
Verwandte Videos:
Die kanadischen Fluggesellschaften WestJet und Air Transat haben die Aussetzung ihrer Flüge nach Kuba verlängert, was einen weiteren Rückschlag für den bereits angeschlagenen Tourismussektor der Insel darstellt, der von der tiefen Kraftstoffkrise und massiven Stromausfällen betroffen ist.
Laut CTV News berichtete WestJet, dass die meisten ihrer Flüge nach Kuba bis Oktober abgesagt bleiben, obwohl zwei ihrer Touristikabteilungen planen, im Juni den Betrieb wieder aufzunehmen. Air Transat hingegen kündigte an, dass sie ihre Flüge am 20. Juni wieder aufnehmen möchte und betroffenen Passagieren Rückerstattungen anbietet.
Die Entscheidung erfolgt nach Wochen der Instabilität auf der Insel, wo ein kritischer Mangel an Kraftstoffen zu Unterbrechungen bei den Grunddiensten geführt hat, einschließlich eines kürzlichen nationalen Stromausfalls.
Seit Februar haben die wichtigsten kanadischen Fluggesellschaften – darunter Air Canada, WestJet und Air Transat – schrittweise ihre Operationen nach Kuba aufgrund fehlenden Flugbenzin an den Flughäfen eingestellt. Air Canada hat insbesondere seine Flüge bis November ausgesetzt.
Der Einfluss ist erheblich: Kanada ist der größte Absender von Touristen nach Kuba, mit über 750.000 Besuchern im Jahr 2025. Allein Air Transat ist auf die Insel für etwa 8 % ihres Winterflugvolumens angewiesen, was auch das Gewicht dieses Ziels in der kanadischen Tourismusindustrie verdeutlicht.
Beide Fluggesellschaften, die jährlich mehr als eine halbe Million Passagiere zwischen Kanada und Kuba befördern, bestätigten ebenfalls, dass sie die Kapazität ihrer Strecken zur Insel im Sommer reduzieren werden, was die anhaltende betriebliche Unsicherheit widerspiegelt.
Obwohl die kubanische Regierung die Energiekrise dem Ölembargo der Vereinigten Staaten und dem Druck der Administration von Donald Trump gegen Länder zuschreibt, die der Insel Kraftstoffe liefern, zeigt die Realität angesammelte strukturelle Probleme, die über Jahre hinweg entstanden sind.
Auf dem Boden ist die Knappheit sichtbar: geschlossene Tankstellen, lange Warteschlangen – sogar virtuell über Anwendungen – und eine deutliche Reduzierung des Verkehrs auf den Straßen.
Direkter Schlag gegen den Tourismus
Die Aussetzung von Flügen aus Kanada stellt einen weiteren schweren Rückschlag für eine der wenigen Devisenquellen dar, die die kubanische Wirtschaft noch stützen.
In seiner Blütezeit generierte der Tourismus über 3.000 Millionen Dollar jährlich. Heute operiert die Branche weit unter diesen Niveau, beeinflusst von der internen Krise, schlechter Verwaltung und dem Vertrauensverlust der internationalen Reisenden.
In der Zwischenzeit vertieft die Kombination aus Stromausfällen, Treibstoffmangel und Flugstreichungen die Isolation Kubas und verschärft die bereits fragile wirtschaftliche Situation des Landes.
Archiviert unter: