Ein Video, das in den sozialen Netzwerken verbreitet wurde, zeigt den Moment, in dem die repressiven Kräfte des kubanischen Regimes in Morón, Ciego de Ávila, eintrafen, um sich den anti-gouvernementalen Protesten zu stellen, die in der Nacht dieses Freitags stattfanden, vor dem Hintergrund wachsender sozialer Unruhe aufgrund von Stromausfällen, Nahrungsmittelknappheit und der wirtschaftlichen Krise.
Die von dem Journalisten Mario J. Pentón geteilten Bilder zeigen die Präsenz von Beamten in der Nähe des Hauptsitzes der Kommunistischen Partei Kubas (PCC), dem Hauptpunkt, wo sich die Demonstranten versammelten.
Im Video ist zu sehen, wie ein Fahrzeug der Spezialeinheiten langsam die Straße entlang fährt, während mehrere Agents zu Fuß um es herum gehen.
Zwei Personen gehen vor dem Fahrzeug, das wie eine Eskorte aussieht, während hinter ihnen weitere Einsatzkräfte die Straße überqueren, um sich dem Einsatz anzuschließen.
Die Szene spiegelt die rasche Mobilisierung von Einsatzkräften des Repressionsapparats wider, um die Proteste in diesem Stadtteil einzudämmen.
Fünf Festnahmen und ein Verletzter
Nach den Unruhen berichteten offizielle Medien, dass die vorläufige Bilanz des Tages mindestens fünf festgenommene Personen umfasst, deren Identitäten bislang nicht öffentlich bestätigt wurden.
Es wurde auch von einem verletzten jungen Mann während der Vorfälle berichtet, obwohl es widersprüchliche Aussagen über das Geschehen gibt.
Das kubanische Regime behauptet, dass der Junge sich verletzt hat, als er fiel, während er versuchte, ein Plakat von der Zentrale der PCC zu entfernen.
Dennoch zeigen in sozialen Medien verbreitete Videos eine andere Sequenz.
Eines der Videos, das etwa sieben Minuten lang ist, dokumentiert die angespanntesten Momente vor dem offiziellen Gebäude, wo Demonstranten ein Feuer entfachten.
In der Aufnahme ist zu sehen, wie ein junger Mann sich dem Eingang des Gebäudes nähert, als ein Schuss deutlich zu hören ist.
Kurz nach dem Geräusch bewegt sich der Junge mit sichtbaren Schwierigkeiten und fällt auf den Bürgersteig. Mehrere Personen, die sich am Ort befinden, eilen sofort zur Hilfe.
Im Video ist auch die Reaktion der Person zu hören, die die Szene aufgenommen hat.
Trotz der im Internet verbreiteten audiovisuellen Beweise haben Medien und Sprecher, die mit dem offiziellen kubanischen Apparat verbunden sind, wiederholt bestritten, dass der junge Mann während der Unruhen erschossen wurde.
Proteste inmitten einer tiefen Krise
Die Proteste in Morón fanden in einem Kontext wachsenden sozialen Unmuts in Kuba statt.
Die Nachbarn der Stadt gingen am Freitagabend auf die Straße, um gegen die prolonged Ausfälle, den Mangel an Lebensmitteln und den Verfall der Lebensbedingungen im Land zu protestieren.
In sozialen Medien verbreitete Videos zeigen Bürger, die durch verschiedene Stadtteile marschieren, während sie "Freiheit!" rufen und Töpfe klappern.
Während der Unruhen wurde auch die lokale Zentrale der Kommunistischen Partei in Brand gesetzt, und mehrere Fahrräder, die von Polizeibeamten genutzt wurden, wurden ebenfalls verbrannt.
Ein weiteres Video zeigt, dass die Demonstration sich anschließend zu einer Polizeistation bewegte, wo Frauen und Jugendliche sich vor dem Gebäude aufstellten und erneut „Freiheit!“ riefen.
Die in den letzten Stunden verbreiteten Bilder spiegeln das Spannungsfeld in Morón wider und zeigen das schnelle Eingreifen des Repressionsapparats, um eine der sichtbarsten Proteste, die kürzlich auf der Insel registriert wurden, zu kontrollieren.
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