnitt behauptet er, dass die Beamten „ihn mit Gas besprüht und ihn schlagen“ und er bestätigt, dass einer von ihnen einen Schlagstock hatte.

Sendejo erklärte später, dass er gesehen hatte, wie mehrere Beamte auf einen der Männer am Boden einwirkten, während sie den anderen aus einem Transporter zogen. Seinem Zeugenaussagen zufolge war der Festgenommene bereits geschlagen und mit Pfefferspray besprüht worden, bevor er immobilisiert wurde.

„Sie hatten ihn bereits geschlagen. Man hatte ihn mit Pfefferspray besprüht. Man war ihm auf den Leib gesprungen“, berichtete die Aktivistin, zitiert von MLive.

Das Video zeigt auch Schreie und Verwirrung unter den Anwesenden. In einem Moment behauptet die Frau, dass einer der Männer ein US-Bürger sei, während die Beamten die Festnahme fortsetzten.

Was sagt ICE

Ein Sprecher von ICE bestätigte gegenüber MLive/The Ann Arbor News, dass die Beamten eine Fahrzeugkontrolle durchführten, die sich gezielt gegen Pérez Calunga richtete.

Laut der offiziellen Version soll ein zweiter Mann, der als „Hooligan“ und US-Bürger beschrieben wurde, versucht haben, die Festnahme zu verhindern, indem er die Tür des Fahrers des Fahrzeugs des Kubaners blockierte und die Arbeit der Bundesbeamten erschwerte.

„Er erklärte, dass er nicht zulassen würde, dass die Agenten Calunga festnehmen“, sagte der Sprecher.

Die Behörden bestätigten auch, dass während des Einsatzes Pfefferspray eingesetzt wurde, obwohl sie versicherten, dass der Schlagstock, den einige Zeugen zu sehen glaubten, nicht gegen die Festgenommenen verwendet wurde.

Situation des festgenommenen Cubanos

Laut den von MLive zitierten Gerichtsunterlagen hatte Pérez Calunga keine offenen Verfahren im Landkreis Washtenaw sowie in den Bundes- oder Landgerichten von Wayne.

Derzeit befindet er sich im North Lake Correctional Center in Baldwin, einem Zentrum, das als Einrichtung für die Abschiebehaft fungiert.

Der andere festgenommene Mann steht unter Verdacht, einen Bundesbeamten behindert zu haben, obwohl ICE nicht bestätigte, ob er anschließend freigelassen wurde.

Ein Klima zunehmender Migrationstension

Der Fall ereignet sich in einem Kontext zunehmender Migrationsoperationen in Michigan. Daten, die von lokalen Medien zitiert werden, zeigen, dass die Festnahmen durch ICE im Bundesstaat 2025 nahezu dreimal so hoch waren, mit Tausenden von Personen, von denen viele keine Vorstrafen hatten.

In den letzten Monaten wurden auch Einsätze in der Nähe von Wohngebieten und Schulen im Raum Ypsilanti gemeldet, was Besorgnis bei Aktivisten und Organisationen, die die Aktivitäten der Einwanderungsbehörden überwachen, ausgelöst hat.

In der Zwischenzeit zirkuliert das Video der Festnahme des Cubanos weiterhin in sozialen Netzwerken und hat die Debatte über die Taktiken, die bei Einwanderungseinsätzen in den Vereinigten Staaten verwendet werden, neu entfacht, insbesondere wenn sie in Wohngebieten und bei Tageslicht stattfinden.

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