Das kubanische Duo Gente de Zona nutzte sein Konzert am Sonntag in der Plaza de Aranzazú im historischen Zentrum von San Luis Potosí, Mexiko, um eine politische Botschaft an das mexikanische Publikum zu richten: "Nieder mit der Diktatur von hier, aus San Luis Potosí", so ein Video, das von CiberCuba erhalten wurde.
Die Präsentation war Teil des Festival Internacional San Luis en Primavera 2026, einer kostenlosen Veranstaltung, die vom 28. März bis 4. April mit etwa 110 kulturellen Aktivitäten gefeiert wird, und auf deren Programm auch Künstler wie Miguel Bosé, Gilberto Santa Rosa und Lucero auftreten.
Alexander Delgado richtete einige Worte an das Publikum, bevor er mit dem Aufruf abschloss: "Danke an die Menschen in Mexiko, dass sie die Kubaner hier akzeptieren. Nieder mit der Diktatur von hier, aus San Luis Potosí. Das erste Mal in dieser Stadt, super glücklich und zufrieden, hier zu sein."
Die Nachricht wurde von einem anwesenden Kubaner während des Konzerts auf Video festgehalten und spiegelt die politische Haltung wider, die das Duo in den letzten Jahren konstant vertreten hat.
Der Dank an Mexiko für "die Akzeptanz der Kubaner" ist nicht zufällig: zwischen Januar und September 2025 stellten mehr als 28.700 Kubaner Asylanträge in diesem Land, wodurch es zu einem der Hauptziele der kubanischen Emigration wurde.
Diese ist nicht das erste Mal, dass Gente de Zona eine internationale Bühne nutzt, um das Regime von Havanna zu kritisieren. Am 10. März veröffentlichte das Duo auf Instagram einen Aufruf mit dem Titel "Es ist nicht die Zeit für Gleichgültigkeit", in dem die Situation auf der Insel schonungslos beschrieben wird: "Stromausfälle, die ganze Viertel in Dunkelheit tauchen. Familien, die lange Schlange für Lebensmittel stehen, die nicht ausreichen. Menschen, die nach Essen und Kleidung im Müll suchen, um überleben zu können".
In derselben Nachricht erklärte die Gruppe: "Es sind bereits über 67 Jahre eines gescheiterten Systems", und schloss mit dem Slogan "Nieder mit der Diktatur!".
Im Februar, während der Premios Lo Nuestro, die in Miami stattfanden, sendete das Duo auch eine politische Botschaft vom roten Teppich: "Patria y vida ya viene llegando", und äußerte die Hoffnung auf einen radikalen Wandel in Kuba und Venezuela.
Der Kontext in Kuba ist von einer akuten Krise geprägt. Am 17. März wurde ein totales Stromausfall, der alle 11 Millionen Einwohner der Insel ohne Elektrizität ließ, verzeichnet. In dieser Nacht hatten nur 5% der Bewohner von Havanna wieder Zugang zu Strom.
Die Energiekrise hat sich nach den Sanktionen der Verwaltung Trump verschärft, die im Januar mit 100% Zöllen gegen Länder drohte, die Kuba mit Öl versorgen.
Gente de Zona, bestehend aus Alexander Delgado und Randy Malcom und im Jahr 2000 gegründet, vollzog im 2021 einen entscheidenden politischen Kurswechsel, indem sie an "Patria y Vida" teilnahmen, einem Lied, das zur Hymne der kubanischen Opposition wurde und das die Gruppe seitdem bei zahlreichen internationalen Konzerten aufgeführt hat.
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