Kasparov schlägt gegen die Flotte vor Kuba: „Tauscht sie gegen Kubaner ein, die in Freiheit leben wollen.“

Garry Kasparov und das Plakat der Democratic Socialists of America (DSA)Foto © X / @Kasparov63 - @DemSocialists

Verwandte Videos:

Die Kontroversen rund um den internationalen Konvoi „Nuestra América“, der voraussichtlich am 21. März in Havanna ankommen wird, haben eine neue gewichtige kritische Stimme hinzugewonnen: die des ehemaligen Schachweltmeisters und politischen Aktivisten Garry Kasparov, der eine scharfe Botschaft gegen die westlichen Teilnehmer der Initiative richtete.

„Was wäre, wenn wir diese Idioten gegen die gleiche Anzahl von Kubanern austauschen, die in der freien Welt leben möchten?“, schrieb Kasparov auf der sozialen Plattform X als Antwort auf eine Ankündigung der amerikanischen Gruppe Democratic Socialists of America (DSA), die den Versand einer Delegation von 20 Mitgliedern nach Kuba als Teil des Konvois bestätigte.

Die Botschaft des russischen Schachspielers, der für seine direkte Haltung gegenüber autoritären Regimen bekannt ist, schlägt vor, dass diejenigen, die den Sozialismus verteidigen, „sehen können, wie er in der Praxis funktioniert“, während die Vereinigten Staaten „arbeitende Menschen empfangen würden, die die Freiheit lieben“.

Die Erklärung des „Ogres von Baku“ fügt sich in die zunehmende internationale Kontroversen rund um die Flotte ein, die von politischen Persönlichkeiten und linken Aktivisten unterstützt wird, die behaupten, die Insel sei von den US-Sanktionen „belagert“.

Unter den Angekündigten ist die französische Abgeordnete Emma Fourreau, sowie die Klimaaktivistin Greta Thunberg, deren Stellungnahme bereits eine starke Reaktion von Kubanern in den sozialen Medien ausgelöst hat. 

Reaktionen aus dem Exil

Die Erklärung von Kasparov verbindet sich mit einem zunehmend sichtbaren Gefühl unter Kubanern, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Insel, die den Ansatz der Initiative in Frage stellen.

Desde dem Exil hat der Slogan an Stärke gewonnen: „Wenn sie einreisen, dann wir auch“, in Bezug auf die Möglichkeit, dass ausländische Aktivisten nach Kuba gelangen, während Millionen von Kubanern Einschränkungen gegenüberstehen, um frei in ihr Land zurückzukehren. 

Für viele besteht das grundlegende Problem nicht in der humanitären Hilfe, sondern darin, dass der Konvoi als ein Akt der Solidarität dargestellt wird, ohne die mangelnden politischen Freiheiten auf der Insel anzusprechen.

Debatte über die kubanische Krise

Der internationale Konvoi zielt darauf ab, Nahrungsmittel, Medikamente und andere Güter inmitten einer tiefen Wirtschaftskrise in Kuba zu transportieren, die von Stromausfällen, Mangel und einem Verfall der grundlegenden Dienstleistungen geprägt ist.

Die Kritik richtet sich jedoch darauf, dass das Vorgehen der Organisatoren die Situation ausschließlich externen Faktoren zuschreibt, ohne die Auswirkungen von jahrzehntelangem staatlichen Kontrolle, Unterdrückung und schlechter wirtschaftlicher Verwaltung zu erwähnen.

Die Worte von Kasparov spiegeln in diesem Kontext eine umfassendere Kritik wider: die Distanz zwischen denen, die das kubanische Modell von außen verteidigen, und denen, die die Konsequenzen darin im Land tragen müssen.

Archiviert unter:

CiberCuba-Redaktionsteam

Ein Team von Journalisten, das sich verpflichtet fühlt, über kubanische aktuelle Themen und globale Interessen zu berichten. Bei CiberCuba arbeiten wir daran, wahrheitsgemäße Nachrichten und kritische Analysen zu liefern.